Wirtschaft

Euregio Tirol Südtirol Trentino

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Starke Partnerschaft im Alpenraum: Die Euregio Inntal zu Gast bei der Euregio Tirol-Südtirol- Trentino zum Europatag 2026

Eine Delegation des Präsidiums der Euregio Inntal war am 7. Mai 2026 auf Einladung der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino zu Gast in Bozen. Anlass des Besuchs war die Woche rund um den Europatag, der jährlich am 9. Mai begangen wird und die europäische Idee sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt.

Nach einem kurzen Stadtrundgang durch Bozen fand im würdigen Rahmen im Waaghaus der fachliche Austausch zwischen den beiden Euregios statt. Generalsekretär Matthias Fink begrüßte die Delegation aus dem bayerisch-tiroler Grenzraum herzlich und unterstrich die langjährige, enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen.

Im weiteren Verlauf stellte Generalsekretär Matthias Fink zentrale Leuchtturmprojekte der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino aus den vergangenen Jahren vor. Dieses Jahr wurde die Broschüre “Grenzenlos gesund” der Patientenanwälte mit zu wichtigen Aspekten der Gesundheitsversorgung in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino vorgestellt, von Patientenrechten in der EU über die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung und die Patientenmobilität innerhalb der Euregio. Mit der Euregio-Jobbörse wurde zum 1. Mai die Integration der Jobbörsen von Tirol (AMS „alle Jobs“), Südtirol und Trentino freigeschaltet. Nachdem bereits 2021 ein Euregio Ticket Students eingeführt wurde, gibt es seit Jahreswechsel mit dem Euregio-Ticket über die Verkehrsverbünde ein grenzüberscheitendes Ticketangebot für Personen von 27-64 Jahren. Die Einführung eines Euregio- Seniorentickets bis 2027 ist ein Schwerpunktprojekt der aktuellen Tiroler Euregio-Präsidentschaft, die unter dem Motto „Grenzenlose Kraft. Gemeinsam!“ steht.

Seit über zehn Jahren pflegen die beiden Euregios einen intensiven Austausch und haben gemeinsam wichtige Initiativen auf den Weg gebracht, darunter die Euregio-Netzwerktage. Darüber hinaus stehen sie in regelmäßigem Kontakt zu grenzüberschreitenden Projekten und regionalen Entwicklungen.

Ziel des Besuchs war es insbesondere, von den Erfahrungen anderer Grenzregionen zu lernen und erfolgreiche Ansätze kennenzulernen. Die Präsidentin der Euregio Inntal, Barbara Schwaighofer, betonte, dass derartige Begegnungen wertvolle Impulse liefern, um neue Ideen in den eigenen Raum zu übertragen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im bayerisch-tiroler Gebiet weiterzuentwickeln.

Auch seitens der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino wurde hervorgehoben, dass viele Projekte und Lösungsansätze auf andere Regionen übertragbar sind und ein gemeinsames Ziel darin besteht, die gesamte Region nachhaltig zu stärken. „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im europäischen Geist ist die DNA aller Euregios. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino mit der Euregio Inntal seit vielen Jahren in engem Kontakt steht und erfolgreich zusammenarbeitet. Zudem entwickeln sich auch die Euregio-Days beim Europäischen Forum Alpbach immer mehr zum Treffpunkt der beiden Euregio, heuer zum Thema „Starke Regionen, starkes Europa“, unterstreicht Matthias Fink, Generalsekretär der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino anlässlich des Delegationsbesuchs der Euregio Inntal zum Europatag.

Gerade im Tiroler Grenzraum zeigt sich, wie wichtig das Miteinander über Grenzen hinweg ist. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Regionen nachhaltig zu stärken–in Tirol ebenso wie im europäischen Kontext. Solche Begegnungen tragen wesentlich dazu bei, voneinander zu lernen und tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“, betont Dr. Kurt Berek, Bezirkshauptmann von Kufstein und Präsidiumsmitglied der Euregio Inntal. Der Finanzreferent der Euregio Inntal, und der Erste Bürgermeister von Neubeuern, Christoph Schneider, unterstrichen zudem die Bedeutung regionaler Lösungen im größeren europäischen Kontext. Gerade im Hinblick auf die Nord-Süd-Achse sei es entscheidend, dass sich Regionen vernetzen und gemeinsam an stabilen Lebens- und Wirtschaftsräumen arbeiten.

Im Rahmen des Austauschbesuches nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaftsförderstellen teil, die großes Interesse an den vorgestellten Projekten und vergleichbaren Initiativen zeigten. Dies verdeutlicht das Potenzial für zukünftige Kooperationen und die enge Verzahnung von Wirtschaftsentwicklung und europäischer Zusammenarbeit. Auch die Euregio Inntal berichtete über aktuelle, wirksame Kooperationen im Bayerischen Tiroler Grenzraum. Insbesondere im Bereich Wirtschaftsraum zeigt sich eine starke grenzüberschreitende Vernetzung. Ebenso wurde die Bedeutung der Kultur als Motor für den Tourismus hervorgehoben sowie deren Rolle in der Entwicklung hin zu einem resilienten Tourismus. Diese Perspektiven brachte Geschäftsführerin Esther Jennings in den Austausch ein.

Neben dem fachlichen Austausch bot auch das besondere Flair der Bozner Altstadt einen inspirierenden Rahmen: Die Präsidiumsmitglieder der Euregio Inntal nahmen zahlreiche neue Eindrücke und Ideen mit und nutzten die Gelegenheit, den gemeinsamen Besuch in angenehmer Atmosphäre und bei bestem Espresso ausklingen zu lassen.

Bericht und Fotos: Euregio Inntal – Chiemsee – Kaisergebirge – Mangfalltal


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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