Wie das Bayerische Landesamt für Statistik auf Grundlage der aktuellen Ergebnisse der Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen der Länder mitteilt, steigt im Jahr 2024 die Zahl der Beschäftigten im bayerischen Gesundheitswesen im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent auf knapp 996 000.

Der Anstieg fällt bei Männern mit 2,6 Prozent stärker aus als bei Frauen mit 1,7 Prozent. Zuwächse sind insbesondere bei den Beschäftigten in ambulanten und (teil-)stationären Einrichtungen zu verzeichnen, während es im Gesundheitsschutz zu Rückgängen kommt, die auf einen außergewöhnlich starken Personalanstieg während der COVID-19-Pandemie mit anschließend beschleunigtem Abbau zurückzuführen sind. Laut der Verdiensterhebung steigen die durchschnittlichen Bruttojahresverdienste der Vollzeitbeschäftigten im Gesundheitswesen in Bayern im Jahr 2024 mit 8,3 Prozent überdurchschnittlich stark – bei Frauen deutlicher als bei Männern
(10,4 Prozent gegenüber 5,2 Prozent). Das wirtschaftliche Gewicht des Gesundheitssektors nimmt weiter zu. Bereits 9,5 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in Bayern entstehen im Jahr 2024 in diesem Sektor.

Fürth. Nach den Berechnungen der Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ arbeiten im Jahr 2024 knapp 996 000 Beschäftigte im bayerischen Gesundheitswesen. Das ist ein Anstieg um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rein rechnerisch kommen in Bayern 75 Beschäftigte im Gesundheitswesen auf 1 000 Einwohner. Damit liegt der Freistaat leicht über dem Bundesdurchschnitt (73,8).

Unterschiedliche Beschäftigungsentwicklungen innerhalb des Gesundheitssektors
Die Zahl der Beschäftigten hat sich in den einzelnen Einrichtungsarten unterschiedlich entwickelt. In (teil-)stationären Einrichtungen steigt sie um 2,9 Prozent auf rund 359 000 Beschäftigte im Jahr 2024, wobei insbesondere Krankenhäuser (+3,0 Prozent) sowie die (teil-)stationäre Pflege (+2,8 Prozent) hohe Zuwächse verzeichnen.

Auch das Personal der ambulanten Einrichtungen wächst 2024 insgesamt um 2,1 Prozent auf 412 000 Beschäftigte, mit deutlichen Zuwächsen bei Apotheken (+9,3 Prozent) und der ambulanten Pflege (+2,5 Prozent).

Demgegenüber sind die Beschäftigtenzahlen im Gesundheitsschutz um 18,8 Prozent auf  5 300 zurückgegangen. Die Expertin des Landesamts, Frau Dr. Daria Tisch, hebt dabei den außergewöhnlich starken Personalanstieg im Zeitraum der COVID‑19‑Pandemie hervor, dem nun ein noch schnellerer Abbau folgt. Während 2021 noch 11 000 Beschäftigte im Gesundheitsschutz tätig waren, liegt die Zahl 2024 unter dem Niveau von 2019 (damals 6 800).

Mehrheit des Gesundheitspersonals ist weiblich, Beschäftigungszuwachs bei Männern stärker
Mit 75,2 Prozent sind rund drei Viertel der Beschäftigten im bayerischen Gesundheitswesen weiblich. Die meisten sind in ambulanten sowie (teil-)stationären Einrichtungen tätig (81,4 Prozent bzw. 77,3 Prozent). Eine Ausnahme bildet der Rettungsdienst. Hier beträgt der Frauenanteil im Jahr 2024 lediglich 36,4 Prozent.

Obwohl die überwiegende Mehrheit des Gesundheitspersonals weiblich ist, nimmt die Zahl männlicher Beschäftigter stärker zu. Im Vergleich zum Vorjahr steigt ihre Zahl im Jahr 2024 um 2,6 Prozent, während die der weiblichen Beschäftigten nur um 1,7 Prozent zunimmt. Besonders hohe Beschäftigungsgewinne erzielen Männer in (teil-)stationären Einrichtungen mit einem Plus von 3,9 Prozent (Frauen: 2,6 Prozent). Im Rettungsdienst sinkt die Anzahl weiblicher Beschäftigter um 1,4 Prozent, während die der Männer um 2,6 Prozent wächst.

Verdienste im Gesundheitswesen steigen überdurchschnittlich stark
Laut der Verdiensterhebung verdienen vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern im Gesundheitswesen 2024 durchschnittlich 62 749 Euro brutto im Jahr (einschließlich Sonderzahlungen), wobei der Durchschnittsverdienst je nach Anforderungsniveau von im Schnitt 42 194 Euro für Helfer über 49 409 Euro für Fachkräfte bis hin zu 112 986 Euro für Experten reicht. Im Jahr 2023 lag der Bruttojahresverdienst im Schnitt bei 57 945 Euro. Damit steigt der durchschnittliche Bruttojahresverdienst im Gesundheitswesen 2024 gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Prozent. In der bayerischen Gesamtwirtschaft erhöhen sich die Verdienste der Vollzeitbeschäftigten im Vergleich nur um durchschnittlich 4,2 Prozent.

Für vollzeitbeschäftigte Frauen im bayerischen Gesundheitswesen liegt der Anstieg des Bruttojahresverdienstes 2024 im Vergleich zum Vorjahr mit 10,4 Prozent deutlich über dem Anstieg ihrer männlichen Kollegen (+5,2 Prozent), was den Trend der Gesamtwirtschaft widerspiegelt (Frauen +6,9 Prozent; Männer +3,1 Prozent). Für die Gesamtwirtschaft in Bayern liegt der Unterschied in den durchschnittlichen Bruttojahresverdiensten von vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen bei 17,7 Prozent. Im Gesundheitswesen liegt der Unterschied in den durchschnittlichen Bruttojahresverdiensten von vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen bei 34,6 Prozent. Damit ist der Unterschied in den durchschnittlichen Bruttojahresverdiensten von vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen im Gesundheitswesen größer als in der Gesamtwirtschaft.

Gesundheitswesen für Wirtschaft und Beschäftigung in Bayern immer wichtiger
Der positive Beschäftigungstrend bei einem insgesamt stagnierenden Arbeitsmarkt unterstreicht die wachsende Bedeutung des Gesundheitswesens für die Beschäftigung in Bayern. Gleichzeitig ist der Gesundheitssektor im Jahr 2024 auch für die bayerische Gesamtwirtschaft zunehmend relevant. Mit einem Anteil von 9,5 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung in Bayern erreicht er einen neuen Höchststand, wie das Landesamt für Statistik bereits in seiner letzten Meldung am 5. Juni 2025 veröffentlicht hat: https://statistik.bayern.de/presse/mitteilungen/2025/pm145/index.html

Neuere detaillierte Zahlen zur Bruttowertschöpfung und zu den Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft für das Jahr 2025 wird das Bayerische Landesamt für Statistik im Mai 2026 veröffentlichen.

Methodische Hinweise:
Gesundheitspersonalrechnung und Verdiensterhebung verwenden unterschiedliche Abgrenzungen

In der Gesundheitspersonalrechnung der Länder (ein Teilbereich der Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen der Länder) wird das Gesundheitswesen nach dem „System of Health Accounts“ abgegrenzt. Im Unterschied dazu beziehen sich die Ergebnisse der Verdiensterhebung allein auf den Wirtschaftszweig 86 „Gesundheitswesen“ (WZ-Klassifikation 2008). Somit sind die zugrundeliegenden Populationen nicht deckungsgleich.

Beschäftigungsverhältnisse statt Beschäftigte
Auch wenn im Text von Gesundheitspersonal und Beschäftigten gesprochen wird, beziehen sich die Zahlen aus der Gesundheitspersonalrechnung genau genommen immer auf Beschäftigungsverhältnisse. Personen mit mehreren Arbeitsverhältnissen in verschiedenen Einrichtungen werden somit mehrfach gezählt.

Informationen zur Verdiensterhebung
Die Verdiensterhebung wird bundesweit als Stichprobenerhebung durchgeführt. Sie umfasst in Bayern gut 6 400 Betriebe aus allen Branchen der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei sowie des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs. Erhoben werden Angaben zu Verdiensten und Arbeitszeiten einzelner abhängiger Beschäftigungsverhältnisse.

Bei den angegebenen Bruttojahresverdiensten werden steuerpflichtige Sonderzahlungen wie bspw. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld berücksichtigt. Für die Berechnung wurden nur Beschäftigungsverhältnisse mit sieben und mehr Arbeitsmonaten im Berichtsjahr herangezogen. Bruttoverdienste von Teiljahren wurden auf 12 Monate hochgerechnet.

Bericht: Bayerisches Landesamt für Statistik – Archiv-Foto: Hötzelsperger (Gesundheitszentrum in Prien)

Hinweise:
Die hier veröffentlichten Ergebnisse beruhen auf den Berechnungen der Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (GGRdL) sowie der Verdiensterhebung. Weitere Ergebnisse sowie methodische Hinweise finden Sie unter www.statistikportal.de/de/ggrdl und https://www.statistik.bayern.de/statistik/preise_verdienste/verdienste/index.html.