Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein haben im Rahmen des Projekts boden:ständig am Abtsdorfer See einen Fachvortrag sowie eine Exkursion zum Thema Gülleseparierung organisiert. Ziel war es, über die Vor- und Nachteile der Technik zu informieren sowie praktische Einblicke in die Anwendung der Technik im benachbarten Ausland zu ermöglichen.
Feststoffe von der flüssigen Phase trennen und dann bedarfsgerecht ausbringen – das Prinzip der Gülleseparierung kann Vorteile wie höhere Stickstoffeffizienz, schnellere Infiltration und ein geringeres Risiko der Auswaschung von Feststoffen bei Niederschlagsereignissen mit sich bringen. Gerade in Einzugsgebieten sensibler Gewässer kann diese Technik dazu beitragen, Nährstoffeinträge zu verringern und so einen Beitrag zum Boden- und Gewässerschutz leisten.
Im Rahmen des boden:ständig-Projekts am Abtsdorfer See, welches das Ziel verfolgt, Nährstoffeinträge in das Gewässer zu verringern, haben das ALE Oberbayern und das AELF Traunstein deshalb einen Vortrag sowie eine Exkursion organisiert, um einen Einblick in die langjährigen Erfahrungen mit der Technik im Nachbarland zu gewinnen.
Am 6. Februar 2026 referierte Franz Xaver Hölzl von der Boden.Wasser.Schutz.Beratung der Landeskammer Oberösterreich im Rahmen des Pflanzenbautages Teisendorf über die Hintergründe der Gülleseparierung in Österreich, die Rahmenbedingungen, Vor- und Nachteile, Kosten und verschiedene Ausbringtechniken im Vergleich. Insgesamt wurde deutlich, dass in Österreich bereits viele Erfahrungen mit dem Prinzip der Gülleseparierung gesammelt werden konnten und eine breite Wissensbasis besteht.
Es folgte am 13. Februar 2026 eine Exkursion. Sie führte einige interessierte Landwirte aus dem Einzugsgebiet des Abtsdorfer Sees zu dem Stationslandwirt Florian Huber-Hochradl. Er ist einer von 15 Landwirten, die seit vier Jahren in einer Maschinengemeinschaft die Gülleseparierung durchführen. Die Gemeinschaft arbeitet mit einem Separator, montiert auf einem Autoanhänger mit Traktorzugmaul. Über den Maschinenring Region Innviertel läuft die Abrechnung; die Reservierung des Separators funktioniert unkompliziert online. Huber-Hochradl erläuterte technische Details, Herausforderungen im regelmäßigen Einsatz sowie die Vor- und Nachteile des Einsatzes der Technik in seinem Betrieb.
Zusammengefasst ermöglichten die beiden Veranstaltungen einen interessanten Einblick in die Praxis der Gülleseparierung im Nachbarland sowie einen wertvollen Austausch über Landesgrenzen hinweg.
Bericht und Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern – Aufbau des Separators – www.landentwicklung.bayern.de




