Kirche

Obinger gratulieren Ruhestandspfarrer Kronast

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Es ist schön, dass du bei uns bist“  – Obing‘s Ruhestandspfarrer Christoph Kronast feiert seinen 80. Geburtstag

Obing: Am Mittwoch, 8. Juli vollendete Obings Ruhestandspfarrer Christoph Kronast sein Lebensjahr. Für ihn ist wichtig, dass sein Geburtstag ohne großes Aufsehen und ganz gemütlich im Rahmen eines Festgottesdienstes und anschließenden Pfarrfests am kommenden Sonntag gefeiert werden soll.

Christoph Kronast hat am 8. Juli 1946 in Unterratting – Gemeinde Amerang als zehntes von dreizehn Kindern, das Licht der Welt erblickt. Zwei Monate vor seiner Geburt ist eine Schwester im Alter von 5 Jahren verstorben. Mit seinen Geschwistern ist er auf dem kleinen landwirtschaftlichen Anwesen aufgewachsen und hat in Amerang die ersten Schuljahre verbracht. Als Neunjähriger hat er in ein Schulheft geschrieben, dass er später Pfarrer werden will. Inspiriert haben ihn zwei von seinen Onkeln, die Priester waren und sein älterer Bruder Konrad, der bereits im Seminar war. Für den damals 10-jährigen Buben war das ein Wechsel an das Chiemgau-Gymnasium in Traunstein und damit verbunden der Internatsbesuch im Studienseminar St. Michael in Traunstein. Freilich, so sagt er, sei die Trennung vom Vater und den Geschwistern nicht einfach gewesen. Denn schon zwei Jahre vorher sei der frühe Tod der Mutter im Jahr 1954, ein tiefer Lebenseinschnitt gewesen.

Alles in allem erinnert sich der Jubilar gerne an seine Schulzeit. Nach dem Abitur 1965 studierte Christoph Kronast zwei Jahre am der Phil-theol. Hochschule in Freising und anschließend an der Universität in Tübingen u. a. bei dem damaligen Professor Joseph Ratzinger, Theologie mit dem Abschluss des Diploms und dann noch zusätzlich Pädagogik für das Lehramt an Volksschulen in Augsburg. Anschließend war der Diplomtheologe vier Jahre lang, bis 1976 als Lehrer an der Volksschule in Obergünzburg im Allgäu. Wie er heute sagt, habe irgendwas in seinem Leben gefehlt, deshalb habe er sich dann, während seines zweijährigen Pastoral-Praktikums in Glonn, ganz bewusst für den Priesterberuf entschieden.

Am 1. Juli 1978 wurde Christoph Kronast vom damaligen Erzbischof Joseph Ratzinger im Dom zu Freising zum Priester geweiht. (Das mag etwas Außergewöhnliches sein, wenn man vom späteren Papst zum Priester geweiht worden ist, aber man ist deswegen nichts Besonderes, (betonte er in einem Bericht.). Am 9. Juli 1978 hat der heutige Ruhestandspfarrer in seiner Heimatpfarrei Amerang seine Primiz gefeiert und, wie er dazu immer erzählt, hat es an diesem Tag in Strömen geregnet. Nach der zweijährigen Kaplanstelle in Edling, bei der er auch schon teilweise wegen der Krankheit des Pfarrers volle Verantwortung übernehmen musste, folgten drei Jahre Kaplanzeit in Wolfratshausen, wo er auch Kolpingpräses und Kreislandjugendseelsorger war ,und weitere drei Jahre als Präfekt im Studienseminar in Traunstein, wo er auch im Annette-Kolb-Gymnasium Religionsunterricht gab. Über ein Vierteljahrhundert wurde, vor 40 Jahren, dann die Pfarrei Kirchanschöring seine Heimat. Für seine großen Verdienste in Pfarrei und Gemeinde wurde dem beliebten Pfarrer der Ehrenring der Gemeinde Kirchanschöring verliehen und ein unvergesslicher Abschied geschenkt. Während seiner Amtszeit wurden unter anderem eine neue Orgel erworben, das Pfarrzentrum mit Pfarrhaus gebaut, das Pfarrfest ins Leben gerufen und eine Partnerschaft mit der Pfarrei Lichnowy in Polen ins Leben gerufen. Bei einem Besuch in der Partnerpfarrei durfte Pfarrer Kronast auch Lech Walesa, den vorherigen polnischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger kennenlernen.

2011 wechselte Kronast als Pfarrvikar zum Pfarrverband Anger-Aufham-Piding und betreute als zweiter Pfarrer etwa 6400 Katholiken, so auch die Wallfahrtskirche Höglwörth. 2016 wurden nochmals die Umzugskartons gepackt, denn es war Zeit für den wohlverdienten Ruhestand. Wie Kronast sagt, sei er weiterhin in der Gemeinde Amerang zu Hause und so wollte er gerne in Heimatnähe seinen Lebensabend verbringen und so führte ihn der Weg zum Pfarrverband Obing. „Der Hobby-Fotograph mag es bescheiden und poetisch“ so ist in dem Bericht zum seinem 40. Priesterjubiläum zu lesen. Bereits seit seiner Studienzeit verfasst Christoph Kronast weltliche und geistliche Gedichte. Viele Pfarrbriefe und Veranstaltungen werden durch seine Beiträge und schönen Fotos bereichert. Viele Motive findet der begeisterte Hobby-Fotograph bei seinen Spaziergängen am Obinger See und durch die Umgebung. Einen besonderen Stellenwert im Leben des Jubilars haben auch die Feldpostbriefe seiner Onkel, aus denen erschon mal bei Veranstaltungen vorlesen mag. Er freut sich über etliche alte Ansichtskarten, besondere Exemplare ab dem Jahr 1901 zählen zu der Sammlung. Gerne ist der gesellige Ruhestandspfarrer bei Veranstaltungen und in den Vereinen gesehen. Als geistlicher Begleiter zählt er zur Vorstandschaft des örtlichen Männervereins und ist gerne dabei, wenn sich die Senioren, oder der VdK-Ortsverband treffen.

Christoph Kronast hat es nie bereut Priester zu werden, sein Primizspruch: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe zueinander habt“ (Joh, 13,35) wurde zum Leitgedanken seines Priesterlebens und wie Ortspfarrer David Mehlich bekundet „Wir sind froh, dass er bei uns ist“. Diese Worte hört man oft, denn Pfarrer Kronast ist fest ins Seelsorger-Team eingebunden. Ohne unseren Ruhestandler ginge es nicht, so bringt es Pfarrer Mehlich auf den Punkt.

Bericht und Bilder: Emmy Künzner-Hingerl –   auf einem kleinen landwirtschaftlichen Anwesen in Unterratting ist Christoph Kronast aufgewachsen und Bulldog-fahren gehörte bei den Besuchen bei seinem Firmpaten dazu, ein Bild aus dem Jahr 1956 (Foto Privat)

– Nicht nur die schöne Landschaft fotografiert Christoph Kronast, hin und wieder gehören schon auch ein „Selfi“ zu den Erinnerungsstücken, das hier ist im April dieses Jahres entstanden (Foto Privat)

– ein sehr beliebter Seelsorger wird 80, das Bild entstand letzten Sonntag beim Jubiläumsgottesdienst des Imkervereins am Hilgerhof


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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