Törwang – Weihrauch zog durch die Törwanger Pfarrkirche, vor den Altären lagen liebevoll gebundene Kräuterbüschl und durch die Kirchenfenster fiel das helle Licht eines hochsommerlichen Augusttages: Mit einem feierlichen Gottesdienst hat die Pfarrei Törwang am 15. August das Patrozinium ihrer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gefeiert.

Der 15. August ist für Törwang ein besonderer Tag. Mit dem Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel begeht die Pfarrkirche zugleich ihr Patronatsfest – gewissermaßen ihren Namenstag. Entsprechend festlich wurde der Gottesdienst gestaltet, den Pater Gabriel von der Benediktinerabtei St. Georgenberg in Tirol gemeinsam mit Diakon Günter Schmitzberger und Gemeindereferentin Conny Gaiser feierte.

Zu den festen Traditionen an Mariä Himmelfahrt gehört die Segnung der Kräuterbüschl. Zahlreiche Gläubige hatten dafür bunt gebundene Sträuße und Körbe mit Kräutern und Blumen in die Kirche gebracht. Während des Gottesdienstes wurden sie gesegnet. Zugleich wurde die Marienweihe erneuert.
Die farbenprächtigen Kräuter und Blumen vor den barocken Altären, der aufsteigende Weihrauch und das durch die Fenster einfallende Sonnenlicht verliehen dem Gottesdienst eine besonders festliche Atmosphäre. Eine alte kirchliche Tradition wurde damit auch in diesem Jahr lebendig weitergetragen.

Nach dem Gottesdienst verlagerte sich das Geschehen von der Kirche hinaus auf den Törwanger Dorfplatz. Bei bestem Sommerwetter nahm dort die Musikkapelle Samerberg unter der Leitung von Benedikt Paul Aufstellung. Aus dem Standkonzert entwickelte sich rasch ein geselliges Pfarrfest mitten im Dorf. Viele Besucher blieben nach dem Gottesdienst noch zusammen, hörten der Blasmusik zu und nutzten den Feiertag für Gespräche und Begegnungen.

Auch bei der Bewirtung hatte man das weitere Festgeschehen auf dem Samerberg im Blick. Da viele Samerberger anschließend noch zur Jubiläumsfestwoche des Trachtenvereins nach Grainbach weiterziehen wollten, wurde das kulinarische Angebot bewusst unkompliziert und etwas kleiner gehalten. Statt warmer Speisen gab es belegte Brötchen und kalte Getränke auf Spendenbasis. Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgten dafür, dass es den Gästen dennoch an nichts fehlte.

Auch die Bücherei beteiligte sich am Pfarrfest und bot bei einem kleinen Flohmarkt Bücher und DVDs an. So entstand rund um Kirche und Rathaus ein ungezwungenes Miteinander, bei dem sich kirchlicher Feiertag, Blasmusik und dörfliche Gemeinschaft auf selbstverständliche Weise miteinander verbanden.

Damit zeigte das Törwanger Kirchenpatrozinium auch in diesem Jahr seine beiden Seiten: auf der einen Seite die feierliche kirchliche Tradition mit Kräuterweihe und Marienverehrung, auf der anderen das gemeinschaftliche Leben eines Dorfes, das nach dem Gottesdienst noch gerne zusammenblieb.

Zwischen Kräuterduft, Weihrauch und Blasmusik wurde Mariä Himmelfahrt in Törwang so nicht nur als hoher kirchlicher Feiertag begangen, sondern zugleich als Fest der Pfarrgemeinde und der Dorfgemeinschaft.
Fotos: Rainer Nitzsche


