Aktionstag für Menschen mit Behinderung rund ums Haus zur Wildnis
So voll ist’s selbst im Nationalparkzentrum Falkenstein selten. Denn am Mittwoch strömten rund 300 Besucher aus Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ins Areal rund ums Haus zur Wildnis. Der Nationalpark hatte in Kooperation mit dem Landratsamt Regen zum Aktionstag eingeladen. Dabei ging’s vor allem darum, die Natur mit allen Sinnen auf spielerische und kreative Weise zu entdecken.
Dafür war jede der 25 Gruppen an verschiedenen Stationen unterwegs. Es gab Kreativ-Stopps, wo zum Beispiel Baumgesichter oder Naturbilder gestaltet wurden, und Bewegungseinheiten, etwa beim Fichtenzapfen-Korbwurf oder beim Barfußpfad. Dazu standen viele spannende Naturinfos rund um die Tiere und Pflanzen im Schutzgebiet auf dem Programm. Zur Mittagszeit wurde schließlich zur Erinnerung noch ein Gruppenfoto mit allen Teilnehmenden gemacht.

Im Anschluss daran gab’s noch einen kleinen offiziellen Teil. Dabei dankte Nationalparkleiterin Ursula Schuster nicht nur allen Gästen fürs Kommen, sondern vor allem allen Unterstützern und Helfern fürs Engagement. Neben Nationalpark-Mitarbeitern und Rangern waren auch ehrenamtliche Waldführer, Teilnehmende am Freiwilligen ökologischen Jahr und Commerzbank-Umweltpraktikanten im Einsatz und haben die Stationen aufgebaut oder die Führung der Gruppen übernommen.
„Teilhabe und Inklusion sind für uns keine Nebenaufgabe, sondern ein wichtiges Anliegen“, betonte Schuster. Nicht nur bei Veranstaltungen, wie der achten Auflage des Aktionstags, sondern auch für Individualbesucher. „Unsere Nationalparkeinrichtungen sind auf den Besuch von Menschen mit Behinderung ausgerichtet. Darüber hinaus haben wir mittlerweile fünf barrierearme Wege gebaut, bei denen man auch mit dem Rollstuhl unsere wilde Natur entdecken kann, wenn man will gern auch geführt.“ Daher lud die Nationalparkchefin alle Besucher explizit nochmal dazu ein, diese Angebote wahrzunehmen: „Nehmt den Nationalpark im Herzen mit nach Hause – und kommt dann wieder vorbei.“

Regens Landrat Dr. Ronny Raith fragte erstmal, ob’s den Gästen gefallen hatte – und erntete dafür tosenden Applaus. „Das allein ist doch das schönste Lob“, fand der Landkreischef. „Wenn es bei so einem Tag viel Freude gibt, freut’s mich auch.“ Er dankte ebenfalls allen Beteiligten, denn „es ist nicht selbstverständlich, dass so ein Tag durchgeführt wird“. Das bestätigte auch Markus Scheuermann, Behindertenbeauftragter des Bezirks Niederbayern. „Ich freue mich über jede Aktion bei diesem Thema, macht’s gern weiter so.“
„Das war ein wirklich toller Tag“, resümiere letztendlich Helmut Plenk, stellvertretender Landrat und Behindertenbeauftragter im Landkreis Regen. Er lobte die vielen barrierefreien Angebote im Nationalpark und sagte auch für die Zukunft Hilfe zu: „Derartige Aktionen werden wir immer unterstützten.“
Wiederholt wurde der Tag von der Firma Wallstabe & Schneider aus Niederwinkling mit 3000 Euro finanziert, womit Verpflegung und Organisation sowie der Transport einer 20-köpfigen Gruppe der Barmherzigen Brüder aus Straubing sichergestellt werden konnte. Für die Buskosten der Gruppen aus dem Landkreis Regen sprangen der VdK-Kreisverband mit 2000 Euro sowie das Wirtschaftsforum des Landkreises Regen und die VR-GenoBank DonauWald mit je 500 Euro ein.


