Klimawandel stellt den (Schutz-)Wald vor große Herausforderungen Wie kann ein Wald der Zukunft aussehen?
Wie fit ist unser Schutzwald für die Zukunft?
Diesen Fragen gingen Anfang Mai 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Biosphären-Verwaltungsstelle und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein bei einer Exkursion am Müllnerberg in Bad Reichenhall nach. Antworten darauf, wie der Wald der Zukunft aussehen kann, gibt am 25. Juni eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bayerischen Amt für Waldgenetik (AWG) am Waldlehrpfad Osing bei Laufen.
Bei der Exkursion am Müllnerberg führte Revierleiter Thomas Ritter die Gruppe vom Parkplatz Kibling bis in höher gelegene Schutzwaldbereiche des Stadtwaldes Bad Reichenhall. Im Mittelpunkt der Führung standen die Herausforderungen, vor denen die Bergwälder im Zuge des Klimawandels zunehmend stehen. So zeigt der Müllnerberg beispielhaft, welche zentrale Bedeutung intakte Schutzwälder für die Region haben: Sie schützen Siedlungsräume und Infrastruktur vor Steinschlag, Lawinen und Erosion, speichern Wasser und bieten gleichzeitig wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig werden die Belastungen für diese Wälder größer. Trockenstress, Borkenkäfer, Sturmereignisse und zunehmende Hitzeperioden setzen insbesondere bislang prägende Baumarten wie Fichte, aber teilweise auch Buche, sichtbar unter Druck. „Ein Schutzwald ist keine Selbstverständlichkeit. Er muss stabil, vielfältig und anpassungsfähig sein, damit er seine Schutzfunktion auch künftig erfüllen kann“, erläuterte Ritter während der Veranstaltung. Ein zentrales Thema war die Frage, wie Schutzwälder aktiv für die Zukunft entwickelt werden können.
Diskutiert wurden klimaangepasste Baumarten, Wiederbewaldung nach Schadereignissen, Naturverjüngung sowie die Herausforderungen auf extremen Standorten mit flachgründigen Böden, Trockenstress und Wildtiermanagement. Deutlich wurde auch die Bedeutung einer funktionierenden und verantwortungsvoll geplanten Walderschließung. Forstwege sind nicht nur Grundlage für die Bewirtschaftung und Pflege von Schutzwäldern. Sie ermöglichen Waldschutzmaßnahmen, Wiederbewaldung, Holzernte, Pflegeeingriffe und schaffen im Ernstfall wichtige Voraussetzungen für Zugang und Gefahrenabwehr. Die aktuellen Ereignisse rund um den Waldbrand am Saurüsselkopf in Ruhpolding verdeutlichen zusätzlich, wie wichtig es ist, Schutzwälder nicht erst im Krisenfall in den Blick zu nehmen, sondern langfristig vorausschauend zu entwickeln. Vielfältige, stabile und gepflegte Wälder sind die beste Investition in Sicherheit, Klimaanpassung und den langfristigen Schutz der Menschen im Alpenraum.
Antworten genau auf diese Fragen, wie es unseren Wäldern geht und was für den Wald von morgen getan wird, gibt es am Donnerstag, 25. Juni 2026, von 17:30 Uhr bis 19 Uhr bei einer Führung am Waldlehrpfad Osing bei Laufen. Trockenheit, Hitze und Stürme setzen vielen Wäldern zunehmend zu. Gleichzeitig bestehen zahlreiche Bestände aus nur einer Baumart und sind damit besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Der Wald der Zukunft soll daher vielfältiger, widerstandsfähiger und aus verschiedenen klimarobusten Baumarten zusammengesetzt sein.
Unter fachkundiger Begleitung des Bayerischen Amtes für Waldgenetik (AWG) werfen die Teilnehmenden einen Blick auf Baumarten, die als Alternativen für den Waldumbau infrage kommen: Wie viel Wasser brauchen sie? Wie gehen sie mit Hitze um? Welche Chancen und Grenzen gibt es im praktischen Waldbau? Von der Auswahl geeigneter Baumarten bis zur Gewinnung des passenden Saatguts wird Schritt für Schritt deutlich, wie neue Wälder entstehen und warum die Wahl der richtigen Baumarten und Herkünfte entscheidend für die Zukunft unserer Wälder ist. Diese Führung ist eine gemeinsame Veranstaltung des Bayerischen Amtes für Waldgenetik und der Biosphären-Verwaltungsstelle.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung bis zum 22.06.2026 unter Email: veranstaltung-brbgl@reg-ob.bayern.de oder Tel: 08654 30946-10 wird gebeten. Weitere Informationen zu dieser und weiteren Biosphären-Veranstaltungen gibt es im Veranstaltungskalender im Bereich „Besuchen & Erleben“ unter www.biosphaerenregion-bgl.de.
Bericht: Regierung von Oberbayern – Foto: Dr.-Muhidin-Šeho, AWG Wie kann ein Wald der Zukunft ausschauen? Gemeinsame Veranstaltung mit dem Amt für Waldgenetik am Osinger Lehrpfad.



