Im April 2026 erzielt das bayerische Bauhauptgewerbe einen baugewerblichen Umsatz von rund 1,93 Milliarden Euro und somit 4,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Tiefbau steigt der Umsatz gegenüber April 2025 in allen Bausparten, während im Hochbau einzig für den Wohnungsbau höhere Umsatzzahlen nachgewiesen werden. Der Gesamtwert der Auftragseingänge im bayerischen Bauhauptgewerbe liegt im April 2026 bei 1,99 Milliarden Euro und damit gegenüber April 2025 um 14,6 Prozent höher.
Schweinfurt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, steigt der Umsatz des bayerischen Bauhauptgewerbes im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,5 Prozent bzw. rund 83 Millionen Euro.
Umsatzsteigerung in den meisten Bausparten
In vier von sieben Bausparten werden Umsatzzuwächse zwischen 7,0 Prozent (Straßenbau) und 8,9 Prozent (öffentlicher Tiefbau für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen) verzeichnet. Die wertmäßig größte Steigerung entfällt mit 37,6 Millionen Euro auf den Wohnungsbau (+8,4 Prozent). In den drei Bausparten gewerblicher und industrieller Hochbau (-5,1 Prozent), öffentlicher Hochbau für Organisationen ohne Erwerbszweck (-12,2 Prozent) sowie öffentlicher Hochbau für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen (-1,0 Prozent) sinken die Umsätze.
Auftragssteigerungen hauptsächlich im Tiefbau
Die Auftragseingänge im bayerischen Bauhauptgewerbe steigen im April 2026 um 14,6 Prozent bzw. gut 253 Millionen Euro auf knapp zwei Milliarden Euro. Die größten absoluten Steigerungen liegen mit jeweils ungefähr 110 Millionen Euro im Bereich des gewerblichen und industriellen Tiefbaus (+36,0 Prozent) und des Straßenbaus (+38,6 Prozent).
Auch im Hochbau sind Auftragssteigerungen zu verzeichnen. Die größte Steigerung um
20 Millionen Euro (+18,0 Prozent) erfährt der öffentliche Hochbau für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen. Rückläufige Auftragseingänge werden dagegen im öffentlichen Hochbau für Organisationen ohne Erwerbszweck und im Wohnungsbau verzeichnet. Hier gehen die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahresmonat um 34,8 Prozent bzw. 1,5 Prozent zurück.
Konstanter Personalstand im Bauhauptgewerbe
Ende April 2026 sind im bayerischen Bauhauptgewerbe insgesamt 108 419 Personen tätig und damit 0,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Beschäftigten leisten an 20 Arbeitstagen gut 10,8 Millionen Arbeitsstunden, die mit 486 Millionen Euro Entgelt vergütet werden. Im April 2025 wurden an 20 Arbeitstagen ebenfalls 10,8 Millionen Arbeitsstunden geleistet, die mit einem Gesamtentgelt von rund 466 Millionen Euro entlohnt wurden.
Preisbereinigt moderate Entwicklung im Wohnungsbau – Tiefbau bleibt robuster
Nominal liegen die Auftragseingänge in etwa auf dem Niveau des Bezugsmonats des Basisjahres 2021, gehen preisbereinigt jedoch um 32,2 Prozentpunkte zurück (siehe Grafik 1). Beim Umsatz zeigt sich nominal ein Plus von 20,4 Prozentpunkten gegenüber April 2021, real hingegen nur von 2,6 Prozentpunkten.
Im Wohnungsbau (siehe Grafik 2) liegen die Aufträge im aktuellen Monat real 89,5 Prozentpunkte unter dem Niveau des April 2021. Die große Differenz erklärt sich auch durch den außergewöhnlich hohen Basiswert im April 2021, der auf mehrere Großaufträge zurückzuführen war. Die realen Umsätze unterschreiten den Vergleichswert von 2021 um 22,6 Prozent.
Im Vergleich der Bausparten übertrifft der Tiefbau die Entwicklung von Umsätzen und Auftragseingängen im Hoch- und Wohnungsbau seit März 2023 (siehe Grafik 3). Projekte für die Energie- und Verkehrsinfrastruktur stützen nun schon im dritten Jahr die Gesamtentwicklung des bayerischen Bauhauptgewerbes.
Bericht: Bayerisches Landesamt für Statistik – Foto: Hötzelsperger



