Der Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, Armin Schalk, sieht die am Montag, 25. Mai, veröffentlichte erste Enzyklika von Papst Leo XIV. als „wichtigen kirchlichen Beitrag zur Gestaltung der digitalen Transformation“. Die Enzyklika Magnifica Humanitas stelle „mit bemerkenswerter Klarheit die Frage, wie technischer Fortschritt dem Menschen dienen kann – und nicht umgekehrt“ und bestätige damit die bisherige Arbeit des Diözesanrats zu diesem Thema.
„Papst Leo XIV. macht deutlich, dass Künstliche Intelligenz niemals Selbstzweck sein darf. Maßstab jeder technologischen Entwicklung muss die Würde des Menschen bleiben“, erklärte Schalk. Dies entspreche der Stellungnahme des Diözesanrates, der sich bereits 2024 in einem Positionspapier mit den ethischen und gesellschaftlichen Folgen von KI auseinandergesetzt habe. „Auch wir haben betont: KI kann Chancen eröffnen, sie darf aber nicht zu neuer sozialer Ungleichheit, zu Entmenschlichung oder zu einer Kultur der bloßen Effizienz führen.“ Nach Ansicht des Diözesanratsvorsitzenden ergeben sich daraus klare Maßgaben: „Fortschritt braucht Werte, Solidarität und Verantwortung.“ Das gelte besonders im Hinblick auf die Situation arbeitender Menschen. „Arbeit ist nicht nur Mittel zum Lebensunterhalt, sondern drückt Würde aus, stiftet Sinn und vermittelt Selbstwirksamkeit. Es kommt jetzt darauf an, dass wir eine breite gesellschaftliche Debatte darüber führen, wie man der entscheidenden Bedeutung von Arbeit im Angesicht von Künstlicher Intelligenz, wegfallenden Arbeitsplätzen und Transformationen gerecht werden kann.“
Besonders hob Schalk die deutliche Kritik des Papstes an einem „technokratischen Paradigma“ hervor, das Entscheidungen allein nach Kriterien von Effizienz, Kontrolle und Profit ausrichte. „Die Kirche darf sich nicht darauf beschränken, technologische Entwicklungen staunend zu beobachten. Sie muss fragen, welche Auswirkungen sie auf Arbeit, Demokratie, Bildung, Beziehungen und Frieden haben und diese Debatte mitgestalten.“ Die Enzyklika setze, so der Vorsitzende des Diözesanrates, „ein starkes Zeichen für eine menschenwürdige Gestaltung des digitalen Zeitalters“. Kirche müsse dabei Anwältin der Menschen bleiben, „besonders dort, wo Menschen Gefahr laufen, in einer zunehmend automatisierten Welt übersehen, ersetzt oder wirtschaftlichen Interessen untergeordnet zu werden“. (fho)
Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat – Foto: Hötzelsperger – Hinweis: Das Positionspapier des Diözesanrats zur Künstlichen Intelligenz und weitere Ressourcen zu diesem Thema sind online unter www.dioezesanrat-muenchen.de verfügbar.



