Natur & Umwelt

3. Burghauser Energiegipfel

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Stadt Burghausen lädt am 27. Oktober in den Stadtsaal – Experten informieren über den steigenden Strombedarf der Industrie, neue Kraftwerksprojekte und den Ausbau der Energieinfrastruktur

Burghausen. 19. Oktober 2026. Die Industrie im südostbayerischen Chemiedreieck benötigt enorme Mengen an Strom und Energie – heute und in Zukunft. Doch wie kann dieser Bedarf langfristig zuverlässig, bezahlbar und zunehmend klimafreundlich gedeckt werden? Welche Rolle spielen dabei Windenergie, Gaskraftwerke und Wasserstoff? Und warum sind neue Stromtrassen und große Umspannwerke notwendig? Mit diesen zentralen Fragen für die Zukunft des Wirtschafts- und Industriestandorts beschäftigt sich der 3. Burghauser Energiegipfel am Dienstag, 27. Oktober 2026, um 18 Uhr im Stadtsaal Burghausen. Unter dem Titel „Versorgungssicherheit und Transformation – Energiezukunft im ChemDelta Bavaria“ lädt die Stadt Burghausen alle Interessierten ein, sich aus erster Hand über die Energieversorgung der Industrie sowie aktuelle und geplante Infrastrukturprojekte in der Region zu informieren.

Die Energieversorgung des südostbayerischen Chemiedreiecks steht vor einem grundlegenden Wandel. Die energieintensiven Unternehmen benötigen auch künftig große Mengen an Strom, Gas und weiteren Energieträgern, um ihre Produktionsstandorte wettbewerbsfähig betreiben zu können. Gleichzeitig verändern sich durch die Energiewende die Anforderungen an Energieerzeugung, Transport und Speicherung. In Burghausen und der umliegenden Region sind deshalb mehrere große Energie- und Infrastrukturprojekte in Planung, die für die Zukunft des Industriestandorts von entscheidender Bedeutung sind.

Transparenz schaffen und Zusammenhänge verständlich erklären

Mit dem mittlerweile dritten Energiegipfel setzt die Stadt Burghausen ihre Informations- und Dialogreihe zu den Herausforderungen der industriellen Energieversorgung fort. Ziel ist es, die unterschiedlichen Entwicklungen zusammenzuführen, technische und wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich darzustellen und den direkten Austausch zwischen Projektverantwortlichen, Politik und Bevölkerung zu ermöglichen.

„Eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für die Zukunft unserer Industrie und damit für die wirtschaftliche Stärke der gesamten Region. Die geplanten Kraftwerke, Stromtrassen und Umspannwerke werden unsere Stadt und ihr Umfeld über viele Jahre prägen. Deshalb ist es uns wichtig, frühzeitig und umfassend zu informieren, Zusammenhänge aufzuzeigen und die Fragen und Anliegen der Bevölkerung ernst zu nehmen“, betont Erster Bürgermeister Florian Schneider.

Von der Windenergie bis zum neuen Gaskraftwerk

Zum Auftakt der Fachvorträge wird Dr. Georg Weichselbaumer für ChemDelta Bavaria die aktuelle Energiesituation und den zukünftigen Energiebedarf der regionalen Industrie beleuchten. Dabei geht es insbesondere um die Frage, welche Mengen an Energie die Unternehmen künftig benötigen, welche Energieträger zum Einsatz kommen und welche Anforderungen an eine sichere und wettbewerbsfähige Versorgung gestellt werden. Anschließend stehen konkrete Projekte im Mittelpunkt: Vertreter des Unternehmens Qair informieren über den Planungsstand des Windparks und dessen möglichen Beitrag zur Stromversorgung der Region und ihrer Industrie. RWE stellt die geplanten Kraftwerksprojekte in Burghausen vor und erläutert, welche Rolle die wasserstofffähigen Gaskraftwerke künftig für die Versorgungssicherheit und Netzstabilität spielen könnten. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau der Stromnetze. Vertreter des Übertragungsnetzbetreibers TenneT erläutern die Planungen für neue Stromtrassen und das Umspannwerk. Dabei sollen auch Fragen aufgegriffen werden, die in der öffentlichen Diskussion eine wichtige Rolle spielen: Warum werden zusätzliche Leitungen benötigt? Welche technischen und räumlichen Anforderungen bestehen? Und nach welchen Kriterien werden Standorte und Trassenverläufe festgelegt?

Podiumsgespräch bietet Raum für Fragen aus der Bevölkerung

Im Anschluss an die Impulsvorträge kommen Vertreter aus Industrie, Energiewirtschaft und weiteren beteiligten Bereichen zu einer gemeinsamen Podiumsdiskussion zusammen. Die Gesprächsrunde wird von Erstem Bürgermeister Florian Schneider moderiert. Auch Dr. Jutta Matreux, Werkleiterin von WACKER Burghausen, dürfen wir als Podiumsgast begrüßen. Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen zwischen dem Energiebedarf der Industrie, der künftigen Stromerzeugung, dem Netzausbau und der Versorgungssicherheit. Dabei sollen unterschiedliche Sichtweisen beleuchtet und die Bedeutung der Projekte für den Wirtschaftsstandort und die gesamte Region diskutiert werden.

Ausdrücklich erwünscht sind auch Fragen aus dem Publikum. Die Besucher haben Gelegenheit, ihre Anliegen direkt an die Fachleute und Projektverantwortlichen zu richten.

Einladung an alle Interessierten

Die Stadt Burghausen lädt alle Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kommunen herzlich zum dritten Energiegipfel ein. „Gerade bei großen Energie- und Infrastrukturprojekten, die für unsere Industrie notwendig sind und gleichzeitig Auswirkungen auf unsere Region haben, braucht es Transparenz, Information und einen offenen Dialog. Nur wenn die Hintergründe und Zusammenhänge nachvollziehbar sind, können Verständnis und Akzeptanz entstehen. Dazu möchten wir mit unserem Energiegipfel einen Beitrag leisten“, so Bürgermeister Schneider.

  1. Burghauser Energiegipfel

 Thema: Versorgungssicherheit und Transformation – Energiezukunft im ChemDelta Bavaria

Termin: Dienstag, 27. Oktober 2026, 18 Uhr

Ort: Stadtsaal Burghausen

Veranstalter: Stadt Burghausen

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Bericht: Stadt Burghausen – Foto: Archivbild aus dem Jahr 2025/ Manuela Fuchs, Fotografie 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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