Bayerwald-Wappentier zieht in Grundschul-Außengelände ein
Er ist schon in der Natur eine wahre Schau, der stolze Auerhahn. Ganz ohne Distanz lässt sich das sonst so scheue Bayerwald-Wappentier an der Grundschule Zwiesel nun hautnah erleben. Denn im Außenbereich hat der Vogel ab sofort sein eigenes Reich. Die Nationalpark-Partnerschule setzte das Tier zusammen mit der Glasfachschule Zwiesel, der Stadt Zwiesel und dem Nationalpark Bayerischer Wald gekonnt in Szene. Nun wurde der Bereich rund um ein gläsernes Unikat feierlich eingeweiht.
Der Hingucker schlechthin ist eine 1,60 Meter hohe Glasinstallation. Auf einer beständigen Holzkonstruktion haben Schülerinnen und Schüler der Glasfachschule hunderte Einzelteilchen zu einem einzigartigen Tierpuzzle zusammengesetzt. Das authentische Auerhahn-Abbild kann nun gut behütet von einem kleinen Holzschindel-Dach bestaunt werden. Es ist der Blickfang des neu entstandenen Auerhahn-Areals, dessen Konzept die Schüler der letztjährigen zweiten Klassen zusammen mit einem Waldführer-Team vom Nationalpark erarbeitet hatten.
Im Vorfeld dazu boten zwei Ranger eine Lehrer-Fortbildung zum Auerhahn an. Es folgte eine Exkursion der Grundschüler ins Haus zur Wildnis, wo nach einem Projekttag Ideen gesammelt wurden. Und die können sich sehen lassen: Drei Tafeln in Auerhahn-Form informieren nun über das scheue Tier, regen zum Spielen an und geben Tipps zum Verhalten im Wald. Im Außengelände findet sich eine Auerhahn-Familie aus Holz, die im Kunstunterricht bemalt wurde. Und gut versteckt tarnen sich die Silhouetten der Auerhahn-Gegenspieler: Marder, Fuchs, Eule, Wildschwein und Mensch. Sogar ein Wurzelteller wurde eigens platziert, damit die hölzernen Auerhühner einen passenden Lebensraum vorfinden.

„Wir möchten, dass die Kinder unsere Natur kennenlernen. Und manchmal beginnt das Entdecken schon vor der eigenen Haustür – oder sogar auf unserem Pausenhof“, so Schulleiterin Corinna Lang, die sich bei allen Beteiligten herzlich für die Unterstützung beim Projekt bedankte, allen voran bei ihren Schülerinnen und Schülern, die sich intensiv mit den Auerhühnern beschäftigt hatten. So haben die Kinder sogar die Infotexte selbst entworfen. „Dabei seid ihr selbst zu kleinen Wissensvermittlern geworden.“
„Da wisst ihr jetzt sicher mehr über die Auerhühner als ich“, sagte schließlich Zwiesels Bürgermeister Karl-Heinz Eppinger. „Aber zum Glück kann ich mich an euren Tafeln jetzt perfekt informieren.“ Die Kinder der dritten Klassen standen dann auch beim Rahmenprogramm im Vordergrund. Sie trugen Lieder, ein Gedicht und sogar einen Tanz rund ums imposante Raufußhuhn vor, stets begleitet von großem Applaus.
Sabine Wiedemann, Lehrerin an der Glasfachschule, erklärte der Festgemeinde anschließend noch, wie das Kunstwerk aus unzähligen einzelnen Glasteilchen, Dreiecken, Tropfen und Co., zusammengesetzt wurde. Ein Jahr Arbeit steckte letztendlich im gläsernen Auerhahn. „Es war eine Ehre für uns, auch wenn wir am Ende ein bisschen traurig waren, ihn abzugeben. Aber hier ist er auf jeden Fall schön aufgehoben“, so Wiedemann. „Und vielleicht bekommt er ja von euch sogar noch einen Namen.“
Wie seine Vorredner lobte Nationalpark-Umweltbildungsreferent Achim Klein nochmal ausdrücklich die tolle Zusammenarbeit aller Partner: „So viele Menschen waren beteiligt und jeder hat sich in irgendeiner Weise mit den Auerhühnernauseinandergesetzt. Das ist doch das Besondere an dem Projekt.“




