Kardinal Reinhard Marx ist überzeugt, dass die Kirche unterschiedliche Perspektiven auf Synodalität „gut miteinander in Verbindung bringen kann“. In seinem Bericht bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats am Freitag, 9. Oktober, in Ohlstadt kündigte der Erzbischof von München und Freising an, am 13. März kommenden Jahres auf einer Diözesanversammlung in Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Synodalen Weges und dem Abschlussdokument der Weltsynode erstmals einen Rechenschaftsbericht abzulegen und Ziele für die nächsten Jahre bekannt zu geben, zu denen er im darauffolgenden Rechenschaftsbericht Stellung nehmen wird.
Die Diözesanversammlung wird sich aus den beratenden Gremien des Erzbischofs zusammensetzen, unter Anderem der Vollversammlung des Diözesanrats, beratenden Gremien des Erzbischofs und weiteren Interessenvertreterinnen und -vertretern aus dem Erzbistum. Marx betonte, dass er auch in schwierigen Zeiten Hoffnung für die Kirche habe. Die Kirche „ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut. Wir bleiben weiter gemeinsam auf hoher See unterwegs.“
Auf globaler wie auf diözesaner Ebene gehe die Gesellschaft und mit ihr die Kirche nach Ansicht des Kardinals durch bedrückende Zeiten. Das Bekanntwerden des Ausmaßes des sexuellen Missbrauchs in der Kirche und der Rückgang der Mitgliederzahlen – somit langfristig auch der finanziellen Mittel – hätten viele Reformen notwendig gemacht, die für Ehrenamtliche manchmal schmerzhaft seien. Marx zeigte sich beeindruckt, dass in den letzten Jahren „ein neuer Wille, jetzt auch unter diesen Umständen Kirche zu sein“ gewachsen sei. In den Pfarreien und in den Gremien stelle er „neue Aktivität, neues Selbstbewusstsein“ fest und eine Einstellung, die „nicht resignativ ist, sondern positiv.“ In seiner eigenen Tätigkeit habe sich „durch die Dekanatsreform und die Reform unserer Arbeitsweise“ eine „viel intensivere Kommunikation durch die Ebenen“ eingestellt. „Das Rückgrat“ ist nach Überzeugung von Marx schließlich „die Kirche vor Ort, in der die Sakramente gefeiert werden und die jungen Menschen an den Glauben herangeführt werden“. Mit den Haupt- und Ehrenamtlichen in der Fläche gelte es, in einem engen Kontakt zu bleiben. Der Erzbischof bedankte sich außerdem bei den bisherigen Delegierten und Vorstandsmitgliedern des Diözesanrats für ihre Arbeit: „Dafür ein herzliches Vergelt‘s Gott“.
Der Diözesanrat ist das oberste Laiengremium der Erzdiözese. In die Vollversammlung werden Delegierte der Dekanatsräte sowie der katholischen Verbände und Organisationen entsandt. Bei der Herbstvollversammlung wurde in diesem Jahr außerdem an den beiden Versammlungstagen am 9. und 10. Oktober ein neuer Vorstand gewählt. Kardinal Marx feierte mit den rund 170 Delegierten einen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius in Ohlstadt. (fho)
Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat / Fotos: EOM -Kiderle
Armin Schalk als Diözesanratsvorsitzender im Amt bestätigt – Vollversammlung in Ohlstadt wählt Vorstand für oberstes Laiengremium
Der Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising hat Armin Schalk in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vollversammlung des obersten Laiengremiums der Erzdiözese in Ohlstadt, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, wählten ihn am Freitag, 9. Oktober, erneut in dieses Amt. „Es ist gerade eine unheimlich spannende Zeit in der Weltkirche“, sagte Schalk anlässlich seiner Wiederwahl. Sowohl in Rom als auch in Deutschland entwickle sich gerade viel weiter, so der Diözesanratsvorsitzende. Seiner Ansicht nach sei „der Diözesanrat mit seinen Anliegen in Rom angekommen“. Die Tagung, zu der Schalk dort im Oktober vergangenen Jahres als Mitglied des diözesanen Synodalen Gremiums eingeladen war, „hat uns Zuversicht und große Hoffnung gegeben. Gemeinsam mit Ihnen als Pilger der Hoffnung unterwegs zu sein, das ist meine Kernmotivation.“
Armin Schalk wurde außerdem Anfang Oktober als ein Vertreter des Synodalen Teams aus den Bistümern in das Nationale Synodale Team der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) berufen, das die im Rahmen des synodalen Prozesses der Weltkirche geplante Nationale Synodale Versammlung 2027 vorbereiten soll.
Am Freitag wurden in Ohlstadt zudem vier stellvertretende Vorsitzende des Diözesanrats gewählt: Die bisherige Seelsorgsregion Nord der Erzdiözese vertritt künftig Klaus Schex (58). Der Bankkaufmann und Betriebswirt stammt aus der Pfarrei St. Katharina Oberndorf und engagiert sich unter anderem im Vorstand des Dekanatsrates Mühldorf. Der Bankbetriebswirt Martin Utschneider (60) wurde für die bisherige Region Süd gewählt. Er ist im Pfarrgemeinderat seiner Heimatpfarrei St. Peter und Paul in Oberammergau und als Vorsitzender des Dekanatsrats Werdenfels-Rottenbuch aktiv. Die bisherige Region München vertritt Elvira Holzmayr-Goppel (52). Die Referentin im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus engagiert sich unter anderem als Vorstandsmitglied des Katholikenrats der Region München und des Dekanatsrats München-Südwest. Die Historikerin Katharina Maier (34) wurde als Vertreterin der Verbände gewählt. Sie ist seit 2024 Mitglied im Vorstand des Kolpingwerks im Diözesanverband München und Freising und engagiert sich in ihrer Heimatpfarrei St. Georg in Freising.
Im Rahmen des Gottesdienstes am Freitagabend verabschiedete Kardinal Reinhard Marx außerdem feierlich Monsignore Klaus-Peter Franzl aus dessen Amt als Diözesaner Beauftragter für den Diözesanrat der Katholiken, das er seit dem 1. Oktober 2007 innehatte. An seine Stelle tritt nun befristet bis zum 31. Oktober 2028 Christoph Klingan, Generalvikar der Erzdiözese München und Freising. Mit dieser befristeten Ernennung des Generalvikars, der schon bisher eng mit dem Vorstand des Diözesanrats zusammengearbeitet hat und bei den Vollversammlungen präsent war, soll die Bedeutung des Themas Synodalität im Erzbistum in dem Zeitraum bis zur von Papst Leo XIV. angekündigten „Kirchenversammlung“ zum Abschluss des weltweiten Synodalen Prozesses hervorgehoben werden.
Armin Schalk wurde 1967 in Augsburg geboren. Er ist seit 2006 Mitglied der Vollversammlung des Diözesanrates. Schalk ist Diplom-Ingenieur für Physikalische Technik und Leiter der deutschen Niederlassung einer weltweit tätigen mittelständischen Unternehmensgruppe im Hochtechnologiesektor. Seit 1995 engagiert Schalk sich als Lektor, Kommunionhelfer und Wortgottesdienstleiter in seiner Heimatpfarrei Forstern-Tading. Seit 2006 ist er ehrenamtlich in Gremien auf Dekanats- und Diözesanebene tätig, unter anderem als Vorsitzender des Dekanatsrats Erding von 2006 bis 2014, bevor er 2022 als Vorsitzender des Diözesanrates auf Hans Tremmel folgte. Armin Schalk ist seit 2024 Mitglied des Synodalen Gremiums der Erzdiözese.
Der Diözesanrat der Katholiken ist das oberste Laiengremium der Erzdiözese. In die Vollversammlung werden Vertreterinnen und Vertreter der Dekanatsräte, die sich wiederum aus Vertretenden der Pfarrgemeinderäte zusammensetzen, sowie Vertretenden der katholischen Verbände und Organisationen entsandt. Die rund 170 Teilnehmenden der konstituierenden Vollversammlung in Ohlstadt tauschten sich auch mit Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, aus. (fho)
Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat / Foto: EOM Kiderle







