Pferdesegnung, Blasmusik und gelebte Tradition beim Leonhardiritt in Roßholzen – Bürgermeisterin Susanne Kunz erstmals im Amt dabei
Roßholzen – Festliche Blasmusik, der Duft von Weihrauch und das Schnauben der Pferde: Der traditionelle Leonhardiritt hat am Sonntag viele Reiterinnen und Reiter sowie zahlreiche Zuschauer nach Roßholzen geführt. Bei mildem Herbstwetter blieb es zur Freude der Teilnehmer trocken. Rund um die Ortskirche bot sich ein farbenfrohes Bild mit geschmückten Rössern, festlichen Gespannen und Menschen in Tracht.

Mit ihrer Standarte und den festlich geschmückten Rössern ritten die Mitglieder des gastgebenden Leonhardivereins Rossholzen heute um die Kirche. Auf der grünen Standarte ist die Roßholzener Kirche verewigt – beim Umritt wurde dieses Bild lebendig: Pferde und Reiter davor, dahinter die Menschen aus dem Dorf und die Gäste. Ein schönes Sinnbild für das, was den Leonhardiritt ausmacht: die Verbundenheit mit unseren Tieren, der Glaube und eine Gemeinschaft, in der unterschiedliche Generationen ihren Platz haben.
Eingeladen hatte der Leonhardiverein Rossholzen unter Leitung seines Ersten Vorsitzenden Hans Schober. Unter den Gästen begrüßte Schober auch den Patenverein aus Nußdorf am Inn, der mit einer besonders starken Abordnung von Pferden und Reitern vertreten war. Gemeinsam erwiesen die Teilnehmer dem heiligen Leonhard die Ehre.

Diakon Günter Schmitzberger spendete, begleitet von den Ministranten, den Segen für Menschen und Tiere.
Den Auftakt bildete ein Gottesdienst unter freiem Himmel, den Diakon Günter Schmitzberger leitete. Die Musikkapelle Samerberg gestaltete die Feier musikalisch. Vor der Kirche hatten sich die Besucher versammelt, während die Pferde und Gespanne auf den anschließenden Umritt warteten.

Unter freiem Himmel versammelten sich zahlreiche Gläubige vor der Kirche in Roßholzen zum Gottesdienst. Die Musikkapelle Samerberg gestaltete die Feier musikalisch.
Dann setzte sich der Zug in Bewegung. Dreimal führte der Weg um die Kirche, vorbei an den Zuschauern und an Diakon Schmitzberger, der die Tiere und die Menschen segnete. Neben stattlichen Pferden waren auch Ponys und einige Esel dabei. Kinder ritten ebenso mit wie erwachsene Pferdefreunde; erfahrene Gespannführer lenkten ihre Kutschen durch den Ort. Festliche Geschirre, bunte Schleifen und herbstlicher Blumenschmuck unterstrichen den besonderen Charakter dieses Tages.

Hoch zu Ross führte der Weg dreimal um die Kirche von Roßholzen. Reiterinnen und Reiter unterschiedlicher Generationen beteiligten sich am traditionellen Leonhardiritt.
In der Ehrenkutsche nahmen zu Beginn Diakon Günter Schmitzberger, Samerbergs Erste Bürgermeisterin Susanne Kunz und Ministranten Platz. Für Kunz war die Teilnahme eine Premiere: Sie erlebte ihren ersten Leonhardiritt als amtierende Bürgermeisterin. In den folgenden Runden durften auch die weiteren Ministranten in der Ehrenkutsche mitfahren.

Gemeinsam mit Diakon Günter Schmitzberger und den Ministranten nahm Samerbergs Erste Bürgermeisterin Susanne Kunz in der Ehrenkutsche Platz. Für sie war es der erste Leonhardiritt als amtierende Bürgermeisterin.
„Nach der vielen Arbeit Schwere, an Leonhardi die Rösser ehre“: Die überlieferte Bauernregel beschreibt den Gedanken hinter dem Brauch. Die Segnung der Tiere ist im bäuerlichen Glauben verwurzelt und erinnert zugleich an die enge Verbindung zwischen Mensch und Pferd. In Roßholzen wird diese Tradition von unterschiedlichen Generationen gemeinsam getragen. Junge Reiterinnen und Reiter auf ihren Ponys gehörten ebenso selbstverständlich zum Umritt wie die älteren Rosserer auf dem Kutschbock.

Phillip und Emma beim Leonhardiritt in Roßholzen Mit Trachtenhut, festlichem Gewand und einem neugierigen Pony: Phillip und Emma waren heute beim Leonhardiritt dabei. Und während Phillip in die Kamera lächelt, scheint das Pony ihm noch schnell etwas ins Ohr flüstern zu wollen.
Nach der Pferdesegnung fand das Fest im und am Feuerwehrhaus seine gesellige Fortsetzung. Die Musikkapelle Samerberg sorgte auch dort für musikalische Unterhaltung. Ein gutes Dutzend Roßholzener Goaßlschnalzer ließ die Peitschen knallen und ergänzte den Klang der Blasmusik um einen weiteren vertrauten Bestandteil des heimischen Brauchtums. Bei einer Brotzeit und angeregten Gesprächen klang der Leonhardiritt aus – als Fest des Glaubens und als Gelegenheit, zusammenzukommen und eine gemeinsame Tradition lebendig zu halten.
Fotos & Beitrag: Rainer Nitzsche




