Kirche

Dankwallfahrt nach Maria Klobenstein

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Noch vor Sonnenaufgang, um 6 Uhr morgens, trafen sich die Marquartsteiner Trachtler an der Kirche zu ihrer Dankwallfahrt. Zwölf Kilometer Wegstrecke lagen vor den mehr als 20 Pilgern, die sich gemeinsam auf den Weg zur Wallfahrtskirche Maria Klobenstein machten. War es vor einem Jahr noch eine Bittwallfahrt mit der Hoffnung auf ein gutes Gaufest gewesen, so stand diesmal der Dank für ein Fest im Mittelpunkt, das erfolgreich und ohne Unfälle verlaufen war.

Vorstand Roland Polleichtner, Bürgermeister Andreas Scheck und die Trachtler ließen auf dem Weg die vielen schönen gemeinsamen Stunden Revue passieren. Ihre Gedanken galten den zahlreichen Helfern, dem gelebten Gemeinschaftssinn und dem harmonischen Miteinander, das sich von der Planung über den Aufbau und die Festtage bis hin zum gemeinsamen Abbau der Zelte erstreckte. Natürlich hatte es auch Unwägbarkeiten, Aufregung und Momente gegeben, in denen die Nerven blank lagen und die eine oder andere Portion „Rescue-Tropfen“ nötig war. Umso größer nun die Freude und Dankbarkeit darüber, dass alles so gut gelungen ist.

In der Wallfahrtskirche nahm Diakon Johannes Notter die Trachtler mit nach Galiläa und erinnerte an die biblische Erzählung aus dem Johannesevangelium, in der Jesus bei der Hochzeit zu Kana sein erstes Wunder vollbrachte.„Tut, was er euch sagt!“ – In diesem kurzen Satz der Gottesmutter Maria sah der Diakon eine Botschaft, die auch den heutigen Christen Orientierung geben kann. Aus Wasser wurde Wein. Notter griff dieses Wunder als Bild für das gemeinsame Unterwegssein auf: Jeder Mensch kommt mit seinen eigenen Gedanken, Sorgen und Hoffnungen, doch jeder kann etwas beitragen. Gerade darin liege das Wesen einer lebendigen Gemeinschaft.

Den Bogen zum Gaufest spannte der Diakon mit Blick auf die vielen Menschen, die mit angepackt hatten. Jeder habe an seinem Platz seinen Beitrag geleistet – manche sichtbar im Vordergrund, andere eher im Hintergrund. Erst das Zusammenspiel all dieser Kräfte habe das Gelingen des Festes möglich gemacht. Seine Botschaft: „Wenn jeder seinen Teil beiträgt, können wir gemeinsam viel bewegen.“Auch Marias Aufforderung „Tut, was er euch sagt!“ lasse sich auf das Leben in der Gemeinde übertragen: genau hinzuschauen, wo jemand gebraucht wird, und sich zu fragen, was man selbst beitragen könne. Die Ermutigung, die Notter aus dem Evangelium mitgab, brachte er auf den Punkt: „Wir müssen nicht das Wunder vollbringen. Wir sollen nur unseren Teil tun.“

Der Gottesdienst in der kleinen Wallfahrtskirche wurde so zu einem bewegenden Schlusspunkt unter das Gaufest – und zu einem Dank aus tiefstem Herzen. Mit vielen guten Gedanken und dem Bewusstsein, gemeinsam etwas Besonderes geschaffen zu haben, machten sich die Trachtler anschließend auf den Weg ins Gasthaus Klobenstein. Dort klang die Wallfahrt in geselliger Runde aus, während die Erlebnisse des Gaufestes noch einmal lebendig wurden. Denn was bleibt, ist mehr als die Erinnerung an ein gelungenes Fest: Es ist das gute Gefühl, gemeinsam etwas Großes geschafft zu haben. wun

Text und Foto: Sybilla Wunderlich  –  Diakon Johannes Notter hält die Messe in der Kirche Maria Klobenstein

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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