Der gemeinsame Jahrtag der Trachtenvereine „Die lustigen Wildenwarter“ und „Daxenwinkler“ Atzing ist seit Jahrzehnten dem Gedenken an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege sowie an die verstorbenen Vereinsmitglieder gewidmet. Ausrichter war heuer der Trachtenverein Wildenwart, dessen Vorstand Helmut Freund bei der Gedenkfeier am Kriegerdenkmal in Prutdorf den Wert des Friedens und den Zusammenhalt der beiden Vereine hervorhob.
Auf den Gedenktafeln stehen 110 Namen von Gefallenen und Vermissten, 36 aus dem Ersten und weitere 74 aus dem Zweiten Weltkrieg. „110 Männer aus unserer Heimat, die nicht mehr zu ihren Familien zurückgekehrt sind“, erinnerte Freund an die Schicksale hinter den Namen. Angesichts der aktuellen Kriege und Konflikte sei es umso wichtiger, sich bewusst zu machen, welch hohes Gut der Frieden darstelle. Dieser beginne bereits im Kleinen, in den Familien, Vereinen und Dörfern. Mit gegenseitigem Zuhören und der Achtung unterschiedlicher Meinungen könnten die Trachtler aus Atzing und Wildenwart ein Beispiel für gelebte Gemeinschaft und Zusammenhalt geben.
Im Jahr 2028 stehen besondere Ereignisse an: Die Wildenwarter feiern ihr 125-jähriges Vereinsjubiläum und richten in diesem Rahmen das Gautrachtenfest des Chiemgau-Alpenverbandes aus. Zugleich jährt sich die Errichtung des Kriegerdenkmals zum hundertsten Mal. Zwei besondere Jahrestage, deren Anlass unterschiedlicher kaum sein könnte, die jedoch beide fest zum Selbstverständnis und zur Geschichte der beiden Vereine gehören. Freund mahnte, die Erfahrungen der Vorfahren nicht zu vergessen und den Frieden auch für kommende Generationen zu bewahren.
Gemeinsam mit dem Atzinger Vorstand Konrad Huber legte Helmut Freund die Kränze der beiden Vereine nieder. Pfarrvikar Sinha Roy zelebrierte den Gottesdienst und begleitete das anschließende Gedenken am Kriegerdenkmal mit Gebeten. Die Blaskapelle Wildenwart sorgte für die musikalische Gestaltung der Feierlichkeiten. Zum Abschluss kamen die Trachtler in der Wildenwarter Schlosswirtschaft zusammen.
Bericht und Bilder: Michael Hötzelsperger

















