Kirche

Trauer um Bäcker-Regina von Altenbeuern

Trauerkarte von Regina Fischer, genannt Bäcker-Regina.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Eine breite Dorfbevölkerung nahm Abschied von Regina Fischer, „Bäcker-Regina“ von Altenbeuern. Innere Verbundenheit, Anteilnahme und Dankbarkeit bestimmten in den Tagen der Trauer das Gefühl im Dorf. Regina Fischer (*10. April 1935; †23. September 2026) stand im 91. Lebensjahr.

Nur wenige Wochen bedurfte sie ärztlicher Betreuung; nach einigen Tagen Krankenhausaufenthalt verstarb sie zu Hause, begleitet von den Schwestern Sabine und Hildegard und der Familie. Mit ihr starb ein Stück Dorfgeschichte.

Die Bäckerei in der Dorfmitte, ihre Heimat und ihr Domizil, war mehr als nur ein Geschäft; sie war Mittelpunkt und Treffpunkt für Generationen. Regina Fischer prägte das Geschäft. Offenheit, Freundlichkeit und ein klares Wort zur rechten Zeit, auch mit gewissem Nachdruck, zeichneten sie aus. Diesem Druck konnte sich kaum jemand widersetzen; ihre Worte und Anweisungen zählten. Dies galt auch, wenn sie einem Gemeindearbeiter „Anweisung“ erteilte, etwa „am Friedhofsweg gehört wieder aufgekiest“, oder wenn sie zu einem Baumschnitt mahnte.

Diese enge Verbundenheit zur Dorfumgebung und die Sauberkeit um das Anwesen gehörten einfach zu ihr und ihrer Schwester; selbst der Straßenbereich unterlag ihrer Obhut. Und sie war da, wenn man sie brauchte. „Waost das no, wie de` Regina`“, dieser Satzanfang bestimmte die Gesprächsführung beim Leichenschmaus, und viele Erinnerungen wurden geweckt.

Mit ihren zwei Schwestern wuchs sie im elterlichen Betrieb, der Bäckerei von Hans und Regina Fischer, auf. Der frühe Tod des Vaters war ein Wendepunkt im Leben der „Bäcker-Regina“; die Namensgebung blieb bis zu ihrem Tod eine Auszeichnung. Sie erlernte den Beruf, wurde Meisterin und führte den Betrieb mit der Mutter weiter. Fleiß, handwerkliches Können und Geschick zeichneten sie aus. Für viele Mitbürger waren die Regina-Brez’n, die es damals zweimal in der Woche gab, ein unbedingtes Muss, und die Creme-Schnitten in zwei Ausführungen gehörten dazu. Die Hausbank vor dem Laden war von der Dorfjugend belagert, Treffpunkt und Seelenort.

Regina Fischer blieb unverheiratet. Der Nachbarbub, gelernter Bäcker und Bäckermeister Markus Leitner, übernahm später den Betrieb, führte und entwickelte ihn weiter. So blieb das Bäckerwesen im Haus bestehen, eine Tradition im Dorf. Regina Fischer war dem Betrieb weiterhin eine Hilfe, ehe sie sich mit zunehmendem Alter zurückzog. Zu bestimmten Anlässen, wie beim Backen von Seelenzopf oder Hirschen zu Allerheiligen, zog es sie immer noch in die Backstube.

Pfarrer Christoph Rudolph setzte das Glaubenswort des „Vater unser“ – unser tägliches Brot gib uns heute – an den Beginn seiner Ausführungen. Die Verstorbene zeigte sich verantwortlich für die täglichen Bedürfnisse; sie gab das Brot. Das himmlische Brot, so der Geistliche, war ihr ein besonderes Anliegen; der Kirchenbesuch und der Grabbesuch gehörten zur Selbstverständlichkeit. Sie vertraute auch der Fürsprache Mariens von Birkenstein.

Bei einem Ratsch auf der Terrasse, wo sie fast täglich anzutreffen war, konnte man dem Aufruf „Geh weida, hock die a`bissl her`“ nicht ausweichen. So war sie eingebunden in die Belange und Veränderungen im Dorf. Kein Ereignis von Geburt, Hochzeit oder Trauerfall, das Regina über all die Jahrzehnte nicht auch innerlich und mit Tat begleitete.

Viele Trauergäste bei Beisetzung und Beerdigung belegten die enge Beziehung zur Verstorbenen. Die Verbundenheit zur Dorfgemeinschaft zeigten die Fahnenabordnungen der Frauengemeinschaft, der Freiwilligen Feuerwehr sowie des Trachtenvereins Immergrün Altenbeuern, dessen langjähriges Mitglied sie war. Musikbegleitung bei der Beisetzung, Chorgesang und Beerdigungsmusik begleiteten die Trauerfeier.

Bericht: Thomas Schwitteck

Bildunterschrift: Sterbebild von Regina Fischer (“Bäcker-Regina”).


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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