Land- & Forstwirtschaft

Unkraut vergeht nicht – oder doch?

Landwirte informierten sich beim Feldtag des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim am 10. September auf den Demonstrationsflächen in Prutting.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Mais spielt im Landkreis Rosenheim vor allem deshalb eine wichtige Rolle, weil er in der Milchviehhaltung als schmackhaftes und energiereiches Futter geschätzt wird. Damit sich der Mais gut entwickeln und die vorhandenen Ressourcen wie Wasser, Nährstoffe und Licht möglichst effizient nutzen kann, ist eine erfolgreiche Unkrautregulierung entscheidend.

Um verschiedene Bekämpfungsmöglichkeiten miteinander vergleichen zu können, legte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim zusammen mit der Hamberger GbR bei Waldering in der Gemeinde Prutting eine Demonstrationsfläche zur Unkrautbekämpfung im Mais an, die zahlreiche Landwirte bei einem Feldtag am 10. September besichtigten. Zwei Beispiele von der Demonstrationsfläche geben einen Einblick in die Unkrautbekämpfung: Bei der chemischen Unkrautbekämpfung werden mit der Feldspritze Pflanzenschutzmittel ausgebracht, die gegen Unkräuter wirken und zugleich vom Mais vertragen werden. Auf der Demonstrationsfläche war die chemische Variante nahezu unkrautfrei. Mehrjährige Feldversuche der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zeigen, dass chemische Verfahren Unkraut im Durchschnitt wirksamer und kostengünstiger bekämpfen als mechanische Verfahren. Bei wiederholtem Einsatz derselben Wirkstoffe können sich aber resistente Unkräuter ausbreiten, gegen die bestimmte Mittel nicht mehr ausreichend wirken.

Bei der mechanischen Unkrautbekämpfung bewegen spezielle Geräte den Boden so, dass Unkräuter ausgerissen oder mit Erde verschüttet werden. Trotz des meist höheren Unkrautbesatzes sind ähnliche Maiserträge möglich, da die mechanische Bodenlockerung das Pflanzenwachstum zusätzlich fördern kann. Jedoch können zurückbleibende Unkräuter Samen bilden und dadurch das Unkrautaufkommen in den Folgejahren erhöhen. Die Versuche zeigen, dass die chemische Unkrautregulierung derzeit Vorteile bietet. Mit einer abnehmenden Verfügbarkeit von Wirkstoffen steigt allerdings das Risiko weiterer Resistenzen. Mechanische Verfahren können chemische Mittel insbesondere dort ersetzen, wo sie ähnlich zuverlässig wirken – etwa zwischen den Maisreihen, während die Reihen selbst chemisch behandelt werden. Eine gezielte Kombination beider Verfahren kann dazu beitragen, Resistenzen vorzubeugen und zugleich den Herbizideinsatz zu verringern.

Bericht und Bilder : Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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