Spenden der Pilger und Gläubigen ermöglichen Neuanschaffung – Seit dem Jahr 1627, also seit fast 400 Jahren, kommen gläubige Menschen nach Maria Eck, um ihre Sorgen und Bitten, aber auch ihren Dank vor die Mutter Gottes zu tragen. Der Wallfahrtskirche und den Franziskaner-Minoriten aus dem Kloster Maria Eck steht also ein besonderes Jubiläumsjahr bevor.
Die Verantwortlichen aus Kloster und Kirchenstiftung konnten nun einen lange gehegten Wunsch umsetzen und die alten, mittlerweile in die Jahre gekommenen, Messgewänder für die Gottesdienste in der Wallfahrtskirche ersetzen. Großzügige Spenden der Pilger bei den großen Wallfahrten und den Maiandachten im Frühjahr 2024, sowie einige besondere Einzelspenden ermöglichten es, vier neue Messgewänder zu beschaffen. Gefertigt wurden sie in der Zisterzienserinnenabtei St. Josef in Thyrnau bei Passau, die sich als Fahnen- und Paramentenstickerei mit der inzwischen leider verstorbenen Äbtissin M. Mechthild Bernart einen guten Ruf erarbeitet hat. Nach dem Tod der Äbtissin führen die Schwestern die renommierte Stickerei mit mehreren gut ausgebildeten weltlichen Mitarbeiterinnen weiter. Bei einem Termin in der Wallfahrtskirche führte Bruder Markus, Wallfahrtsseelsorger und Guardian des Klosters Maria Eck, in die Bedeutung der vier liturgischen Farben und den Bezug der neuen Stickereien zur Wallfahrtskirche ein.
Die neuen Messgewänder und ihre Bedeutung
Die vier Messgewänder wurden aus indischer Wildseide geschneidert, sind echte Unikate und die Stickereien greifen verschiedene Elemente aus dem Altarbereich der Wallfahrtskirche auf. Die Farbe Weiß oder Gold steht in der Liturgie für das Licht und die entsprechenden Hochfeste wie Weihnachten und Ostern, aber auch Fronleichnam und die Marien-Feste und wird auch bei Taufen und Trauungen getragen. Das neue weiße Gewand ziert ein Stab aus Ähren, angelehnt an die Säulen der Kommunionbank, die von Weinreben umrankt sind. Brot und Wein sind die Gaben der Eucharistie und wenn der Priester vor dem Altar steht, ergänzt sich der gestickte Ährenstab dabei mit den vier Säulen des Hochaltares zu den fünf Wunden Jesu am Kreuz.
Das rote Messgewand symbolisiert den Hl. Geist und wird zu Pfingsten, bei Firmungen und an Palmsonntag und Karfreitag getragen. Die Stickerei erinnert an den „Brennenden Dornbusch“, wird vom so genannten „Tetragramm“, dem hebräischen Gottesnamen JHWH, in der Mitte abgeschlossen und erinnert an die „Gegenwart Gottes“, die dann durch Jesus, der am Kreuz sein Leben für die Menschen hingab, ein ganz konkretes Gesicht bekommen hat. Wenn der Priester im neuen roten Gewand mit ausgebreiteten Armen dasteht, wird das Kreuz in Form eines T (Tau) sichtbar und macht dabei auch den Bezug zu Franziskus und den Franziskaner-Minoriten deutlich.
Violett steht in der Liturgie für Umkehr und Buße und kommt in der Advents- und Fastenzeit und bei Begräbnissen zum Einsatz. Der „Stern oder die Sonne“ in der Mitte des neuen Gewandes verbindet sich mit drei goldenen Strahlen zu einem Tau und ist von der „Strahlenden Krone oder dem Stern“ über dem Hochaltar inspiriert. Die drei Strahlen symbolisieren dabei auch die „drei Lichter“, die vor über 400 Jahren erst zum Bau der Wallfahrtskirche geführt haben. In der Vorbereitung auf die großen Feste im Advent und der Fastenzeit spielt das Licht eine besondere Rolle: An Weihnachten strahlt der Stern über der Krippe und zu Ostern die Sonne über dem leeren Grab. Christus ist der Mittelpunkt, auf den alles zugeht und von dem alles ausgeht.
Das grüne Messgewand tragen die Priester an allen „normalen Sonn- und Werktagen“ des Kirchenjahres. Die Farbe steht für Hoffnung auf Leben, Wachstum und Reife, sowie die Schönheit der Schöpfung Gottes. Das neue grüne Gewand der Wallfahrtskirche trägt in der Mitte der Brust, in Anlehnung an die drei Rahmen/Kassetten unterhalb der Mensa des Hochaltares, daher die so genannte „Weizenackerbrosche“ – „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“, heißt es dazu im Evangelium.
Bericht und Foto: Franz Krammer


