Naturbeobachtungen am Chiemsee –
Durch einen wohl historisch niedrigen Wasserstand des Chiemsee bieten trocken gefallene Uferstreifen und Flachwasser zur Zeit optimale Bedingungen für Wasservögel. Trotz einer zum Baden einladenden Lufttemperatur von über 30 Grad Celsius besuchte ich deshalb den Beobachtungsturm in der Hirschauer Bucht. Über 40 Bekassinen stocherten ohne Streit gemeinsam mit Grünschenkel nach Nahrung in der Schlammbank, die auch von den seltenen Dunkelwasserläufern aufgesucht wurde.
Eine Rohrweihe jagte erfolglos die kleine Limikolen. Kampfläufer und die zahlreichen Kiebitze ließen sich nur kurz stören. Mehrere Weißstörche kreisten über Bucht, verzichteten aber wohl wegen des gerade Stockenten jagenden Seeadlers auf eine Landung.
Ein junger Habicht suchte am Ufersaum nach Beute, als am westliche Ufer der Bucht Hirschkühe mit ihren Kälbern zum grasen ans Seeufer zogen. Ein plötzlich durch die Bucht jagendes Seeadlerpaar sorgte für Aufregung unter den rastenden Gänsen und Enten und schon kurze Zeit später kehrte das Paar mit einer Ente als Beute zurück. Diese wurde von dem jüngeren Adler kurz auf der Schlammbank vor dem Turm gekröpft. Mit seiner Beute folgte er dann seinem Partner in das Achendelta.
Text und Fotos: Andreas Hartl





















