Ein Kraftort ist wieder zum Leben erwacht – Nach aufwendiger Restaurierung öffnet der Berggasthof Streichen in Schleching wieder seine Türen – mit viel Leidenschaft, einem neuen Wirt und einem weiten Blick über die Chiemgauer Berge.
Schleching. Ein paar Mal wurde die Eröffnung schon geprobt – doch jetzt war es endlich so weit: Der Berggasthof Streichen hat nach seiner aufwendigen Restaurierung offiziell wieder seine Türen geöffnet. Und schon die ersten Stunden machten deutlich, dass dieser besondere Ort nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. „Wir haben uns gut vorbereitet und ich habe ein Klasse-Team am Start“, sagt Wirt Markus Schmiedhuber. Er und seine Mitarbeiter wollen den Berggasthof zu einem Ort machen, an dem sich Einheimische ebenso willkommen fühlen wie Wanderer und Gäste von nah und fern. Schmiedhuber hofft, „dass wir in der Region gut aufgenommen werden“ und seinen Gästen gemütliche Stunden bei Speis und Trank bereiten kann.
Geöffnet ist der Berggasthof täglich von 11 bis 22 Uhr, warme Küche gibt es bis 20 Uhr. Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage.
Ein Meilenstein ist geschafft
Für Thomas Wilde von der Familienstiftung Yvonne und Thomas Wilde, die den Streichen gemeinsam mit der Stiftung Kulturerbe Bayern besitzt, war der Eröffnungstag ein besonderer Meilenstein. Er zeigte sich erfreut über die Begeisterung, mit der der neue Wirt und sein Team an ihre Aufgabe herangehen. Auch aus dem Ort kamen am Vormittag Glückwünsche: Die zweite Bürgermeisterin Martina Hammerl-Tiefenböck und Elfie Bachmann, Sprecherin der Ortsgruppe Streichenfreunde, machten sich auf den Weg zum Berggasthof. Im Gepäck hatten sie Brot und Salz – traditionell ein Zeichen für Glück und ein gutes Ankommen – sowie das gerade neu erschienene Schlechinger Heimatbuch.
BR‑Fernsehen vor Ort
Dass der Streichen weit über Schleching hinaus Aufmerksamkeit erfährt, zeigte sich bereits in den vergangenen Tagen. Das BR‑Fernsehen war mit Moderatorin Traudi Siferlinger und ihrem Team zwei Tage lang vor Ort, um für mehrere Sendungen zu drehen. Siferlinger zeigte sich von dem Ergebnis der Restaurierung tief beeindruckt: „Ich bin überwältigt von der Restauration. Ich kenne den Berggasthof von früher und sehe hier, dass Liebe, Leidenschaft und Gespür fürs Objekt verarbeitet wurden.“
Für sie war die Sanierung „ein Kraftakt für einen Kraftort“. Umso mehr freue sie sich, dass der Streichen nun wieder ein Anlaufpunkt für Einheimische und Besucher sei – ein Ort, „wo die Seele auftanken und der Mensch abschalten und genießen kann“. Zu sehen und zu hören sein wird der Streichen demnächst auch im Bayerischen Rundfunk: Am 20. September ist ein Beitrag bei „Schwaben & Altbayern“ im BR‑Fernsehen geplant. Bereits am 13. September wird der Streichen in „Traudimix“ auf BR Heimat zu hören sein, außerdem ist eine Ausstrahlung in der Abendschau des BR‑Fernsehens vorgesehen.
Am Eröffnungstag selbst hätte das Wetter kaum besser sein können. Klare, frische Bergluft und ein weiter Blick ließen Geigelstein, Kampenwand und Kaisergebirge zum Greifen nah erscheinen. Nach und nach füllte sich die Terrasse des Berggasthofs. Die Besucher kamen auf unterschiedlichen Wegen: Manche wanderten über den neuen Hutschenweg vom Tal herauf, andere radelten hinauf oder verbanden ihren Besuch mit einem Abstecher zur oberhalb gelegenen Streichenkirche. So wurde der erste offizielle Öffnungstag zu einem Bild dessen, was der Streichen künftig wieder sein soll: ein Treffpunkt am Berg, an dem Menschen zusammenkommen, einkehren, erzählen, genießen und für einen Augenblick den Alltag hinter sich lassen. Nach der langen Zeit der Restaurierung ist der Streichen damit nicht einfach nur wieder ein Gasthof geworden. Er ist ein Stück Heimat, das zurückgekehrt ist – und ein besonderer Ort, an dem die Geschichte weitergeht.
Text und Bildmaterial: Sybilla Wunderlich




