Die 8. Leopold Kohr‑Summerschool „Nachhaltige Innovation: Wie moderne Technologien regionale Wirtschaftskreisläufe stärken“ findet am Donnerstag, 10. September 2026, von 16 bis 19 Uhr in der Stieglbrauerei Salzburg, Bräuhausstraße 9, 5020 Salzburg, statt. Die Anmeldung ist unbedingt erforderlich: office@tauriska.at oder Mobil +43 (0)664 5205203.
Die Summerschool widmet sich der Frage, welche Technologien eine zukunftsfähige Regionalentwicklung unterstützen: Wo braucht es Tradition, wo Innovation? Wo sind Grenzen der Digitalisierung sinnvoll, und wo stärkt sie regionale Resilienz? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten werden Beispiele für einen maßvollen, menschengerechten Umgang mit Technik gesucht.
Univ.-Doz. Dr. Stefan Wegenkittl spricht über „KI im Gleichgewicht – Nachhaltige Innovation braucht Kompetenzen“ und thematisiert, wie technologische Entwicklungen verantwortungsvoll gestaltet werden können und welche Fähigkeiten dafür nötig sind. Mit seinem Applied Data Science Lab arbeitet er an innovativen KI‑Methoden für Machine Learning, Deep Learning, Image & Signal Processing und Medical Imaging. FH‑Prof. Architekt Dipl.-Ing. Dr. techn. Michael Grobbauer stellt das Projekt „LoftConcept“ vor. Das Projekt zeigt, wie parametrische Holz‑Massivbausysteme eine nachhaltige Form der städtischen Nachverdichtung ermöglichen und dabei ressourcenschonendes Bauen mit flexiblen, zukunftsfähigen Wohnlösungen verbinden.
Dr. Herbert Zlöbl, CEO von ZICON.Systems, präsentiert die „e Box“, ein solarbetriebenes Kleinkraftwerk, das eine autonome, nachhaltige Energieversorgung für Gebäude ermöglicht. Er zeigt, dass Innovation nicht groß und zentralisiert sein muss, sondern in kleinen, effizienten Strukturen besonders wirksam wird – ganz im Sinne von Leopold Kohrs Philosophie. Dr. Martin Stefanec vom Artificial Life Lab der Karl‑Franzens‑Universität Graz berichtet über die Erforschung von Honigbienen: In den EU‑Projekten HIVEOPOLIS, RoboRoyale und SensorBees werden Robotik und Sensorik direkt im Bienenstock eingesetzt, um neue Einblicke in kollektive Organisationsformen zu gewinnen.
Die Moderation und Einführung übernimmt apl. Prof. Dr. Niko Paech (Universität Siegen). Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Alexandra Seywald (Geige). Diskutieren werden Niko Paech, Michael Grobbauer, Martin Stefanec, Stefan Wegenkittl und Herbert Zlöbl.
In der Vorbemerkung heißt es, innovative Technologien hätten Produktivität und Wohlstand gesteigert – jedoch nie ohne Kosten. Ihre ökologischen Nebenwirkungen blieben bestehen, soziale Spaltung drohe durch steigende Produktivität bei sinkendem Arbeitsbedarf, und die Wirtschaftspolitik halte am Wachstumszwang fest. Der Ausweg liege nicht in Technikfeindlichkeit, sondern in einer Rückkehr zum „menschlichen Maß“, wie es Schumacher und Kohr formulierten: Technologien sollen kleinräumig, dezentral, verständlich und reparierbar sein. Kohrs Bild bleibt gültig: „Das Gift liegt in der Größe.“ Entscheidend sei, dass Technologie den Menschen stärke statt ersetze und Arbeit als gemeinsames Schaffen erlebbar bleibe.
Text und Bilder: Leopold Kohr-Akademie







