In familiärer Verbundenheit mit Ehefrau Uschi sowie den Kindern und Enkelkindern wurde in diesen Tagen die Asche von Anton Berger am Friedhof in Kirchdorf der geweihten Erde übergeben. „Pfüadi-Sagen” am Ende eines langen, abwechslungsreichen und nicht immer glatten Lebensweges – das waren die bewegenden Worte der Trauerrednerin. Anton Berger stand im 91. Lebensjahr.
Das letzte Quartal seines Lebens lebte der Verstorbene, versorgt und in der Krankheit betreut, mit seiner Ehefrau in Raubling. Eine Demenzerkrankung war für den immer agilen und tatkräftigen Mann und für die Angehörigen eine schwere Bürde. Berger verstarb betreut zu Hause. Seine innere Heimat blieb aber immer Neubeuern, seine Heimatgemeinde, mit der er eng verbunden war.
Das stattliche Bergeranwesen am Ortseingang, neben dem ehemaligen Erholungsheim, war für lange Jahrzehnte seine Heimat. Dort wuchs er zusammen mit seinen vier Schwestern auf. Das elterliche Baugeschäft bestimmte den Tagesablauf. Das unruhige Leben der damaligen Zeit – Vor-, Kriegs- und Nachkriegszeit – hat sicher bei den heranwachsenden Kindern seine Eindrücke hinterlassen. Dennoch durften sie sich einer unbeschwerten Jugend erfreuen. Früh musste er den elterlichen Betrieb übernehmen. Zusammen mit seiner ersten Ehefrau Lotte entwickelte er die Firma in einer Zeit des baulichen Aufbruchs. Das Baugeschäft Berger war über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt – Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Früh fand er seinen Platz in der Dorfgemeinschaft. Beim Trachtenverein Edelweiß Neubeuern war er Plattler und Theaterspieler. Das „Faschingsvirus“ lag auf dem Haus, und er regierte 1970 mit Prinzessin Hildegard den Neubeurer Fasching. Der erste Stadt-Land-Ball fand in seiner Faschingszeit statt.
Seinen Einsatz im dörflichen Leben leistete er weiter als Vorstandsmitglied beim CSU-Ortsverband, als Vorsitzender des Gewerbeverbandes und als ehrenamtlicher Raiffeisenvertreter. Mit der ersten gemeinsamen Gemeinderatswahl Neubeuern/Altenbeuern wurde Berger 1970 in den Gemeinderat gewählt. Er gehörte diesem bis 1990 an. Hier brachte er sich auch im Festausschuss zum Gemeindejubiläum 1988 ein. Musikalität bestimmte aber weitgehend seine große Zuneigung. Selbst an mehreren Instrumenten spielend, war er – wie seine Schwestern – der Musik verbunden. Liedertafel, Kirchenchor und die Chorgemeinschaft Neubeuern, deren Ehrenvorsitzender er war, prägten vieles in seinem Leben. Ungezählte Stunden der Proben haben dies erfordert. Die Chorempore bestimmte seinen Beitrag im kirchlichen Leben.
In Anton Berger fand Enoch zu Guttenberg, Begründer der Chorgemeinschaft Neubeuern, einen Wegbegleiter, Helfer und Förderer, dem er uneingeschränkt vertrauen konnte und mit dem er musikalisch verbunden war. Eine Gehörerkrankung setzte dem musikalischen Bestreben ein bitteres Ende. Auf dem Lebensweg öffnet sich für den Verstorbenen ein neues Tor, so die Trauerrednerin. Kein Abschied, nur ein „Pfüadi“ wollen wir ihm mitgeben, meinte sie.
Bericht: Thomas Schwitteck / Foto: Anton Berger



