Filmmusik auf Orgel und Schlagwerk in der Traunsteiner Auferstehungskirche – Unter dem Titel „Orgel goes Cinema“ stand ein besonderes Konzert in der Traunsteiner Auferstehungskirche. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Orgel zur Nacht“ sowie des Musiksommers zwischen Inn und Salzach.
Dekan Peter Bertram begrüßte die zahlreichen Gäste und verwies auf das besondere Konzept des Musiksommers: die Verbindung von Musik, Architektur und Landschaft, hier in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf. „Lassen Sie sich verzaubern und die Bilder der Filme vor Ihrem geistigen Auge erscheinen“, wünschte Bertram dem Publikum. Mit einem Zitat des Kirchenlehrers Augustinus ergänzte er: „Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich erfreut.“
Wie eindrucksvoll sinfonische Filmmusik auf der Orgel klingen kann, zeigte Dekanatskantor Matthias Bertelshofer. In der neugotischen Kirche entlockte er dem Instrument eine erstaunliche Vielfalt an Klangfarben. Mehr als zehn bekannte Filme wurden an diesem Abend musikalisch neu erlebbar. Unter dem Titel „Filmmusik für Orgel und Schlagwerk“ gestaltete Bertelshofer das Konzert gemeinsam mit Schlagzeuger Anno Kesting. Dieser hatte einen umfangreichen Klangpark aufgebaut, der ihm eine logistische Meisterleistung abverlangte: Pauken, Trommeln, Vibraphon, Cajón, Glockenspiel, Gong, Congas und Cowbells kamen ebenso zum Einsatz wie Triangel, Regenrohr und sogar eine Blockflöte. Besonders eindrucksvoll gelang die Nachbildung des charakteristischen Sounds aus Ennio Morricones Musik zu „The Good, the Bad and the Ugly“. Das Zusammenspiel von Orgel und Schlagwerk wirkte dabei wie ein ebenso ungewöhnliches wie gelungenes musikalisches Experiment.
Den Auftakt bildete die berühmte „20th Century Fox Fanfare“ von Alfred Newman. Es folgten zahlreiche Filmmusik-Klassiker, darunter das Titelthema aus „Star Wars“, „Princess Leia’s Theme“, „Cantina Band“, „Rey’s Theme“ und der „Imperial March“ von John Williams. Auch Stücke aus „The Dark Knight“ von Hans Zimmer, das „Batman Theme“ von Danny Elfman sowie das Hauptthema aus „Die glorreichen Sieben“ von Elmer Bernstein standen auf dem Programm. Ergänzt wurde die Auswahl durch Musik aus „Pirates of the Caribbean“, „Beverly Hills Cop“, „Forrest Gump“ und „Back to the Future“.
Besonders überzeugte das harmonische Zusammenspiel von Orgel und Schlagwerk. Mal traten die Instrumente – besonders mit Vibraphon und Glockenspiel – in einen fein abgestimmten Dialog, mal steigerten sie gemeinsam Spannung und Dynamik. Für die wechselnden Klangfarben der Orgel sorgte Registrantin Viktoria Stegemann. Die Arrangements hatten Bertelshofer und Kesting selbst geschrieben. Mit großer Virtuosität nutzte Bertelshofer die Möglichkeiten seines Instruments. Das Pedal spielte er barfuß, um ein besseres Gefühl für die Tasten zu haben. Durch den geschickten Einsatz der Register entstanden Klangbilder, die zeitweise an ein ganzes Orchester erinnerten.
Die Zuhörer zeigten sich begeistert von der Filmmusik in der besonderen Atmosphäre des Kirchenraums. Mit lang anhaltendem Applaus erklatschten sie sich zwei Zugaben: das Thema aus „Mission: Impossible“ von Lalo Schifrin sowie den „Valse d’Amélie“ von Yann Tiersen.
Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka
8512: Anno Kesting am Schlagwerk, hier mit vier Schlegeln am Vibraphon
8522: An der Orgel Matthias Bertelshofer und Registrantin Viktoria Stegemann
8530: Begeisterten Applaus gab es für Matthias Bertelshofer (rechts) und Anno Kesting.
3796: Matthias Bertelshofer an der Orgel, unterstützt von der Registrantin Viktoria Stegemann, musiziert mit Anno Kesting am Schlagwerk.






