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Stolperstein-Verlegung im Priental

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Initiative Erinnerungskultur Stolpersteine für Rosenheim mit Dr. med. Thomas Nowotny  (www.stolpersteine rosenheim.de) lädt zur Verlegung von fünf Stolpersteinen in Stein (Gemeinde Aschau i. Chiemgau) ein.

Wir laden Sie herzlich ein zur Verlegung von fünf Stolperstein ein bei dem Anwesen Stein 12, 83 229 Aschau i. Chiemgau , am Donnerstag, 21. Mai 2026 um 15 Uhr – Parkmöglichkeiten sind auf dem Wanderparkplatz Sonnwendwand/Hainbach vorhanden. Von dort sind es ca. 700m zu Fuß zur Verlegestelle.

Der Künstler Gunter Demnig verlegt dort einen Stolperstein für Johanna Weißensteiner, die als Widerstandskämpferin der „Roten Kapelle“ 1942/43 Gestapohaft erleiden musste , jedoch die NS Zeit überlebte. Die Enkelin Johanna Stegherr wird über das Schicksal ihrer Großmutter berichten.

Zwei weitere Steine werden für Ludolf und Elisabeth Bodmer verlegt. Der Opernsänger Ludolf Bodmer wurde 1933 als Jude vom Stadttheater Dortmund entlassen. Zusammen mit seiner nichtjüdischen Frau Elisabeth, ebenfalls Opernsängerin, zog er sich in das „Margaretenhäusl“ in Sachrang, Ortsteil Grattenbach , zurück, das sie 1931 erworben hatten. Er musste den Entzug von Eigentum und Vermögen erleben und entging knapp der Deportation. Dann verstarb er seelisch zerstört und körperlich entkräftet am 2.12.1943. Seine Frau überlebte die NS Zeit.

Zwei weitere Steine ehren Ingrid Dybwad und ihre Schwester Gudny Dybwad.
Ingrid Dybwad wurde als Jüdin 1934 beim Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD in Berlin entlassen, wo sie das Akademische Hauptreferat leitete und damit eine wichtige Position in der Betreuung von Stipendiaten innehatte. Sie zog 1935 auf den Berghof Hochleit bei Sachrang, wo sie 1940 plötzlich verstarb. Nach ihrem Tod führte ihre Schwester Gudny Dybwad das Anwesen weiter , die in Folge der NS-Gesetze ihre Goldschmiedewerkstatt in Berlin 1936 aufgeben musste . Sie überlebte die NS Zeit in Sachrang.

Stolpersteine werden von dem Künstler Gunter Demnig seit fast dreißig Jahren für die Opfer des NS Terrors verlegt. Mit über 1 2 0.000 Steinen ist das Projekt das größte Flächendenkmal der Welt. Die Steine werden in den Gehwegplan eingesetzt; „man stolpert nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen.“

Bericht und Bild: Dr. med. Thomas Nowotny / Privat-Johanna Weißensteiner / Lageplan


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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