Auch alpenländische Volksmusik gehört zur Musiklandschaft in Berlin. Bereits 1878 wurde in Berlin einer der ältesten Zitherspielkreise Deutschlands gegründet. Als Dachverband existiert seit 1963 der Deutsche Zithermusik-Bund e. V.. Er fördert die Spielkultur der Zither in den einzelnen Landesverbänden. Eine seiner Aufgaben ist, die Fort- und Weiterbildung der Zitherbegeisterten. So veranstaltete er zum Frühlingsbeginn dieses Jahres sein 5. Zitherseminar in der Bundeshauptstadt.
Eingeladen hatte Astrid Belschner, die Vorsitzende des Landesverbandes Berlin-Brandenburg, in die Almhütte des Vereins der Bayern in Berlin. Insgesamt haben sich 19 Teilnehmer eingefunden, darunter Mitglieder vom Zitherspielkreis Berlin 1878 und Schüler des Zither-Ensembles der Leo-Borchart-Musikschule in Berlin-Zehlendorf. Wie im letzten Jahr hatte die Seminarleitung wieder der Zither-Virtuose Axel Rüdiger aus Kassel übernommen. Er ist Instrumentalpädagoge und leitet die „Musikwerkstatt Kassel“.
Nach der Eröffnung des Seminars durch Astrid Belscher stand als erstes Musikstück eine traditionelle schwedische Bauernpolka auf dem Programm. Axel Rüdiger hat diese Polka extra 3-stimmig für das Zitherseminar arrangiert. Aufgrund seiner angenehmen didaktischen Gestaltung des Unterrichts hatten die Teilnehmer bald ein Erfolgserlebnis. Von Anfang an war sein Bestreben, alle Musikstücke ganzheitlich mit Dynamik und Rhythmik zu gestalten. Um dies akustisch besser zu vermitteln, hatte er auch eine Trommel mit im Gepäck. Axel verstand es alle Seminarteilnehmer unabhängig von ihrem Kenntnisstand, d.h. ob Anfänger oder Fortgeschrittene, auf seine angenehme Art und Weise mit „ins Boot“ zu holen.
Das nächste Musikstück „Es war einmal ein Mädchen“ war von Tielmann Susato, einem Komponisten der Renaissance im 16. Jahrhundert. Zum Abschluss des ersten Seminarnachmittags dann die stimmungsvollen Fanfare „Te Deum“, von dem französischen Komponisten Marc-Antoine Charpentier, der zur Zeit Ludwigs XIV wirkte. Es ist eines seiner bekanntesten Werke, das heute als Fanfare bei Fernseh-Übertragungen im Rahmen der Eurovisionssendungen verwendet wird. Bei einem gemütlichen Abendessen im nahegelegenen Schlossparkgrill konnten die Zitherfreunde den ersten Seminartag Revue passieren lassen und sich über ihre Zither-Erfahrungen austauschen.
Am nächsten Tag führte Axel Rüdiger die Seminarteilnehmer noch einmal auf eine musikalische Zeitreise nach Skandinavien. Neben der schwedischen Bauernpolka vom Vortag kam musikalisch die Frage auf, Wer kann segeln ohne Wind?“. Gemeint ist die schwedische Volksweise „Vem kann segla förutan vind?“. Es ist ein traditionelles, finnisch-schwedisches Volkslied aus Åland, einer autonomen, schwedisch-sprechenden Region in Finnland.
Mit einer weiteren finnischen Volksweise aus Finnland „Sommerwind“ gelang es zwar noch nicht den Sommer einzuläuten, jedoch den Frühlingsanfang bei Sonnenschein auf dem Bayernplatz. Vor dem Maibaum der bayerischen Exklave in Berlin gelang dann zum Seminarabschluss auch ein nettes Gruppenfoto.
Die Seminarteilnehmer, als auch der Seminarleiter zeigten sich äußerst zufrieden mit dem Verlauf der beiden Seminartage. Ein herzliches Dankeschön galt Axel Rüdiger für das erfolgreiche Seminar und an Astrid Belschner für die Organisation. Alle freuen sich auf das Zitherseminar im nächsten Jahr.
Bericht: Helmut Amberger, 1. Vorsitzender des Vereins der Bayern in Berlin und freier Berichterstatter der Samerberger Nachrichten
Fotos: Astrid Belschner und Helmut Amberger






















