Samerberg – Der Mai zeigte sich am Samerberg heute Vormittag von seiner besonders eindrucksvollen Seite: Unten leuchteten die Wiesen rund um Grainbach bereits in kräftigem Frühlingsgrün, oben lagen die Berge frisch angezuckert unter schweren Wolken. Pünktlich zu den Eisheiligen hat der Winter noch einmal einen sichtbaren Gruß an den Alpenrand geschickt.

Frühlingsgrün im Tal, frischer Schnee in den Bergen: Blick auf Grainbach am Samerberg pünktlich zu den Eisheiligen.
Die Aufnahme entstand am Vormittag mit Blick auf Grainbach und die umliegenden Berge. Gerade dieser Kontrast macht den besonderen Reiz der Szene aus: saftige Frühlingslandschaft im Tal, darüber kühle Luft, tief hängende Wolken und frischer Schnee in den Höhenlagen. Ein Bild, wie es gut zu jener alten Wetterregel passt, die Mitte Mai noch einmal vor Kälte und Nachtfrost warnt.
Die sogenannten Eisheiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die „Kalte Sophie“ werden vom 11. bis 15. Mai begangen. Der Name geht auf frühchristliche Märtyrer und Bischöfe aus dem 4. und 5. Jahrhundert zurück. In der bäuerlichen Wetterbeobachtung gelten diese Tage seit langem als Zeitraum, in dem es nach bereits frühlingshaften Wochen noch einmal empfindlich kalt werden kann. Wissenschaftlich trifft diese Regel nicht jedes Jahr und nicht überall gleichermaßen zu – am Alpenrand aber zeigte sie sich heuer durchaus anschaulich.
Grund für den Kälterückfall ist kühle Meeresluft polaren Ursprungs, die rückseitig einer Kaltfront nach Bayern gelangt. Vor allem in höheren Lagen, in Mulden und in windgeschützten Bereichen kann es in den Nächten Bodenfrost geben. In besonders ungünstigen Lagen ist auch Luftfrost möglich. Für Gartenbesitzer, Landwirte und alle, die bereits empfindliche Pflanzen im Freien stehen haben, bleibt also noch einmal Vorsicht geboten.
Bis einschließlich Freitag, also bis zur „Kalten Sophie“, soll es nach den vorliegenden Wetterinformationen wechselhaft und kühl bleiben. Erst zum Wochenende hin deutet sich eine langsame Erwärmung an. In der kommenden Woche dürften dann auch in den Niederungen wieder Werte um oder über 20 Grad möglich sein.
Für den Moment aber bleibt am Samerberg ein eindrucksvolles Mai-Bild: unten Frühling, oben Winter – und dazwischen ein Alpenrand, der einmal mehr zeigt, wie nah hier die Jahreszeiten beieinanderliegen.
Foto: Rainer Nitzsche





