Leitartikel

Samerberg: Neue Bürgermedaillen-Träger

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Es war ein ganz besonderer Abend. Ein kleines Gremium an geladenen Gästen, ein würdiger Rahmen, strahlender Sonnenschein, gutes Essen und dieses ganz besondere Etwas, das in der Luft lag. Für diesen ganz besonderen Abend hat die Gemeinde Samerberg seinen alten Gemeinderat und vier verdiente Bürger in den Gasthof Alpenrose nach Grainbach eingeladen.

Wenn man den Samerberg heute anschaue, so erster Bürgermeister Georg Huber, dann dürfe man behaupten, dass viel geschehen sei in den letzten Jahren. Die Leute fühlen sich wohl. Doch das Amt eines ehrenamtlichen Gemeinderates bringe viel mit sich. Leider oftmals auch Kritik. Man habe zwar viel Gestaltungsmöglichkeiten in der eigenen Heimat, auf der anderen Seite jedoch auch eine Bevölkerung, die immer höhere Erwartungen habe und auch gerne über soziale Medien ihre Meinung kundtut. Der noch amtierende erste Bürgermeister Georg Huber wollte an diesem Abend jedoch nicht kritisieren, sondern Danke sagen. Danke für die vielen Jahre ehrenamtlichen Einsatz im Gemeinderat. Sechs Gemeinderatsmitglieder sind aus dem alten Gremium ausgeschieden und jeder wurde an diesem Abend mit einer kleinen Laudatio von erstem Bürgermeister Georg Huber geehrt. Jeder der sechs erhielt eine Urkunde und die Ehrennadel der Gemeinde Samerberg. Thomas Schmid, Christian Bauer und Dr. Thomas Hörl waren von 2020 bis 2026 im Gemeinderat tätig. Simon Hager und Christian Staber waren von 2014 bis 2026 insgesamt 12 Jahre für den Gemeinderat im Einsatz. Chrisine Eckert amtierte 24 Jahre, also vier Amtsperioden im Gemeinderat und war gleichzeitig viele Jahre dritte Bürgermeisterin im Ort.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend war die Verleihung der Bürgermedaillen. Eingeführt wurde die Bürgermedaille der Gemeinde Samerberg im Jahr 2011. In der Satzung der Gemeinde Samerberg heißt es: Die Zahl der lebenden Inhaber der Bürgermedaille soll zehn nicht überschreiten. Heuer wurden gleich vier Bürger geehrt. Darunter auch zum ersten Mal eine Frau. Die zu ehrenden Personen gehören laut erstem Bürgermeister Georg Huber zu der Gruppe von Bürgern, die mehr als das Übliche für die Gesellschaft getan haben. Gerade in der Kommunalpolitik und im Ehrenamt sei dies nicht immer ohne Kritik und Widerstand möglich, aber auch das gehöre dazu. Hartnäckigkeit, Geduld und Durchhaltevermögen zu beweisen, auch wenn es mal eng werde.

Als erste Frau in der Geschichte wurde Maria Staber aus Geisenkam die Bürgermedaille der Gemeinde Samerberg verliehen. Diakon Günter Schmitzberger hatte die ehrenvolle Aufgabe als Laudator über die vielen ehrenamtlichen Werke von Maria Staber zu berichten. Sie war viele Jahre nicht nur Mitglied im Pfarrgemeinderat, sondern dort auch erste Vorsitzende. Gleichzeitig kümmerte sie sich als Seniorenbeauftragte mit großer Aufmerksamkeit um jene, die besonders unsere Zuwendung verdienen. Sie organisierte Seniorenfahrten, den großen Advents-
Nachmittag in der Samer Halle, den Seniorenfasching, die Seniorennachmittage im Pfarrheim und vieles mehr. Auch für die Bücherei am Samerberg fand sie die Zeit jahrzehntelang zu arbeiten. Diakon Günter Schmitzberger fasste kurz zusammen, dass man meinen könnte ihr Tag habe mehr Stunden, als die der anderen. Doch in Wirklichkeit habe Maria Staber vor allem ein großes Herz, Organisationstalent, Umsicht und die Fähigkeit für andere da zu sein, ohne dabei jemals im Mittelpunkt stehen zu wollen.

Als Zweiter an diesem Abend erhielt Claus Lerche aus Törwang die Bürgermedaille der Gemeinde Samerberg. Gemeinderatsmitglied und dritte Bürgermeisterin Christine Eckert durfte in einer Lobrede über Claus Lerche als großen Familienmenschen berichten, der alles für seine Familie geben würde. Sie kenne ihn als verlässlichen und hilfsbereiten Mann und vor allem als leidenschaftlichen Architekten. Er stand der Gemeinde viele Jahre mit Rat und Tat zur Seite, konnte stets mit guten Ratschlägen helfen und lieferte so manche Planung, oft ohne dafür etwas zu verlangen. Er plante für die Gemeinde den Bauhof in Eßbaum, die Kinderkrippe, den Kindergartenumbau, das Schambergerhaus, die Feuerwehrhäuser am Samerberg und verlieh somit der Gemeinde über viele Jahre seine eigene Note.

Der Ditte im Bunde der Medaillenträger an diesem Abend war Karl Sagmeister aus Törwang. Als aktueller erster Vorsitzender des WSV Samerberg durfte Josef Huber einige Worte an seinen Vorgänger Karl Sagmeister richten. Karl Sagmeister war von 1978 bis 2002 insgesamt 24 Jahre im Gemeinderat tätig. Davon auch sechs Jahre als zweiter Bürgermeister. Ab 1982 war er 32 Jahre lang erster Vorsitzender beim WSV Samerberg. Damals hatte der Verein noch rund 100 Mitglieder. Heute seien es über 1.000. Er war federführend beim Bau der Sportplätze, des Tennisheims und des Sportheims in Rossholzen tätig. Doch er war nicht nur erster Vorsitzender. Er war auch Trainer, Ersatzspieler, Helfer, Arbeiter, kurz gesagt ein Funktionär und vor allem ein Vorbild für alle. Immer da, wo er gebraucht wurde. Immer besonnen und nie auf sich bedacht. Josef Huber bezeichnete dies als Ehrenamt in Reinkultur.

Zu guter Letzt erhielt an diesem Abend Hans Huber aus Eßbaum die Bürgermedaille der Gemeinde Samerberg. Niemand geringerer als Kreisbrandrat Richard Schrank durfte an diesem Abend die Laudatio für ihn halten. Er erzählte, dass Hans Huber 1970 der Freiwilligen Feuerwehr Steinkirchen beitrat. In den ersten Jahren absolvierte er in der Feuerwehrschule Regensburg die Lehrgänge des Maschinisten für Löschfahrzeuge, Gruppenführer und Atemschutzträger, was für die damalige Zeit noch außergewöhnlich war. 1978 begleitete er die Zusammenlegung der aktiven Wehren Steinkirchen und Rossholzen und wurde 1984 deren erster Kommandant. Dieses Amt erfüllte er über 30 Jahre, stets mit dem Blick für die Zukunft. 1997 wurde in Eigenleistung das Feuerwehrhaus in Rossholzen erbaut. Im Jahr 2000 machte er sich für die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeugs TLF 16/25 stark, welches durch seine richtungsweisende Ausstattung bis heute im Einsatz ist. Auch seine Verdienste auf Landkreisebene sind keine geringen. 1985 wurde er als Schiedsrichter berufen. 1987 wurde er Zugführer und Verbandsführer. 1988 wurde er zum Kreisbrandmeister im Bereich Inntal Nord ernannt. 1991 wurde er in die Fachbereiche Fahrzeuge/Ausstattung sowie Katastrophenschutz berufen und war ab dann durch sein Wissen ein verlässlicher Partner für alle Feuerwehren. 2015 wurde Hans Huber zum Kreisbrandinspektor für den Bereich Inntal ernannt. Zudem wurde er zum ÖEL (örtliche Einsatzleitung) für den Landkreis Rosenheim bestellt. Das bedeutet die höchste taktische Führungsqualifikation im Katastrophenschutz. 2016 übernahm der Landkreis die Flughelfer Ausrüstung der Stadt Rosenheim, Hans Huber übernahm den Aufbau der Flughelfergruppe des Landkreises. Er war 50 Jahre im Dienste der Feuerwehr für seine Bürger im Einsatz, stets überzeugt davon das Richtige zu tun, nicht für sich selbst, sondern um anderen zu helfen.

Erster Bürgermeister Georg Huber betonte zum Schluss, dass Engagement und Ehrenamt eine Gemeinde ausmachen und jeder der geehrten in seinem Bereich ein Vorbild für viele junge Samerberger sei, die sich nicht scheuen Verantwortung in Familie, Beruf, Vereine und der Gemeinde zu übernehmen. Ihnen gebührte an diesem Abend unser Dank und die Auszeichnung mit der Samerberger Bürgermedaille.

Bericht und Bilder: Susanne Deindl 

Auf Foto 1 die ausgeschiedenen Gemeinderatsmitglieder von links nach rechts Thomas Schmid, Simon Hager, Dr. Thomas Hörl, Christine Eckert, Christian Staber und erster Bürgermeister Georg Huber (an diesem Abend leider nicht anwesend: Christian Bauer)

Auf Foto 2 von links nach rechts erster Bürgermeister Georg Huber, Bürgermedaillenträger Hans Huber, Maria Staber, Claus Lerche, Karl Sagmeister

 


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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