Leitartikel

Primiz-Festtag in Übersee am Chiemsee

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Erste Heilige Messe in der Pfarrkirche St. Nikolaus  – Klaus Schülein wurde zum Priester geweiht – Primizgottesdienst, Festzug und Festessen  in Übersee

Trotz glühender Temperaturen nahmen sehr viele Überseer Bürger, rund 20 Pfarrer und Geistliche aus der Region und von Regensburg bis München an dem feierlichen Gottesdienst teil, den Klaus Schülein einen Tag nach seiner Weihe zum Priester in Regensburg in seiner Heimatgemeinde Übersee hielt. Am Tag zuvor war er im Dom Zu Regensburg durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Priester geweiht worin. Dorthin waren wohin auch viele Gläubige von Übersee mit dem Bus gefahren, organisiert vom Pfarrbüro in Übersee.

Bei Schüleins erster Messe in St. Nikolaus war von Anfang an die glanzvolle musikalische Untermalung des Ereignisses beeindruckend: unter der Gesamtleitung von Christian Dengler, der auch Orgel spielte, sang nicht nur der Kirchenchor Neukirchen und Übersee, sondern auch Junge Chöre München unter der Leitung von Johanna Reimann sowie der Cantiamo-Chor Übersee. Die Blasmusik des Musikvereins gaben der kirchlichen Feier und anschließend dem Festzug das würdige Geleit.

Seit 41 Jahren hatte es keine Primizfeier mehr in der katholischen Pfarrgemeinde Übersee gegeben. Pfarrer Norbert Weiß, natürlich auch anwesend, war 1985 der letzte Primiziant gewesen. „Ich freue mich riesig“, sagte Klaus Schülein bei der Begrüßung, umgeben von seinen Konzelebranten vor dem Altar: Pfarrer Hartmut Constien, Primizprediger und Praktikumspfarrer von Schülein aus der Pfarrgemeinde Heilig Geist und St. Michael in Regensburg-Keilberg, Dekan Ralf Heidenreich aus dem Bistum Regensburg, Pastoralkurspfarrer in der Gemeinde Wald-Zell, wo Schülein zuletzt gewirkt hatte, dazu Pfarradministrator Stefan Schmitt aus dem Pfarrverband Ebersberg-Steinhöring-Kirchseeon, ein Studienfreund des neuen Pfarrers sowie Traunsteins Stadtpfarrer Konrad Roider, auch Pfarradministrator der Kirchenstiftung St. Nikolaus in Übersee.

„Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“. Diese Worte von Jesus Christus, zitiert in Johannes 13,34 aus dem Neuen Testament  war das Wort zum 13. Sonntag im Jahreskreis, dem Tag der Primizfeier, das sich Schülein als Motto der Feier gewählt hatte. Primizprediger Pfarrer Hartmut Constien, charakterisierte Schülein anhand dieser Wahl: Auch Papst Benedikt XVI. habe für seine Predigten meist die Texte des Tages genommen und anhand derer oft frei gepredigt. Das zeige eine „gute Demut, vor dem, was die Kirche uns vorgibt“, denn die Kirche habe zu allen Zeiten geglaubt und gelehrt, was in diesen Texten der Heiligen Schrift niedergeschrieben steht. Heute gehe es um Abschied und Neuanfang. Für Klaus Schülein gehe es einerseits um Abschied von seiner Pfarrgemeinde und seinen Aufgaben im Bistum Regensburg, andererseits heute mit der Prima missa um Rückkehr in seine Heimatgemeinde und dann um Neubeginn in seiner künftigen Pfarrei.

Als Schülein anfangs zu einem Praktikum bei Pfarrer Constien in Regensburg angekommen sei, habe er als „gebürtiger Nordeutscher“ gedacht „aha, kommt aus Bayern, Marke Waldschrat, spricht nicht viel“. Im Laufe der Zeit aber hätten „beide viel voneinander und aneinander gelernt“. Denn – wie meistens –  hätten sich Vorurteile nicht als wahr herausgestellt.

Mit herzlichen Worten wünschte Pfarrer Constien dem neuen Priester, er möge auf Gastfreundschaft, die eine tiefe christliche Tugend sei, treffen und zwar an jedem Ort, zu dem er gesandt werde. „Alles, was jetzt kommt, ist von Gott vorgesehen“, so Constien.

Am Ende des Gottesdienstes, nach Fürbitten und Feier des Heiligen Abendmahls, dankte Klaus Schülein selbst allen, die die Primizfeier so gelungen organisiert hatten und lud alle zum Mittagessen in die Turnhalle. Wegen der heißen Temperaturen fiel der anschließende Festzug so kurz wie möglich aus. Angeführt von den Fahnenabordnungen der Vereine, der Blaskapelle, Geistlichen und der Ehrenkutsche nahmen viele Einheimische die Gelegenheit wahr, dem neuen Priester zuzujubeln. Gelungen, wieder mit verschiedenen Ansprachen und Einlagen war das Primizmahl in der Turnhalle, für das die Familie von Klaus Schülein und die Gemeinde gesorgt hatten. Die Dankandacht am Nachmittag in der Pfarrkirche bildete den feierlichen Abschluss dieses Festtags, wobei Klaus Schülein jedem, der wollte, den Einzelprimizsegen erteilte.

Bericht und Fotos: Christiane Giesen

Der Primizgottesdienst in der Heimatgemeinde Übersee von Klaus Schülein, nachdem er am Tag zuvor in Regensburg zum neuen Priester geweiht worden war  /  Festzug 

 

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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