Kaniber bei Hauptalmbegehung: „Landwirtschaftsministerin fordert schnelle und praxistaugliche Ausweisung von Weidegebieten – Keine Kürzung beim Bergbauernprogramm
Lenggries/München Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat bei der 79. Hauptalmbegehung in Lenggries eine schnelle und praxistaugliche Umsetzung des neuen Wolfsmanagements gefordert. Der Bund habe mit der Aufnahme des Wolfs als jagdbare Art in das Bundesjagdgesetz die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Jetzt müsse die zuständige oberste Jagdbehörde in Bayern die neuen Möglichkeiten konsequent nutzen. Die Landwirtschaftsverwaltung unterstützt mit fachlicher Expertise.
Entscheidend sei nun, im Alpenraum zügig Weidegebiete auszuweisen, in denen ein wirksames Wolfsmanagement möglich ist, sagte Kaniber. „Der Bund hat geliefert. Jetzt müssen die neuen Möglichkeiten schnell, vollständig und praxistauglich umgesetzt werden. Am Ende reden wir nicht nur über den Wolf. Wir reden über die Zukunft unserer Bergbauernbetriebe und den Fortbestand der Weidetierhaltung“, betonte Kaniber.
Mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern und der Gemeinde Lenggries zur diesjährigen Hauptalmbegehung gefolgt. Der Weg führte unter anderem zur auf 1.435 Metern gelegenen Ampertal-Alm. Kaniber würdigte dort die tägliche Arbeit der Almbäuerinnen und Almbauern: „Was für viele eine wunderschöne Landschaft ist, bedeutet für unsere Almbauern jeden Tag harte Arbeit und große Verantwortung. Sie kümmern sich um ihre Tiere, sichern die Wasserversorgung, halten die Flächen offen und bewahren damit eine Kulturlandschaft, die Bayern einzigartig macht.“
Die rund 1.400 bayerischen Almen und Alpen seien nicht nur ein prägender Teil der Heimat, sondern auch eine wichtige Grundlage für Landwirtschaft und Tourismus. „Unsere Almen haben nur dann eine Zukunft, wenn auch die Menschen eine Zukunft haben, die sie bewirtschaften. Deshalb steht der Freistaat verlässlich an ihrer Seite“, sagte die Ministerin.
Im vergangenen Jahr flossen über die verschiedenen Förderprogramme rund 34 Millionen Euro in die bayerische Alm- und Alpwirtschaft. Über das Bayerische Bergbauernprogramm wurden seit Jahresbeginn bereits mehr als 3,3 Millionen Euro bewilligt. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Wasserversorgung. Investitionen in die Wasserversorgung auf Almen fördert der Freistaat mit Zuschüssen von bis zu 30.000 Euro.
„Die zunehmende Trockenheit trifft unsere Almen unmittelbar. Wenn schon zu Beginn des Sommers Wasser für die Tiere auf den Berg gefahren werden muss, zeigt das, wie dringend Investitionen in eine verlässliche Versorgung sind. Wegen der angespannten Haushaltslage gab es Vorschläge zu Kürzungen im Bergbauernprogramm. Diese habe ich abgelehnt, denn bei den Bergbauern wird nicht gespart!“, so die Ministerin wörtlich. Sie kündigte zugleich an, sich auch auf europäischer Ebene für eine dauerhaft verlässliche Finanzierung der Berglandwirtschaft einzusetzen. Dies werde ein wichtiges Anliegen bei der Agrarministerkonferenz sein, die sie in wenigen Wochen in Bayern leitet.
Klar bekannte sich Kaniber auch zur Kombinationshaltung, wie sie auf vielen Bergbauernhöfen praktiziert wird. Dabei verbringen die Tiere einen erheblichen Teil des Jahres auf der Weide und auf der Alm. „Unsere Almbauern zeigen, wie Tierwohl und gewachsene Hofstrukturen zusammenpassen: Die Tiere kommen hinaus in die Natur, bewegen sich auf den Weiden und verbringen den Sommer auf der Alm. Diese Form der Kombinationshaltung ist tiergerecht und muss auch künftig möglich bleiben“, so die Ministerin.
Betriebe, die ihre Haltung weiterentwickeln und in einen Laufstall investieren wollen, unterstützt der Freistaat mit Beratung und passgenauen Förderprogrammen.Die Hauptalmbegehung gilt als wichtigste jährliche Veranstaltung der oberbayerischen Almwirtschaft. „Die Almbäuerinnen und Almbauern erhalten mit ihrer Arbeit nicht nur unsere Landschaft. Sie halten unsere Berge lebendig. Dafür verdienen sie nicht nur Dank, sondern verlässliche politische Unterstützung“, sagte Kaniber.
Bericht und Bild: Bayerisches Landwirtschaftsministerium / Judith Schmidhuber, StMELF: Foto zeigt Staatsministerin Michaela Kaniber im Rahmen der 79. Hauptalmbegehung auf der Ampertalalm bei Lenggries.


