Bei einer Veranstaltung des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein wurde Ende Juni im Rahmen des boden:ständig‑Projekts Abtsdorfer See in Steinbrünning das Potenzial der Gülleseparierung zur Verringerung von Nährstoffeinträgen in den See aufgezeigt. Um Einblicke in die Anwendung der Technik zu geben, wurden auf dem Betrieb von Landwirt Mathias Auer drei Separatoren unterschiedlicher Größe vorgeführt.
Feststoffe und Flüssigkeit voneinander zu trennen – genau darauf basiert das Prinzip der Gülleseparierung. Durch die Aufteilung der Gülle in eine feste und eine flüssige Phase und die anschließende Ausbringung der dünnflüssigen Fraktion ergeben sich verschiedene Vorteile. Dazu zählen eine hohe Stickstoffeffizienz, ein schnelles Eindringen in den Boden sowie ein geringeres Risiko, dass Feststoffe bei Niederschlagsereignissen ausgewaschen werden. Diese Eigenschaften machen die Technik auch für das boden:ständig‑Projektgebiet am Abtsdorfer See interessant. Dort besteht das wesentliche Ziel darin, den Eintrag von Nährstoffen in das Gewässer zu reduzieren.
Nach einer Einführung in das Thema durch Michael Kirchstetter (AELF Traunstein) stellten die jeweiligen Firmenvertreter kurz ihre Geräte vor: Gezeigt wurden ein leistungsfähiger Separator eines Lohnunternehmens, ein in der mittleren Preisklasse angesiedelter Separator mit guter Leistung sowie ein kleinerer Schnellseparator. Franz Gmaindl (AELF Traunstein) und Christian Fuchsgruber (boden:ständig‑Umsetzungsbegleiter) bewerteten anschließend die Ergebnisse. Grundsätzlich galt: Je leistungsfähiger der Separator, desto ansprechender das Ergebnis. Dies zeigte sich an einem geringen Feststoffanteil in der flüssigen Phase und einem höheren Trockensubstanzgehalt des Feststoffseparats. Michael Kirchstetter veranschaulichte diese Unterschiede durch einen Schüttversuch auf Silofolie. Anschließend demonstrierte Mathias Auer die Ergebnisse der unterschiedlichen Separatoren auf dem Grünland. Dazu brachte er die frisch separierte Gülle neben der nicht separierten Gülle aus.
Der leistungsfähige Separator des Lohnunternehmens überzeugte durch eine unkomplizierte, sehr saubere Arbeitsweise und ein sehr gutes Ergebnis. Auch der preislich in der Mittelklasse angesiedelte Separator erzielte ein gutes Ergebnis. Der kleinere Schnellseparator überzeugte bei Dünngülle weniger, punktete jedoch damit, größere Feststoffe wie Stricke oder andere Fremdstoffe sofort zu entfernen, wodurch der Einsatz eines Nasszerkleinerers am Güllefass entfallen kann. Insgesamt war für unterschiedliche Betriebsgrößen eine passende Separationstechnik zur Besichtigung dabei.
Die Separation der Gülle in eine flüssige Phase und ein Feststoffseparat ermöglicht eine regenunabhängige Ausbringung der flüssigen Phase, was insbesondere in Zeiten längerer Trockenperioden einen entscheidenden Vorteil darstellen kann. Mit Blick auf den Gewässerschutz verringert eine Ausbringung bei trockener Witterung das Risiko, dass Phosphor in Oberflächengewässer abgeschwemmt oder in Drainagen ausgewaschen wird, da Phosphor mehr Zeit hat, sich an Bodenpartikel zu binden. Die Dünngülle zieht sehr schnell ein, hinterlässt keine Ablagerungen, die die Grasnarbe schädigen oder die Wuchsentwicklung beeinträchtigen könnten, und verbessert zudem die Futterhygiene. Beim Umgang mit dem Feststoffseparat bietet sich im Frühjahr die Ausbringung auf Mais an, im Sommer die Ausbringung auf Zwischenfrüchten.
Die gut besuchte Veranstaltung hat praxisnah gezeigt, dass Gülleseparierung ein wirkungsvolles Instrument sein kann, um Nährstoffe gezielt zu nutzen, das Abschwemmrisiko in Gewässern zu reduzieren und die Ausbringung der Dünngülle zu flexibilisieren. Für die Umsetzung im Betrieb sind allerdings auch die individuellen Voraussetzungen, beispielsweise hinsichtlich einer Lagermöglichkeit für Feststoffe, zu berücksichtigen.
Text: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern – Bilder: ALE Oberbayern/AELF Traunstein




