Natur & Umwelt

Gartenführung in Wiedendorf

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Prien-Rimsting-Bernau – Blumen, Kartoffeltürme und Hirsche in Wiedendorf  –  Wiedendorf zog rund 120 Gartler – und solche, die es werden wollen – an. Der Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung hatte zur Ortsteilbegehung mit anschließendem Sommerfest bei Familie Schnaiter auf den Pollhof geladen.

Christian Steinbichler eröffnete seine Führung im Bernauer Ortsteil Wiedendorf mit dem Blumenschmuck des Pollhofs. Der Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt von klassischen Balkongeranien bis hin zu insektenfreundlichen Blumen und Stauden. In den Hochbeeten des auf der Südseite gelegenen Bauerngartens wachsen Gemüse und Kräuter zur Selbstversorgung der Familie Schnaiter. Vor der Kulisse der bayerischen Voralpen gedeihen Kraut, Gurken, Salat und vieles mehr. Im angrenzenden Streuobstgarten finden sich zahlreiche Obstbäume. Nach einem Exkurs über alte Birnensorten „… manche Sorten verschwinden einfach – wenn keiner mehr Kletzn trocknet, braucht man diese speziellen Sorten halt nicht mehr …“ führte der Weg einige hundert Meter weiter zu Haus und Garten von Christine Schnaiter. Die experimentierfreudige junge Frau zieht Kartoffeln in Türmen. Das Erdreich mit den Setzkartoffeln wird dabei von Stroh und Baustahl ummantelt. Ein mittiges Drainagerohr sorgt für Wasserversorgung bis nach unten und lässt die Kartoffeln wunderbar gedeihen. Daneben wachsen Kürbisse und Zucchini in nach unten offenen Kübeln, die einzeln auf einem kleinen Erdhügel stehen. „Tierische“ Gesellschaft erhält der liebevoll gepflegte Garten von Schafen, Hühner und Hasen.

Auf dem Anwesen von Hans Bauer erläuterte Vorstand Steinbichler den Schnitt von Himbeeren und wies auch hier auf den wunderbaren Blumenschmuck hin. Die letzte Station des Rundgangs wartete mit einem besonderen Höhepunkt auf – dem Hirschgehege von Lenz Bögelmüller. Mit Futter angelockt kam das Rotwild bis auf wenige Meter an die Gruppe heran und zeigte keinerlei Scheu. „Da kann man doch keinen umbringen“, spielte eine Besucherin auf die EU-Verordnung von 2025 an, die das Sikawild als sogenannte invasive Art in ganz Europa einstuft. Das bedeutet für Böglmüller, dass er nach derzeitigem Stand seine rund 30 Tiere ab 2027 nicht mehr halten darf. Steinbichler und alle Anwesenden drücken die Daumen, dass die von den Wildhaltern eingereichte Petition gegen das Haltungsverbot erfolgreich sein wird.

Angeregt über Sinn und Unsinn von EU-Verordnungen diskutierend kehrte die Besuchergruppe zum Sommerfest auf dem Pollhof der Familie Schnaiter ein. Dort warteten Grillschmankerl, Kaffee und Kuchen. Zum Dank für die Gastfreundschaft überreichten die beiden Vorstände Christian Steinbichler und Christa Angerer Orchideen, Schnaps und ein vom Vorstandsmitglied Ernst Wörtz gebautes Vogelhaus. Bestens bewirtet von der Vorstandschaft des Obst- und Gartenbauvereins ließen die Teilnehmenden den Abend gesellig ausklingen.

Die nächste Veranstaltung ist die Begehung des Obst- und Kulturwegs am Freitag, 11. September 2026 mit Streuobstberater Martin Landes und Vorstand Christian Steinbichler. Treffpunkt 13 Uhr am Wanderparkplatz Ratzinger Höhe, Veranstalter ist der Kreisverband Rosenheim, Anmeldung und Rückfragen unter Tel: 08031/392-3331, E-Mail: angelika.demegni@lra-rosenheim.de.

Bericht und Bilder: Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung e.V. / Sylvia Habl  – Gastgeber sind von links nach rechts: Vorstand Christian Steinbichler, Familie Schnaiter, 2. Vorständin Christa Angerer.

 

 

 


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Toni Hötzelsperger

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