Auch im fünften Heimspiel dieser DEL2-Saison können die Starbulls Rosenheim gegen die Eisbären Regensburg nicht gewinnen. Auch das fünfte Spiel der Playoff-Viertelfinalserie zwischen den beiden Teams endet mit einem Auswärtssieg. Die gnadenlos effektiven Regensburger gewinnen am Freitagabend vor 4.425 Zuschauern im erneut restlos ausverkauften ROFA-Stadion wie schon am vergangenen Sonntag mit 6:5 – diesmal aber nach regulärer Spielzeit. Der Siegtreffer fällt in der Schlussphase bei doppelter Überzahl der Gäste, die in der Serie nun mit 3:2 führen. Die Starbulls müssen am Sonntag in Regensburg gewinnen, um das alles entscheidende siebte Spiel am kommenden Dienstag zu erzwingen.
Starbulls-Cheftrainer Jari Pasanen veränderte seine Mannschaft nach dem 7:4-Auswärtssieg in Regensburg am Mittwoch erneut. Oskar Autio, Jordan Taupert und C.J. Stretch rotierten auf die Tribüne, Teemu Pulkkinen und Wyatt Schingoethe rückten ins Line-up. Das Rosenheimer Tor hütete Christopher Kolarz.
Die Grün-Weißen präsentierten sich von Beginn an offensivstark, dominierten die Anfangsminuten deutlich, doch die Gäste schlugen mit ihren ersten beiden Torschüssen eiskalt zu. Nikola Gajovsky löffelte den Puck mit Schmackes ins linke Kreuzeck (4.), Cory Trivino tat es ihm aus fast identischer Position gleich (5.). Beide Male störte ein Regensburger Forecheck den Rosenheimer Versuch zum Spielaufbau.
Die Starbulls blieben aber am Drücker und belohnten sich. Lewis Zerter-Gossage fälschte einen Schuss von Lukas Laub von der Bande mit dem Schläger unhaltbar zum 1:2- Anschlusstreffer ab (10.). Scott Feser scheiterte bei einem Unterzahl-Konter frei auf das Regensburger Tor zusteuernd an Keeper Jonas Neffin (15.). Shane Hanna hämmerte den Puck von der blauen Linie zum 2:2-Ausgleichstreffer mit Innenpfosten-Kontakt ins Netz (18.). Bei zwei Rosenheim Überzahlspielen zuvor lief die Scheibe gut, klare Abschlüsse aber fehlten. Auf Gästeseite blieb ein Powerplay ungenutzt.
Beim dritten Rosenheimer Powerplay zu Beginn des zweiten Spielabschnitts hatten die Eisbären zunächst Glück, dass Schingoethe nur das Lattenkreuz traf. Aber der Rosenheimer Überzahldruck blieb hoch und Lewis Zerter-Gossage versenkte schließlich den Rebound seines eigenen Schusses, der an Pascal Zerressens Schlittschuh abgeprallt war, zum verdienten 3:2 für die Grün-Weißen (25.).
Die erste – und einzige – Rosenheimer Führung der Partie hielt nur 16 Sekunden. Die grün-weiße Defensive packte erneut nicht effektiv zu und Donat Peter traf über die Fanghand von Torwart Kolarz in den rechten Torwinkel zum 3:3. Drei Minuten später fälschte Bryce Kindopp einen Schuss von Sean Giles unhaltbar zum 3:4 ab (28.) – mit ganzen acht Torschüssen zu diesem Zeitpunkt waren die gnadenlos effektiven Gäste vier Mal erfolgreich!
Die Starbulls aber machten unbeirrt weiter, hatten in Unterzahl durch Zerter-Gossage (30.), in Überzahl durch Fabian Dietz, Schingoethe und Pulkkinen (32.) und bei mehreren Zwei-gegen-Eins-Situationen jede Menge Großchancen. Gegen Drittelende schnürten sie die Gäste von der Donau auch bei gleicher Spieleranzahl auf dem Eis ein und schließlich war es Lukas Laub, der nach einem abgeprallten Schuss von Shane Hanna zum 4:4 abstaubte – drei Sekunden vor der Sirene zur zweiten Pause.
Der Rosenheimer Drive der Schlussphase des zweiten Spielabschnitts war im Schlussdrittel zunächst weg – die Effektivität der Gäste hingegen weiterhin da. Jeremy Bracco traf bei einem Regensburger Überzahlangriff gegen zu hoch verteidigende Starbulls aus zentraler Position ins rechte obere Eck und stellte auf 4:5 (45.). Es folgte die einzige Phase der Partie, in denen die Eisbären Vorteile hatten. Cory Trivino und Donat Peter vergaben Chancen zum 4:6, ehe sich den Hausherren wieder ein Überzahlspiel bot. Diesmal sah es nicht nur gut aus, sondern war auch erfolgreich. Teemu Pulkkinen erkannte, dass Torwart Neffin seinen Schläger verloren hatte und nagelte den Puck zum 5:5 in die Maschen (52.).
Luigi Calce vergab eine Minute später die Großchance zur Rosenheimer Führung, danach blieb ein letztes Powerplay der Starbulls ohne gefährliche Abschlüsse – und dann wurde es aus grün-weißer Sicht bitter: Pulkkinen und Hanna wurden hintereinander auf die Strafbank geschickt und Regensburg nutzte die doppelte Überzahlsituation eiskalt aus. Bryce Kindopp traf per Direktabnahme aus dem linken Bullykreis zum 5:6 (57.). Rosenheims Bemühungen, mit sechs Feldspielern und ohne Torwart noch zum Ausgleich zu kommen, blieben erfolglos.
Am Sonntag in Regenburg (17 Uhr, Liveübertragung bei www.sporteurope.tv) müssen die Starbulls nun zum dritten Mal in Folge auswärts gewinnen, um den Einzug der Eisbären ins Halbfinale und das eigene Saisonende zu verhindern und den „Showdown“ am Dienstag im ROFA-Stadion zu erzwingen.
Bereits für das Playoff-Halbfinale qualifiziert hat sich Hauptrunden-Primus Krefeld Pinguine (4:0-Sweep gegen den EV Landshut). In den Viertelfinalserien zwischen den Kassel Huskies und den Lausitzer Füchsen und zwischen den Ravensburg Towerstars und den Bietigheim Steelers steht es nach fünf Spielen jeweils 3:2. Auch hier fallen die Entscheidungen am Sonntag oder am Dienstag. Die Vorschlussrunden starten am Gründonnerstag.
In der zweiten Playdown-Runde stehen sich die Blue Devils Weiden und der ESV Kaufbeuren gegenüber. Der Sieger der Serie – Kaufbeuren benötigt vier Siege, Weiden nur deren drei – spielt auch in der kommenden Saison in der zweithöchsten deutschen Eishockey-Spielklasse, der Verlierer ist sportlicher Absteiger in die Oberliga. Das erste Spiel entschied Weiden mit 3:2 für sich. Bad Nauheim und Freiburg können nach ihren Playdown-Erstrundenerfolgen bereits für ein weiteres Jahr DEL2 planen.
Pressemitteilung Starbulls Rosenheim e.V. / Archiv-Foto: Michael Anner junior, Prien a. Chiemsee




