Natur & Umwelt

Übersee: Standsicherheit für den Deich

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Wasserwirtschaftsamt Traunstein saniert Hochwasserschutz an der Tiroler Achen südlich der A8

Standsicherheit und damit Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser: dieses Ziel verfolgt das Wasserwirtschaftsamt Traunstein mit der Sanierung des Deichs entlang der Tiroler Achen, südlich der A8. Die Arbeiten finden auf einer Länge von 3,3 Kilometern in Fließrichtung rechts statt und sind in zwei Bauabschnitte eingeteilt. Die Arbeiten des ersten Bauabschnitts sollen idealerweise im Januar starten. Gebaut werden darf lediglich von Oktober bis Februar, da dann die Vogelbrutzeit beginnt.

Gehölzarbeiten dienen dem Hochwasserschutz

Um das Optimum an Hochwasserschutz zu erreichen, mussten im ersten Bauabschnitt, der vom Fußgängersteg bei Osterbuchberg bis zum Altarm der Tiroler Achen reicht, bereits Bäume und Sträucher entfernt werden. Für den zweiten Bauabschnitt folgen die Gehölzarbeiten nach derzeitiger Planung Mitte November. Da dieser Abschnitt in einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) liegt, fanden enge Abstimmungen mit dem Naturschutz statt. Grundsätzlich aber gilt: Jeder Hochwasserschutzdeich sollte nicht bewachsen sein, denn die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern gefährden seine Stabilität. „Ein Deich ist ein technisches Bauwerk. Wenn wir nicht konsequent handeln, rächt sich das bei einem Hochwasser“, sagte Bernhard Lederer, Leiter des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamtes, bei einem Vorort-Termin an der Tiroler Achen bei Almau.

Spundwand sorgt für Stabilität im Deich

Dort, direkt am Ufer des Flusses, erläuterte Projektleiterin Susanne Segna die einzelnen Schritte der Sanierung im ersten Abschnitt: Zunächst werden Arbeiter den Oberboden abziehen, dann wird der Deich zeitweise um einen halben Meter abgesenkt. Das ist wichtig, damit die Baufahrzeuge auf den Deich fahren können. Ist ein entsprechender Schlitz ausgehoben, wird die Spundwand eingebracht – und bis direkt an die Brücken im Areal angeschlossen. Die ursprüngliche Geometrie des Deiches wird wiederhergestellt, wobei das Deichmaterial ebenso wiederverwendet wird wie der Oberboden. Magerrasen sowie Saatgut aus der Region gewährleisten einen ökologisch wertvollen Standort. Ein Deichkronenweg dient als Zufahrtsweg bei etwaigen Instandhaltungen, lädt aber auch zum Spazierengehen und Radfahren ein. Wie Susanne Segna sagte, müssen während der Bauphase diverse Leitungen im Blick behalten werden, unter anderem die Wasserleitung für den Ortsteil Oberbuchberg. Ist die Sanierung erfolgreich abgeschlossen, rechnet Behördenleiter Lederer für den Deich mit einer Lebensdauer von rund 80 Jahren. Um diesen langlebigen Hochwasserschutz zu erreichen, hat der Freistaat Bayern rund 3,8 Millionen Euro investiert.

Bericht und Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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