60 Teilnehmende beim ÖPNV-Gipfel der Euregio Inntal: Grenzüberschreitende Mobilität Bayern–Tirol im Fokus
Kufstein, 17. September 2026 – Wie kann Mobilität über die Grenze zwischen Bayern und Tirol hinweg noch besser funktionieren? Welche Entwicklungen gibt es bereits und welche innovativen Lösungen können künftig dazu beitragen, den öffentlichen Verkehr im gemeinsamen Grenzraum weiter zu stärken? Diesen Fragen widmete sich der ÖPNV-Gipfel „Grenzüberschreitende Mobilität Bayern–Tirol“, zu dem die Euregio Inntal ins novum Kufstein eingeladen hatte. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bayern und Tirol folgten der Einladung und nutzten die Veranstaltung insbesondere auch zum grenzüberschreitenden Austausch und zur Vernetzung.
Der grenzüberschreitende ÖPNV-Gipfel fand damit bereits zum dritten Mal statt, in diesem Jahr erstmals in Kufstein, nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr in Oberaudorf zu Gast gewesen war. Das Format hat bereits in den vergangenen Jahren großen Zuspruch erfahren und sich als wertvoller Rahmen etabliert, um Akteurinnen und Akteure aus Bayern und Tirol zusammenzubringen. Neben der Information über aktuelle Entwicklungen und konkrete Mobilitätsprojekte steht dabei insbesondere der persönliche Austausch im Mittelpunkt: Erfahrungen können über die Grenze hinweg geteilt, neue Kontakte geknüpft und mögliche gemeinsame Lösungsansätze diskutiert werden.
Eröffnet wurde der Gipfel von Barbara Schwaighofer, Präsidentin der Euregio Inntal. Mit Kurzstatements von Mobilitätslandesrat René Zumtobel, Landrat Otto Lederer und Gabriele Leicht, 3. Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim, wurde bereits zu Beginn die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit über Landes- und Staatsgrenzen hinweg unterstrichen.
Im Mittelpunkt des Nachmittags stand anschließend ein breites Spektrum aktueller Entwicklungen und konkreter Praxisbeispiele. Markus Haller, Prokurist des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV), gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen im MVV. Michael Bürger vom Land Tirol beleuchtete die grenzüberschreitende Mobilität im Rahmen der EU-Alpenraumstrategie EUSALP. Oliver Kirchner, Mobilitätskoordinator Bayern–Tirol bei Kufstein mobil, zog Bilanz über ein Jahr grenzüberschreitendes Mobilitätsmanagement zwischen Bayern und Tirol. Mit dem Projekt „Grenzenlose Mobilität“ Jenbach–Tegernsee stellte Andreas Knapp, Mobilitätskoordinator der Regio Schwaz, einen weiteren grenzüberschreitenden Ansatz vor.
Auch innovative Mobilitätsformen und zukünftige Entwicklungen waren zentrale Themen. Wolfgang Inninger vom Fraunhofer IML präsentierte Kennzahlen zu On-Demand-Verkehren und Entwicklungen bei ROSI, während Matthias Geiger vom Verkehrsverbund Tirol (VVT) die zukünftige Entwicklung der E-Mobilität beim VVT vorstellte. Alexander Baumgartner vom Land Tirol gab Einblicke in die Innovationschallenge „Mobility & Tourism Innovations Tirol“ von Land Tirol, VVT und Tirol Werbung. Den Blick über den unmittelbaren Euregio-Raum hinaus richtete schließlich Manuel Lutz, Geschäftsführer von Vitalpin, mit nachhaltigen Mobilitätslösungen aus dem Vitalpin-Netzwerk, darunter der Südtirol Guest Pass und EMMI-Mobil.
Bewusst war der ÖPNV-Gipfel nicht als reine Vortragsveranstaltung konzipiert. In der Pause bestand Raum für Fragen, Beiträge und Diskussionen. Gerade der persönliche Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Verkehrsverbünden, Wissenschaft und weiteren mit Mobilität befassten Institutionen aus Bayern und Tirol bildete einen wesentlichen Bestandteil des Formats.
Mit der mittlerweile dritten Auflage des ÖPNV-Gipfels setzte die Euregio Inntal einen weiteren Impuls, bestehende Initiativen stärker miteinander zu vernetzen, Erfahrungen über die Grenze hinweg auszutauschen und gemeinsam an einer zukunftsfähigen Mobilität im bayerisch-tirolerischen Grenzraum zu arbeiten. Nach den Fachbeiträgen bot ein gemeinsames Get-together Gelegenheit, Gespräche zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen.
Zitate:
Euregio Inntal Präsidentin Barbra Schwaighofer:
Die heutige Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig das Miteinander und der kontinuierliche Austausch über die Grenze hinweg sind. Als Euregio Inntal sehen wir eine unserer zentralen Aufgaben darin, die relevanten Akteurinnen und Akteure aus Bayern und Tirol zusammenzubringen und gemeinsam konkrete Verbesserungen anzustoßen. Ein wichtiger Baustein dabei ist für uns der weitere Ausbau grenzüberschreitender Busverbindungen zwischen dem Bezirk Kufstein und dem Landkreis Rosenheim, um die bestehende Zugverbindung durch attraktive Angebote im Busverkehr zu ergänzen. Daran wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern weiterarbeiten. Diese Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und Mobilität über Grenzen hinweg zu denken, wollen wir auch in Zukunft weiter stärken.
Tiroler Mobilitätslandesrat René Zumtobel:
Der öffentliche Verkehr im Tiroler Unterland hat sich in den vergangenen Jahren spürbar weiterentwickelt – von schnelleren Zugverbindungen zwischen Kufstein und Innsbruck bis zu erweiterten Busangeboten. Genauso wichtig ist mir aber der Blick über die Grenze und die überregionale Zusammenarbeit: Mit der Euregio Inntal und dem MVV arbeiten wir gemeinsam an Mobilität, die keine Grenzen kennt.“
Landrat Landkreis Rosenheim Otto Lederer:
Die Erweiterung des Tiroler Klimatickets bis nach Kiefersfelden und Oberaudorf beweist, dass wir grenzüberschreitend viel bewegen können, und es zeigt: Wenn alle an einem Strang ziehen, überwinden wir Grenzen. Diese Vernetzung wollen wir weiterdenken, sei es durch eine Ausweitung des Klimatickets über Oberaudorf hinaus bis nach Rosenheim oder die Anerkennung von MVV-Tickets auf Tiroler Seite bis Wörgl. Nicht alles geht sofort, manches braucht finanzielle Mittel und einen langen Atem. Aber gute Ideen legt man nicht beiseite, man verfolgt sie gemeinsam weiter
- Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim Gabriele Leicht:
Für die Menschen in unserer Region sind Bayern und Tirol ein gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum. Deshalb muss Mobilität einfach, verlässlich und möglichst nahtlos funktionieren. Unsere Erfahrung in Rosenheim ist: Gute Mobilität braucht kommunale Gestaltungskraft vor Ort und starke Partnerschaften über Grenzen hinweg. Die Grenze sollte für die Fahrgäste immer weniger spürbar werden – unsere Zusammenarbeit dafür umso mehr
Finanzreferent der Euregio Inntal und 1. Bürgermeister von Neubeuern Christoph Schneider
Ein gut ausgebauter und grenzüberschreitend funktionierender öffentlicher Verkehr ist ein entscheidender Standortfaktor für unseren gemeinsamen Wirtschaftsraum im Inntal. Unsere Unternehmen sind darauf angewiesen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlässlich und unkompliziert erreichen können – unabhängig davon, auf welcher Seite der Grenze sie wohnen. Ein attraktiver ÖPNV trägt deshalb ganz wesentlich dazu bei, Fachkräfte in der Region zu halten und neue zu gewinnen. Wenn wir den Wirtschaftsraum nachhaltig stärken wollen, müssen wir Mobilität über Gemeinde-, Landkreis- und Landesgrenzen hinweg denken
Geschäftsführer von Kufstein Mobil Manuel Tschenet:
Trotz angespannter finanzieller Haushalte arbeiten auf beiden Seiten der Grenze motivierte Institutionen und Personen an der ständigen Verbesserung der Mobilitätsangebote. Der jährliche ÖPNV-Gipfel ist dabei ein wichtiger Termin, bei dem der direkte Austausch im Vordergrund steht. Verschiedene Projekte wurden in den letzten Jahren bereits umgesetzt, viele sind in der Planung. Was es in den nächsten Monaten braucht, ist der gemeinsame Wille zur Umsetzung, der auch eine ausreichende Finanzierung umfasst. Dabei hilft vor allem auch der Blick über unsere Länder hinaus, so zum Beispiel zur Mitfinanzierung des ÖPNV durch das Guest Mobility Ticket in Salzburg bzw. der Guest Pass in Südtirol.
Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung der Sparkasse Kufstein, der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, der Raiffeisen Bezirksbank Kufstein und der meine Volksbank Raiffeisenbank eG sowie aus Mitteln des Interreg VI-A Bayern–Österreich-Programms finanziert.
Bericht: Euregio – Fotos: Hans Osterauer / Euregion Inntal
Auf dem Foto 1 von links nach rechts: Bezirkshauptmann von Kufstein Dr. Kurt Berek, Tiroler Mobilitätslandesrat René Zumtobel, dritte Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim Gabriele Leicht, Euregio Inntal Präsidentin Barbara Schwaighofer und Landrat vom Landkreis Rosenheim Otto Lederer.
Auf dem Foto 2 von links nach rechts zu sehen, Geschäftsführerin Esther Jennings und die Euregio Inntal Präsidentin Barbara Schwaighofer mit den 8 Vortragenden des Euregio Inntal Gipfels.
Foto 3: Der Tiroler Mobilitätslandesrat René Zumtobel bei seiner Ansprache vor den rund 60 Teilnehmenden des ÖPNV-Gipfels der Euregio Inntal. (von euregion Inntal)
Foto 4: Der Rosenheimer Landrat Otto Lederer bei seiner Ansprache an die Teilnehmenden des ÖPNV-Gipfels der Euregio Inntal. (von Euregion Inntal)
Foto 5: Euregio-Inntal-Präsidentin Barbara Schwaighofer bei der Begrüßung der Teilnehmenden. (von Euregio Inntal)
Foto 6: Tirols Mobilitätslandesrat René Zumtobel bei seinen Worten an die Teilnehmenden. (von Euregion Inntal)
Foto 7: Die 3. Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Gabriele Leicht, bei ihrer Ansprache an die Teilnehmenden. (von Euregio Inntal)
#8Gesamtfoto sind von links nach rechts zu sehen: Michael Bürger, EUSALP, Land Tirol; Alexander Baumgartner, Abteilung Mobilitätsplanung, Land Tirol; Manuel Lutz, Geschäftsführer von Vitalpin; Esther Jennings, Geschäftsführerin der Euregio Inntal; Wolfgang Inninger, Fraunhofer IML; Barbara Schwaighofer, Präsidentin der Euregio Inntal; Matthias Geiger, VVT; Andreas Knapp, Mobilitätsbeauftragter Regio Schwarz; Markus Haller, Prokurist MVV; Oliver Kirchner, grenzüberschreitender Mobilitätsbeauftragter Kufstein Mobil.)









