Land- & Forstwirtschaft

Viehscheid in Oberstaufen

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Rund 1.400 Tiere von 19 Alpen sind beim traditionellen Viehscheid in Oberstaufen ins Tal zurückgekehrt. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber besuchte den Scheidplatz in Höfen und dankte den Älplerinnen und Älplern für ihre Arbeit während eines außergewöhnlich anspruchsvollen Alpsommers. Zugleich bekräftigte sie, dass Bayern das Bergbauernprogramm ohne Kürzungen fortführt.

„Was für die vielen Besucher ein beeindruckendes Bild ist, steht für einen Sommer harter Arbeit und großer Verantwortung. Unsere Älplerinnen und Älpler kümmern sich um ihre Tiere, sichern die Wasserversorgung und halten die Flächen offen. Deshalb gilt meine klare Zusage: Bei unseren Bergbauern wird nicht gespart – die vorgeschlagenen Kürzungen im Bayerischen Bergbauernprogramm habe ich abgelehnt“, sagte Kaniber.

Ein schneearmer Winter, ein trockenes Frühjahr und große Hitze haben die Alpwirtschaft in diesem Jahr besonders gefordert. Einige Alpen im Oberallgäu mussten ihr Vieh wegen Wassermangels früher ins Tal bringen. Viele Betriebe haben in den vergangenen Jahren bereits in eine bessere Wasserversorgung investiert. Der Freistaat unterstützt solche Vorhaben mit Zuschüssen von bis zu 30.000 Euro. Allein bis Anfang August wurden über das Bayerische Bergbauernprogramm mehr als 3,3 Millionen Euro bewilligt. Das Programm hilft den Betrieben damit zunehmend auch, sich an Trockenheit und andere Folgen des Klimawandels anzupassen.

Welche Bedeutung die Alpwirtschaft im Allgäu hat, zeigt Oberstaufen besonders eindrucksvoll: Im Gemeindegebiet liegen rund 170 Alpen mit einer Fläche von etwa 3.750 Hektar. Jedes Jahr werden dort zwischen 6.500 und 7.000 Tiere aufgetrieben. Der Viehscheid macht die Arbeit der Bergbauern für Einheimische und Gäste sichtbar und verbindet Landwirtschaft, gelebtes Brauchtum und Tourismus.

Kaniber will sich zugleich für eine dauerhaft verlässliche Finanzierung der Berglandwirtschaft nach 2027 einsetzen. Bayern fordert ein eigenständiges und ausreichend ausgestattetes Budget für die Gemeinsame Agrarpolitik, gesicherte Mittel für die ländlichen Räume und deutlich weniger Bürokratie. Diese Anliegen wird die Ministerin auch bei der bevorstehenden Agrarministerkonferenz in Bayern einbringen.

Text: StMELF – Foto: Stefanie Büchl/StMELF


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Toni Hötzelsperger

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