Leitartikel

Dettendorf: sichtbare Nächstenliebe

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Herrliche und unbeschwerte Festtage wurden der Freiwilligen Feuerwehr Dettendorf (Gemeinde Bad Feilnbach) anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens am vergangenen Wochenende gegönnt. Das vorbildliche Miteinander und Zusammenarbeiten während der Planungs- und Vorbereitungsphase sowie die gelungene Durchführung belohnten höhere Mächte mit sommerlichem Kaiserwetter.

Zum Wohlfühleffekt und zur Stimmung beim Bieranstich und Spanferkelessen am Samstag trugen Festausschuss, Jugendfeuerwehr, Mitglieder und die Dorfgemeinschaft bei. Einen erfolgreichen Festsonntag erlebten 13 benachbarte und befreundete Feuerwehren, die Trachtenkapelle Dettendorf, die „Auer Musi“ und die Trachtenkapelle Litzldorf sowie Ortsvereine in der vollen Festhalle der Familie Schweiger am Kreuzhuberanwesen. Beeindruckt von der Kulisse mit zahlreichen Teilnehmern zeigten sich die Vorsitzenden der FFW Dettendorf, Josef Schweiger und Anton Mayr, die Kommandanten Johann Willerer und Stefan Millauer, Kreisbrandinspektor Josef Kirner, Kreisbrandmeister Marinus Astner sowie Bad Feilnbachs Bürgermeister und Schirmherr Max Singer.

Zeichen solidarischer und freundschaftlicher Verbundenheit mit dem Jubilar setzten die teilnehmenden Vereine beim Kirchenzug und beim Festgottesdienst an der Pfarrkirche St. Korbinian. Ein buntes Bild aus Fahnenabordnungen, blauen Uniformen und der Tracht des Trachtenvereins GTEV „Edelweiß“ Dettendorf‑Kematen bereicherte die angrenzende Streuobstwiese. Den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes unter freiem Himmel gestaltete die Trachtenkapelle Dettendorf.

Die Themen „Zwei sind besser als einer alleine“ (Buch Kohelet) sowie der Text aus dem Matthäus-Evangelium „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan, habt ihr mit getan!“ stellte Pater John, Pfarrvikar des Pfarrverbands Maria Morgenstern, in den Mittelpunkt seiner Predigt. Hinter der Zahl „150“ stünden dem Geistlichen zufolge nicht nur vergangene Jahre, Fahrzeuge, Gerätschaften und Ausrüstung, sondern in erster Linie Menschen, die „füreinander da sind“ und bei Einsätzen, Gefahren und Notsituationen sowie bei Übungen viel Zeit opfern. Für diese gelebte und sichtbare Nächstenliebe in der Nachfolge Christi gebühre ihnen Respekt und Anerkennung. Aktiven Dienst leisten heiße nicht nur die Uniform tragen, sondern Verantwortung für Menschen übernehmen, die bei Feuer, Unfällen, Naturkatastrophen und anderen sicherheitsgefährdenden Ereignissen Hilfe benötigen. Respekt und Anerkennung gelte ebenso den Familien, die ihren aktiven Männern, Söhnen oder Frauen den Rücken stärken und Verantwortung mittragen.

In wertschätzenden Worten würdigte Bürgermeister Max Singer Ehrenamt, Bereitschaft und Verantwortung bei Einsätzen für Menschen in Not der kleinsten der vier Freiwilligen Feuerwehren in seiner Gemeinde. Die aktiven Dienste seien nach aktuellem Stand bestens ausgebildet und sicherten zuverlässig die Einsatzbereitschaft zum Wohle und Schutz aller Bürger. Dem Kreisbrandinspektor Josef Kirner zufolge erfüllte die traditionsreiche Freiwillige Feuerwehr Dettendorf mit ihrem Dienst am Nächsten in 150 Jahren „Oberste Bürgerpflicht“. Prägend seien Kameradschaft, Zusammenhalt und Gemeinsamkeit, deren Werte vorbildlich an die Jugend als Zukunftssicherung der Feuerwehr weitergegeben würden.

Glanzvoller Höhepunkt war ein prachtvoller Festzug durch den Ort. Echte Hingucker waren die mobile Abprotzspritze des Gastgebers, gezogen von einem Fendt‑Dieselross und begleitet von Feuerwehrmännern in historischer Uniform. Mitgebracht hatten die Auer Feuerwehr ihr altes Magirus‑Löschfahrzeug, die Bad Feilnbacher Feuerwehr ihre historische Motorpumpenspritze (1926) des Herstellers Paul Ludwig Bayreuth und die Litzldorfer Floriansjünger ihre restaurierte große Feuerwehrleiter.

Text und Bilder: Peter Strim


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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