Gastronomie

Bayerische Karpfensaison eröffnet

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Bayerns Fischliebhaber und Feinschmecker können sich jetzt richtig freuen: Ab sofort steht wieder fangfrischer Karpfen aus heimischen Teichen auf vielen Speisekarten. Im mittelfränkischen Oberlindach haben Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gemeinsam die Bayerische Karpfensaison eröffnet.

Bundesminister Alois Rainer: „Ich freue mich, heute zum ersten Mal an der Karpfensaisoneröffnung teilnehmen zu können. Man merkt sofort, wie viel Professionalität, Geschick und Leidenschaft in der Karpfenabfischung stecken. Das ist echtes Handwerk – und ein Stück Heimat. Unsere Karpfenteiche prägen seit Jahrhunderten ganze Landschaften und sind Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Wer heimischen Karpfen auf den Teller bringt, entscheidet sich für Qualität aus der Region, unterstützt unsere Familienbetriebe und hilft mit, diese besondere Tradition für die nächsten Generationen zu bewahren.“

Landwirtschaftsministerin Kaniber betonte: „Wir schätzen die Arbeit der bayerischen Teichwirte sehr. Denn sie leisten mit viel Herzblut, Erfahrung und Können eine unschätzbare Arbeit. Mit ihrem Wissen und ihrer Nähe zur Natur erzeugen sie Karpfen bei uns besonders nachhaltig. Das schmeckt man mit jedem Bissen.“

In Bayern bewirtschaften rund 8.000 Familienbetriebe rund 40.000 Teiche. Allerdings ist der Fortbestand der bayerischen Karpfenerzeuger nicht selbstverständlich: Die Verluste durch Fischräuber sind in den vergangenen Jahren massiv angestiegen. Trotz meist sehr guter Erzeugungsbedingungen bleiben daher auch in diesem Jahr die Erntemengen vergleichsweise gering: Die Teichwirte erwarten heuer eine Abfischmenge zwischen 4.000 und 4.500 Tonnen. „Mein Respekt und Dank geht an alle Karpfenerzeuger, die sich nach wie vor den Herausforderungen stellen und uns mit qualitativ hochwertigster Ware und frischen Genüssen aus unseren bayerischen Gewässern versorgen!“, so Kaniber.

Von den bundesweit 42.000 Hektar Karpfenteichen liegen knapp 20.000 Hektar im Freistaat. Schwerpunkt der bayerischen Karpfenerzeugung sind Mittelfranken und die Oberpfalz. Jeweils mehr als ein Drittel der Karpfen stammen von dort. Die bayerische Karpfenproduktion findet ausschließlich in kleinen Teichen statt. Die durchschnittliche Teichgröße beträgt nur 0,4 Hektar. „Diese Form der sehr extensiven und naturnahen Erzeugung ist weltweit einzigartig. Unsere Verbraucherinnen und Verbraucher können einen wichtigen Beitrag leisten, diese traditionelle und besonders nachhaltige Produktionsform und damit auch die Kulturlandschaft zu erhalten, indem sie gezielt zu heimischem Karpfen greifen und ihn genießen.“, sagte die Ministerin in Oberlindach. Und weiter: „Wer heimischen Karpfen kauft, unterstützt nicht nur regionale Wirtschaftskreisläufe, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zum Erhalt dieser jahrhundertealten Tradition in einer gewachsenen Kulturlandschaft mit außerordentlicher Biodiversität.“

Text: StMELF – Foto: Judith Schmidhuber/StMELF


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Toni Hötzelsperger

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