Die neueste Ausgabe der Zeitschrift „Bayerische Archäologie“ blickt auf die Karolingerzeit, als Bayern keinen Herzog mehr, sondern einen dem König verpflichteten Präfekten hatte. Im Reisekönigtum des Frühmittelalters stellten die im Reich verteilten Pfalzen für die Machtausübung des Königs einen zentralen Pfeiler dar. Die Bedeutung der Metropole Regensburg zeigt sich darin, dass Karl der Große an die zwei Jahre von 791 bis 793 in der dortigen Pfalz verbrachte.
Außer den Königspfalzen in Altbayern war offenbar die Königspfalz Salz bei Bad Neustadt an der Saale für Karl und seine Nachfolger sehr wichtig. Auch über Karls berühmtes Verkehrsprojekt des Karlsgrabens, das die Flusssysteme des Rheins und der Donau in Mittelfranken verbinden sollte, konnten durch neue Forschungen der letzten Jahre viele neue Erkenntnisse gewonnen werden. Weitere Beiträge befassen sich mit der Oberpfalz als Montanraum von überregionaler Bedeutung, der Entwicklung einer karolingerzeitlichen Kirchenlandschaft in der Oberpfalz und angrenzenden Räumen, Keramikanalysen zur sogenannten Tatinger Ware und der Entstehung des sogenannten Tassilokelchstils mit einzigartigen Kunstwerken.
Abseits der Karolingerzeit geht es in dieser Ausgabe unter anderem um ein latènezeitliches Bauwerk am Mainufer in Aschaffenburg, die älteste Steinbrücke Bayerns in Eichstätt, eine Festschrift für Professor Bernd Päffgen zum 65. Geburtstag und die erstmals nahezu vollständige Präsentation der Sammlung Lipona von Caroline Murat, der Schwester Napoleons, in den Staatlichen Antikensammlungen München.
Text und Bildmaterial: Nina Starost / Verlag Friedrich Pustet


