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Kartoffelernte 2026 in Bayern

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Nach einem von Trockenheit und Hitze geprägten Anbaujahr rechnen der Bayerische Bauernverband (BBV) und die Erzeugergemeinschaften für Qualitätskartoffeln in Bayern mit einer unterdurchschnittlichen Kartoffelernte 2026 – mit teils großen örtlichen Unterschieden.

Anbaujahr 2026: Guter Start, schwieriger Sommer
Die Pflanzung verlief zwischen Ende März und Ende April unter guten Bedingungen, örtlich sorgten Spätfröste für Schäden am Kraut. Trotz zunehmender Trockenheit im Mai entwickelten sich die Bestände zunächst gut; Niederschläge Anfang Juni brachten kräftige Laubentwicklung und guten Knollenansatz. Die extreme Hitze ab Ende Juni stoppte das Wachstum, vielerorts fehlte zudem etwa die Hälfte der üblichen Niederschläge. In einer Umfrage bewerteten die Betriebe rund ein Drittel der bayerischen Bestände nur mit mangelhaft bis ungenügend. In Schwaben und im fränkischen Knoblauchsland kam es zudem zu größeren Hagelschäden. Je nach punktuellen Regenfällen und Bewässerungsmöglichkeit schwankt die Lage örtlich stark. „Wir rechnen mit kleineren Knollengrößen sowie spürbaren Ertrags- und Qualitätseinbußen“, sagt BBV-Pflanzenbaupräsident Hermann Greif.

Anbau in Bayern: gesunkene Flächen, hohe Kosten und Schädlingsdruck
2026 sank die Anbaufläche um rund vier Prozent auf etwa 37.400 Hektar. Betroffen waren vor allem Verarbeitungs- und Speisekartoffeln, während die Fläche für Stärkekartoffeln zulegte. Schwerpunkte des bayerischen Kartoffelanbaus sind Ober- und Niederbayern sowie die Oberpfalz und Schwaben. Neben den klimatischen Extremen bleibt die Schilf-Glasflügelzikade als Überträgerin von Stolbur und SBR eine ernste Bedrohung für den bayerischen Kartoffelanbau. Der amtliche Warndienst rief heuer für 40 Landkreise und zwölf kreisfreie Städte auf, mit Hotspots entlang der Donau und im Raum Würzburg. Hinzu kommen sprunghaft gestiegene Energie- und Düngemittelkosten, die zu Jahresbeginn auf niedrige Erzeugerpreise trafen.

Kartoffelmarkt ausgeglichen
Nach einer überdurchschnittlichen Vorjahresernte, einem Überangebot und erheblichem Preis- und Vermarktungsdruck für die Erzeuger hatte die Landesvereinigung der Erzeugergemeinschaften ihren Mitgliedsbetrieben empfohlen, die Flächen zu reduzieren. „Uns ist wichtig, langfristig ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu halten“, erklärt Konrad Zollner, Vorsitzender der Landesvereinigung der Erzeugergemeinschaften für Qualitätskartoffeln in Bayern. „Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Versorgung mit heimischen Kartoffeln aktuell weiterhin gut. Die wirtschaftliche Situation vieler Kartoffelbetriebe bleibt aber angespannt.“

Bewässerung sichert Ernten
Neue Pflanzenkrankheiten und Schädlinge, zunehmende Wetterextreme und geopolitische Verwerfungen erfordern ein komplexes Paket ackerbaulicher, politischer und züchterischer Maßnahmen. „Gerade bei der Zikade zeigt Bayern schon jetzt, was möglich ist, wenn Politik, Forschung und Praxis an einem Strang ziehen“, so Hermann Greif. „Um unsere Ernten zu sichern, müssen wir aber auch über Bewässerung sprechen. Die Landwirtschaft hat nur einen kleinen Anteil an der gesamten Wassernutzung, braucht hier aber dringend bessere Planungssicherheit. Dabei geht es nicht um Luxus, sondern um die Sicherung unserer Grundversorgung.“

Text: Bayerischer Bauernverband – Archiv-Foto: Hötzelsperger (Kartoffelacker-Pflege)


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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