Gemeinsam halten die Goaßlschnalzergruppen von Prien und von Greimharting an der Tradition fest, einmal im Jahr an der Kapelle von Pinswang in der Gemeinde Rimsting einen Gottesdienst zum Gedenken für die verstorbenen Mitglieder der beiden Schnalzervereinigungen zu halten.
Heuer hielt der aus St. Salvator bei Pinswang stammende Priester Seppi Steindlmüller den Gottesdienst, musikalisch gestaltet wurde die Sonntags-Feierabend-Feier von Sebastian Bauer und Kilian Huber mit Bläserweisen sowie mit der Saitenmusi von Brigitte Obermaier (Hackbrett) mit Sohn Christian (Harfe) und Eva Riepertinger (Gitarre). Ein Dank für das Vorbereiten und Herrichten galt den Pinswanger Bauern und der Schneider-Familie, ein weiteres „Vergelt´s Gott“ sprach namens der Goaßlschnalzer Johannes Buchner aus Greimharting der Mesner-Familie Wimmer von St. Salvator. Dort trafen sich abschließend Schnalzer und Freunde zu einer von den Schnalzern spendierten Brotzeit.
Fotos: Wallner / Hötzelsperger 1. Eindrücke von der Schnalzermesse an der Kapelle von Pinswang
- Kapelle in Pinswang 3. Modell von Sebastian Furtner beim Festzug anl. Gautrachtenfest in Niederaschau für den GTEV Prien – 4. Sebastian Furtner mit dem Kapellen-Nachbau
Kriegergedächtniskapelle Pinswang – Gemeinschaftswerk mit Weitblick
Am östlichen Waldrand von Pinswang steht die Kriegergedächtniskapelle, entstanden 1928 nach Plänen des Priener Architekten Karl Stein. Ihren Ursprung hat sie in einem Gelübde: Ein Pinswanger versprach der Muttergottes einen Bildstock, sollte seine schwer erkrankte Frau genesen. Nach ihrer Heilung regte ein Nachbar an, statt eines Bildstocks eine Kapelle zu errichten. Viele Helfer aus der Nachbarschaft packten mit an, sodass das Bauwerk Schritt für Schritt entstehen konnte.
Die Kapelle wurde den Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmet. Ein Pinswanger General stiftete die Ehrentafel mit den Namen der verstorbenen Soldaten, deren Lebensdaten bis heute im offenen Vorraum nachzulesen sind. Von der Kapelle aus eröffnet sich ein weiter Blick über St. Salvator, Pinswang, Zacking und Graimharting bis hin zu Kampenwand, Hochries und Wendelstein – ein stiller Ort der Erinnerung und ein schöner Aussichtspunkt zugleich.
Sebastian Furtner vom GTEV Prien sorgt für Nachbau der Kapelle
Mit beeindruckender Geduld und handwerklicher Präzision hat der Priener Sebastian Furtner im Jahr 2005 eine originalgetreue Miniatur der Kapelle von Pinswang geschaffen. In „etlichen hundert Stunden“ fertigte der damals 85‑jährige Schreinermeister das Modell in seiner Werkstatt nach historischen Fotos des Originals. Vom Altar mit dem Heiligen Leonhard über acht Fenster, zwei Türen und die Kommunionbank bis hin zu Betstühlen und Weihwasserkessel – jedes Detail wurde maßhaltig nachgebildet. Selbst eine funktionierende Innenbeleuchtung integrierte Furtner in sein Werk.
Der Kapellen-Nachbau war für Furtner ein Herzensprojekt und zugleich eine handwerkliche Hommage an die Kapelle, die sein Vater Hans Furtner vor inzwischen fast 100 Jahren mit Nachbarn errichtete. Das Modell gefiel erstmals beim 69. Gaufest des Chiemgau-Alpenverbandes im Jahr 2005 in Niederaschau beim Festumzug des Trachtenvereins Prien a. Chiemsee.












