Kultur

Bilanz Immling Festival 2026  

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die letzten Arien sind verklungen, nun sorgen wieder Pfaue, Esel, Ziegen und Hühner für den „Belcanto“ auf Gut Immling. Mit dem „Finale Grande“ ist am Sonntagabend das Immling Festival 2026 zu Ende gegangen. In seinem 30. Jubiläumsjahr lockte das Festival gut 21.000 Besucherinnen und Besucher in den Chiemgau. Sie ließen sich von der malerischen Landschaft, der ungezwungenen Atmosphäre, den mitreißenden Aufführungen und den großartigen Stimmen verzaubern.

Längst hat sich das Immling Festival weit über die Grenzen des Landkreises Rosenheim hinaus einen Namen gemacht. Die Gäste reisen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland an.

Intendant Ludwig Baumann zieht eine positive Bilanz: „Unser 30. Festivaljahr war ein ganz besonderes. Wir haben mit unserem Publikum wieder mit über 40 Nationen gemeinsam auf unserem kleinen grünen Hügel gezeigt, dass es trotz der angespannten Weltlage möglich ist, Menschen aller Couleur in einem gemeinsamen Sinne zusammenzubringen. Unsere Nachwuchstalente sowohl des Kinderchores als auch der Musical Akademie zeigten Höchstleistungen, die uns selbst zum Staunen brachten – auch bei einem wunderbaren Inklusions-Nachmittag. Das alles lässt hoffen für eine bessere Zukunft und in diesem Sinne werden wir unmittelbar und motiviert in die neue Planung für den Winter und die nächste Saison gehen. Danken möchte ich auch allen Sponsoren und Förderern und natürlich dem wunderbaren Publikum – Danke für viele Jahre (manch Einer 30 Jahre !!) Unterstützung, Engagement und Begeisterung für das Projekt Immling Festival“.

Vier große Opernproduktionen standen in diesem Jahr auf dem Programm. Bei bestem Sommerwetter startete das Festival mit Puccinis „Tosca“. Dabei gab es ein Wiedersehen mit dem Immlinger Traumpaar Maria Natale und Vasyl Solodkyy aus dem vergangenen Sommer. Beide überzeugten erneut Publikum und Presse gleichermaßen.

Es folgte Donizettis „Lucia di Lammermoor“ mit einem eindrucksvollen und überzeugenden Regiekonzept der jungen britischen Regisseurin Ella Marchement. Die ukrainische Sopranistin Inna Fedorii meisterte die anspruchsvolle Titelpartie mit Bravour und hinterließ beim Immlinger Publikum einen nachhaltigen Eindruck. Man darf gespannt sein, auf welcher Bühne man dieser außergewöhnlichen jungen Sängerin wieder begegnen wird. Auch Verdis „Un ballo in maschera“ begeisterte mit fantastischen Kostümen, atemberaubenden Bildern und einer grandiosen Besetzung. Mozarts „Die Zauberflöte“ durfte im Jubiläumsjahr natürlich nicht fehlen – schließlich war sie die Oper, mit der die Geschichte des Immling Festivals einst begann. Intendant Ludwig Baumann versetzte Mozarts Klassiker diesmal auf einen fernen Planeten und verlieh der bekannten Geschichte damit eine ganz eigene, fantasievolle Perspektive.

Neben den Opernproduktionen sorgten drei große Orchesterkonzerte für musikalische Höhepunkte und große Emotionen. Festivalchor und Festivalorchester liefen dabei zu musikalischer Höchstform auf. Die musikalische Leiterin Cornelia von Kerssenbrock zeigt sich begeistert: „Dieses Jahr war ein besonderes Jahr mit vielen Höhepunkten – gestartet hat es eigentlich schon im März mit einer Deutsch-Georgischen Kooperation mit 60 Immlingern in Georgien, dann vier Opern, ein Musical und drei große Konzerte in Immling. Das Engagement gerade unseres Immlinger Hauschores war unermesslich und das Orchester wuchs ebenso mit den diesjährigen besonders hohen Herausforderungen. Wir sind stolz darauf, wieder junge Stimmen gefunden zu haben, die Weltklasse sind und die auf dem Sprung in die große Liga stehen. Ebenso stolz sind wir auf unsere eigene Akademie und den Immling Spirit, der auf das Publikum überspringt. Großer Dank natürlich auch an alle Mitarbeiter hinter der Bühne, die in diesem besonders langem Festival ebenso außergewöhnlich gefordert waren“.

Auch die Nachwuchstalente der Akademie Immling sorgten für Begeisterung. Mit dem Musical „Cats“ brachten sie die Bühne zum Beben. Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft – ein eindrucksvoller Beleg für die große Resonanz, die der musikalische Nachwuchs inzwischen beim Immlinger Publikum genießt.

Nach dem Festival ist vor dem Festival – in Kürze wird das Programm bekannt gegeben. 2027 wird ein weiteres Jahr voller großer Stimmen, bewegender Geschichten und außergewöhnlicher Musik auf Gut Immling.

Bericht: Immling Festival /  Foto: Anna Reiser  / Foto: Nicole Richter

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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