Tourismus

Bad Gögging: Römertage Salve Abusina

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Geschichte zum Anfassen –  Römerfest Salve Abusina lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher nach Eining

Eigentlich ist das Kastell Abusina in Eining ein ruhiger Ort, ein weitläufiges Gelände mit historischen Mauerresten und Informationstafeln. Doch am vergangenen Wochenende erwachte das Kastell zum Leben – und auf einmal marschierten Truppen mit glänzenden Rüstungen auf, Zelte und Lager wurden aufgeschlagen, Priesterinnen und Gladiatoren schritten über die Wege: Bei Bayerns größtem Römerfest Salve Abusina tauchten wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher in das Leben am römischen Limes ein. Das ganze Wochenende über ließen Legionäre, Gladiatoren und Handwerker die Vergangenheit in der UNESCO-Welterbestätte lebendig werden.

Auftakt mit Fachkreisen
Zum Start in das Wochenende kamen am Freitag zahlreiche geladene Gäste ins Kastell – fast 80 Interessierte aus wissenschaftlichen Fachkreisen, Touristik und Politik trafen sich für einen spannenden Austausch zwischen den verschiedenen Themenbereichen, die sich beim Römerfest begegnen. Gemeinsam ging es dann zur „Pompa“ – der feierlichen Eröffnung mit Einzug und Vorstellung der Gruppen, die sich beim diesjährigen Römerfest beteiligten.

Erleben statt nur Zuschauen
„Das Römerfest ist kein Museum – hier kann man Geschichte buchstäblich anfassen“, so Thomas Memmel, Erster Bürgermeister der Stadt Neustadt an der Donau. „Wir freuen uns sehr, dass deshalb insbesondere viele Familien nach Eining kommen.“ Von Handwerkskunst in der römischen Töpferei über Lernen in der römischen Schule bis zum Abschluss des Tages mit Fabeln bei der Gute-Nacht-Geschichte – Kinder und Erwachsene konnten Geschichte hier nicht nur beobachten, sondern erleben. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und auch mal etwas selbst auszuprobieren – etwa bei der Herstellung einer eigenen Duftsalbe.

Lagerleben und Kämpfe
Zu den Höhepunkten für die Zuschauerinnen und Zuschauer zählten auch in diesem Jahr die spektakulären Gladiatorenkämpfe sowie die eindrucksvollen Aufmärsche der zahlreichen Gruppen. Ebenso spannend zum Beobachten: das authentische Lagerleben, das zeigte, wie Soldaten, Handwerker und ihre Familien vor rund 2.000 Jahren gelebt haben. Über das gesamte Wochenende hinweg bot sich den Gästen ein abwechslungsreiches Programm mit Vorführungen, Musik, Handwerk und römischer Kulinarik.

Wissen spannend vermittelt
Dabei stand nicht nur die Unterhaltung im Mittelpunkt: Salve Abusina verbindet eindrucksvolle Inszenierungen mit fundierter Wissensvermittlung. Historikerinnen und Historiker sowie Fachleute aus der Archäologie gaben in Vorträgen und Führungen Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und in die faszinierende Welt der Antike. So sprach etwa Dr. Veronika Fischer, Referentin Koordination Archäologische Welterbestätten beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege über den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Militär, und Yvonne Reichel M.A. beleuchtete die Besonderheiten der römischen Heiltherme in Bad Gögging.
„Diese Verbindung aus wissenschaftlicher Qualität und lebendiger Darstellung ist die Besonderheit dieser Veranstaltung“, bestätigt auch Prof. Dr. Christoph Schäfer, Experte für antike Schifffahrt von der Universität Trier, der in einem Vortrag vom Seehandel aus aller Welt bis auf die Donau berichtete. „Unterhaltung und Vermittlung von Wissen gehen hier Hand in Hand.“ Alle Beteiligten und die Mitwirkenden legen großen Wert auf Authentizität: „Wir möchten den Besuchern nicht nur eine Show bieten, sondern zeigen, wie das Leben der Menschen damals tatsächlich ausgesehen haben könnte“, erklärt ein Teilnehmer aus einer historischen Darstellergruppe. „Der Austausch mit den Gästen gehört für uns genauso dazu wie die Vorführungen selbst.”

Zahlreiche Besucher in Eining
Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden mit dem großen Interesse – das Römerfest war an allen Tagen gut besucht, die Resonanz sehr positiv. Die Besucherinnen und Besucher wie auch die Gruppen hielten der Hitze stand und nutzten die schattigen Plätze unter den Bäumen und in den Lagern sowie die Getränke aus dem Gastro-Bereich zur Abkühlung. Ein großes Dankeschön sprach das Veranstaltungsteam der Freiwilligen Feuerwehr Eining für den Getränkeausschank und die Organisation des Parkplatzes sowie an die weiteren Partner Intertec, Kuchlbauer, agilis und FE Reisetouristik aus.
„Salve Abusina zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie spannend Geschichte sein kann. Das Fest begeistert Menschen aller Generationen und macht unser römisches Erbe auf einzigartige Weise erlebbar“, sagt Erster Bürgermeister Thomas Memmel. Nach drei abwechslungsreichen Tagen ging Salve Abusina am Sonntagabend zu Ende.

Text: Tourist-Information Bad Gögging – Bilder: Stadt Neustadt, Sebastian Pieknik


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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