Leitartikel

Restauriertes Chiemgaukreuz erstrahlt zum Jubiläum

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Am Sonntag, 30. August laden die Gemeinden Höslwang und Aschau i. Chiemgau zur traditionellen Gedenkfeier für die Gefallenen und Vermissten des Chiemgaus auf der Kampenwand ein. Seit 75 Jahren versammeln sich dort die Menschen der Region unter dem mächtigen Gipfelkreuz, das als Mahnmal an die Opfer der beiden Weltkriege erinnert. Die Bergmesse beginnt um 10:30 Uhr an der Gedächtniskapelle „Maria – Königin des Friedens“ bei der Steinlingalm. Zelebrant ist Kardinal Reinhard Marx. Erwartet werden zudem Innenminister Joachim Herrmann, Staatsministerin Michaela Kaniber, zahlreiche viele regionale Vertreter sowie die Veteranen- und Soldatenkameradschaftsvereine aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim.

Aufwendige Restaurierung der historischen Lampen

Zum Jubiläum wurde das Kampenwandkreuz umfassend instandgesetzt. Eine besondere Rolle spielten dabei die 13 Lampen, die das Kreuz zu kirchlichen Festen und besonderen Anlässen weithin sichtbar erhellen. Sie bestehen aus den Scheinwerfergehäusen der ersten VW-Käfer, die bereits 1950 zweckentfremdet wurden. In der Werkstatt von Franz Schaffner in Grassau wurden die Metallhülsen entrostet, geschliffen und neu lackiert. Damit die historischen Teile nach 75 Jahren Wind und Wetter wieder in neuem Glanz erstrahlen und da die alten Chromringe nicht mehr zu retten waren, fertigte Metallbauer Sepp Fritz aus Breitbrunn neue Edelstahlringe, die nun für Jahrzehnte Haltbarkeit sorgen sollen.

Gemeinschaftsarbeit über Generationen

Der Zusammenbau der Lampen erfolgte in der Werkstatt von Hartl Hinterholzer, wo Florian Hinterholzer, Manuel Hinterholzer, Bernhard Stockmeier, Andi Hilger, Franz Schaffner, Leonhard Hinterholzer und Manfred Haider gemeinsam Hand anlegten. Anschließend wurden die Lampen zu Fuß von der Steinlingalm aus auf den Berg getragen – unterstützt von der Feuerwehr Höslwang, die seit Jahren verlässlich beim Materialtransport hilft. Oben am Kreuz übernahm das Wartungsteam die Montage, mit dabei war auch das Team von RFO, dieses wird voraussichtlich im September einen ausführlichen Beitrag senden, ebenso wird der BR mit einem Team vom Jubiläums-Sonntag berichten. Die Vorstellung der restaurierten Lampen erfolgte in einer eigenen Zusammenkunft bei Baron Ludwig von Cramer-Klett, auf dessen Grund das Kreuz steht. Franz Schaffner engagiert sich seit über 30 Jahren für den Erhalt des Kreuzes. Schon als junger Mann begleitete er seinen Vater, der vor 75 Jahren mit seinen Kameraden aus der Gemeinde Höslwang den Bau verwirklichte, 2014 verstarb und dem Monument sein Leben widmete. Seit seinem Tod führt sein Sohn Franz die Tradition fort und integriert immer wieder neue und junge Helfer aus Höslwang in das Wartungsteam. Die Gemeinde Höslwang mit Bürgermeister Peter Mayer sind stets wohlwollende und verlässliche Unterstützer.

Weitere Arbeiten am Kreuz

Neben den Lampen wurde auch das Kreuz selbst frisch gestrichen, auch dabei wurde das Wartungsteam von der Feuerwehr Höslwang unterstützt. Die Finanzierung der Lampen erfolgte über Spendengelder, die über die Gemeinde Höslwang gesammelt wurden. Informationen zu Beleuchtungstagen und zur Geschichte des Kreuzes sind künftig auf der neuen Homepage zu finden: www.gipfelkreuzkampenwand.de.

Ein Ehrenamt mit Herzblut

Nach Abschluss der Arbeiten zeigt sich Franz Schaffner stolz. Das Team arbeitet ohne Entgelt, oft bei widrigen Wetterverhältnissen und sorgt dafür, dass das Kampenwand Kreuz – ein Symbol für Frieden, Erinnerung und Heimat – weiterhin strahlt. Nach der Bergmesse am Sonntag, 30. August ist wie gewohnt eine Einkehr auf der Steinlingalm vorgesehen.

 Fotos: hö / Franz Schaffner –   Eindrücke von der Restaurierung der Lampen für das Kampenwandkreuz für den Jubiläums-Gottesdienst am Sonntag, 30. August anlässlich der 75. Wiederkehr der Errichtung.  

  • Wartungsteam mit Lampen v.l.: Florian Hinterholzer, Manuel Hinterholzer, Bernhard Stockmeier, Andi Hilger, Franz Schaffner, Leonhard Hinterholzer, Manfred Haider in der Werkstatt von Hinterholzer Hartl – Zusammenbau nach Vorbereitungen mit Schleifen und Lackieren von Franz Schaffner zu Hause
  • Streichen des Kreuzes li. Hilger Andi – oben: Kilian Reiser  – unten: Martin Enzinger
  • Franz Schaffner in der Werkstatt von Leonhard Hinterholzer
  • Leonhard und Manuel Hinterholzer mit Lampe am Gipfelkreuz
  • Franz Schaffner erläutert die neuen Lampen Baron Ludwig von Cramer-Klett
  • Gipfelkreuz mit den neuen Lampen
  • Repro: Franz Schaffner und Hermann Schmid beim Bau vor 75 Jahren
  • Arbeiten mit RFO (mit Drohne)

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!