Studien und Bildungsberichte zeigen, dass gerade in zentralen Lebensbereichen weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht. Vielen Jugendlichen fällt es schwer, finanzielle Zusammenhänge und die langfristigen Folgen von Konsumentscheidungen richtig einzuschätzen. Überschuldung junger Erwachsener ist deshalb seit Jahren ein wichtiges Thema der Verbraucherbildung. Gleichzeitig wächst die Herausforderung, Werbung kritisch zu bewerten, verlässliche Informationen von Desinformation zu unterscheiden und bewusste Kaufentscheidungen zu treffen.
Hinzu kommen die Anforderungen einer zunehmend digitalen Lebenswelt. Datenschutz, der sichere Umgang mit sozialen Medien, digitale Kommunikation sowie Online-Shopping gehören heute zu den grundlegenden Kompetenzen, die junge Menschen für ein selbstbestimmtes Leben benötigen. Alltagskompetenzen sind damit längst zu einer wichtigen Zukunftsqualifikation geworden.
„Praktische Fähigkeiten wie Kochen, Haushaltsführung, nachhaltiger Konsum oder der bewusste Umgang mit Ressourcen werden heute nicht mehr selbstverständlich innerhalb der Familie weitergegeben wie das noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Damit wächst die Bedeutung der Schule als Lernort für lebenspraktische Bildung. Denn fehlende Alltagskompetenzen betreffen nicht nur einzelne Menschen, sondern stellen eine gesellschaftliche Herausforderung dar“, betont Christine Singer, Landesbäuerin der BBV-Landfrauengruppe.
Die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband (BBV) setzen sich seit vielen Jahren für mehr Alltagskompetenzen in allgemeinbildenden Schulen ein und beteiligen sich mit vielfältigen Bildungsprojekten an den seit Schuljahr 2021/2022 bestehenden Projektwochen „Alltagskompetenzen – Schule fürs Leben“ des Kultusministeriums.
Neue Plattform AKO vernetzt Schulen und Bildungsangebote in ganz Bayern
Passend zum Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen steht seit April 2026 Schulen mit AKO (Alltagskompetenzen) – Schule fürs Leben nun eine zentrale digitale Plattform (www.alltagskompetenzen.bayern) zur Verfügung. AKO bündelt praxisnahe Bildungsangebote aus den Bereichen Land-, Forst-, Hauswirtschaft und Ernährung, liefert geprüfte Unterrichtsmaterialien und ein starkes Netzwerk aus Schulen und Bildungsakteuren. So entstehen Lernräume – in der Schule ebenso wie an außerschulischen Lernorten –, die Wissen erlebbar machen und nachhaltiges Handeln fördern.
Die Nutzung von AKO ist für Schulen und Bildungsanbieter kostenfrei. Ermöglicht wird dies durch die Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus bis Ende 2027. Damit erhalten die Projektwochen „Schule fürs Leben“ erstmals eine zentrale Plattform, die Schulen mit regionalen Bildungsangeboten vernetzt. So unterstützt AKO junge Menschen dabei, Alltagskompetenzen für ein selbstbestimmtes und nachhaltiges Leben zu erwerben.
Bericht und Foto: BBV


