Innovative und wandlungsfähige Unternehmen in Oberbayern trotzen der Krise Eberle: „Bundesregierung braucht Mut und Durchsetzungskraft für echte Reformen“
Im Rahmen eines Pressegesprächs der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. diskutierten oberbayerische Unternehmensvertreter aus der Region Südost-Bayern, wie es trotz großer Herausforderungen für die Wirtschaft gelingt, die Transformation mit Blick auf Dekarbonisierung, demografischen Wandel, De-Globalisierung und Digitalisierung aktiv und erfolgreich zu gestalten.
„Eine Studie, die das IW Köln im Auftrag der vbw kürzlich erstellt hat, zeigt: Bayern ist aufgrund seiner energieintensiven Industriestruktur und seiner tiefen internationalen Handelsverflechtungen im Zuge der Transformation weitaus mehr gefordert als die anderen Bundesländer. In vielen Bereichen ist der Freistaat bereits gut aufgestellt. Die Voraussetzungen, das Potenzial der Transformation zu nutzen, sind in Bayern deutlich besser als andere Bundesländern“, erklärt Frank Eberle, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern.
Allerdings bereitet der vbw eine andere Entwicklung zunehmend Sorgen: die Deindustrialisierung. Rund ein Viertel der Wertschöpfung im Freistaat erbringt das verarbeitende Gewerbe. In Oberbayern sind es 21,5 Prozent – 2,6 Prozent weniger als vor zehn Jahren. Vom Erfolg der Industrie hängen auch Arbeitsplätze in der Dienstleistungsbranche ab, und die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Branchen sind eng. „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts hat in den letzten Jahren deutlich gelitten. Hohe Energiepreise und Arbeitskosten sowie eine ständig steigende Belastung durch bürokratische Vorgaben haben die Gewinne von Unternehmen schrumpfen lassen und schränken den Spielraum für Zukunftsinvestitionen ein“, so Eberle. Die Bewertung von fünf wesentlichen Standortfaktoren sei in den vergangenen zwölf Jahren merklich zurückgegangen. Das gelte sowohl für den gesamten Freistaat als auch für Oberbayern. Unternehmensbefragungen in der Region zufolge, wird vor allem das sogenannte ‚Verwaltungshandeln‘ kritisiert. Die bürokratischen Auflagen öffentlicher Stellen sowie die Zulassungs- und Genehmigungsverfahren werden inzwischen deutlich belastender wahrgenommen. 2013 bewertete die oberbayerische Wirtschaft das Verwaltungshandeln noch mit der Schulnote 3,3 – im Jahr 2025 nur noch mit 4,3. Eberle betont: „Die Politik muss dringend dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen zügig verbessern. Von der Bundesregierung erwarten wir endlich einen gezielten Reformwillen und effektive Umsetzungsstärke bei notwendigen Gesetzesvorhaben und Maßnahmen zur raschen und nachhaltigen Verbesserung der Standortbedingungen für die Wirtschaft.“
Trotz der schwierigen Lage gibt es in Oberbayern zahlreiche Unternehmen, welche die Transformation aktiv, innovativ und erfolgreich vorantreiben. Beispielhaft berichteten Andreas Bürger, Geschäftsführer der BBW Lasertechnik GmbH, Florian Schörgnhofer, Werksleiter der SILOKING Mayer Maschinenbau GmbH und Harald Schilly, Geschäftsführer der Rohrdorfer Sand und Kies GmbH aus der oberbayerischen Teilregion Südost-Bayern beim Pressetermin in Rosenheim, wie ihnen dies gelingt.
Bericht und Foto: vbw – Bezirksgruppe München-Oberbayern, Region Südost-Bayern
Foto von rechts nach links: Hinten Links: Marc Hilgenfeld, Geschäftsführer der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern – Vorne Links: Florian Schörgnhofer, Werksleiter, SILOKING Mayer Maschinenbau GmbH – Mitte: Frank Eberle, stv. Vorsitzender vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern und Geschäftsführer, ALPMA Alpenland Maschinenbau GmbH – Hinten rechts: Harald Schilly, Geschäftsführer, Rohrdorfer Sand und Kies GmbH – Vorne rechts: Andreas Bürger, Geschäftsführer, BBW Lasertechnik GmbH



