Leitartikel

Pfingstkonzert zu Ehren Mozarts in Seeon

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mozart schrieb zwei Offertorien für das Kloster Seeon – In der ehemaligen Klosterkirche St. Lambert stand das diesjährige festliche Pfingstkonzert ganz im Zeichen des 270. Geburtsjahres von Wolfgang Amadeus Mozart. Unter der Leitung von Andrea Wittmann gestalteten der Sing- und Musizierkreis Seeon, das Orchester Viva Musica Salzburg mit Konzertmeister Florian Beer, sowie renommierte Solisten einen musikalisch wie spirituell beeindruckenden Abend.

Pfarrer Andreas Zach begrüßte die zahlreichen Besucher im Namen des Dekans und Pfarrers Dr. Florian Schomers. In seiner Ansprache stellte er in einem Zitat von Papst Benedikt XVI. die unterschiedliche Wirkung der Musik von Beethoven und Mozart heraus: Beethovens Musik gehe von den Menschen zu Gott hin, und Mozarts Musik komme von Gott zu den Menschen. Zugleich äußerte er den Wunsch, dass die Musik die Zuhörer „für die wunderbare Kraft öffnen möge, die wir in dieser Zeit so dringend brauchen“.

Den Auftakt bildete Mozarts „Veni Sancte Spiritus“, KV 47 („Komm Heiliger Geist“), mit dem Chor und Solisten feierlich den Heiligen Geist anriefen. Im anschließenden „Alleluja“ entfaltete sich bereits die besondere Klangfülle des Ensembles.

Für festlichen Glanz sorgte danach Antonio Vivaldis Concerto in C-Dur für zwei Trompeten mit den Sätzen Allegro, Largo und Allegro. Die Trompeter Johannes Moritz vom Bayerischen Staatsorchester und András Gergely Gerhardt vom Mozarteumorchester Salzburg beeindruckten mit virtuosem Zusammenspiel und strahlendem Klang. Auch Andrea Wittmann begeisterte an der historischen „Mozart-Orgel“, auf der Mozart nachweislich selbst gespielt hatte. Besonders im Largo setzte sie mit dem Register des Zimbelsterns und Klang-Improvisationen von Triangel, Kuckucksruf und Nachtigall besondere Akzente.

Einen Höhepunkt des Konzerts bildeten die beiden Offertorien, die Mozart eigens für die Benediktinerabtei Seeon komponiert hatte: „Scande coeli limina“ („Steig empor zur Schwelle des Himmels“), KV 34, für das Fest des heiligen Benedikt sowie „Inter natus mulierum“ („Unter allen, die von Frauen geboren sind, hat es keinen gegeben, der größer ist als Johannes der Täufer“), KV 72, für das Fest Johannes des Täufers. Andrea Wittmann stellte in ihrer Moderation die Verbindung zu Mozarts Kindheit und dessen enger Beziehung zu einem Pater Johannes her und verlieh dem Werk damit eine persönliche Note.

Besonders innig erklang anschließend „Sub tuum praesidium“, KV 198, ein Gebet an die Gottesmutter Maria. Hier verzichtete Mozart auf den Chor und ließ die beiden Solostimmen ausschließlich von einem Streichquartett begleiten, was dem Werk eine außergewöhnliche Intimität verlieh.

Den, im wörtlichen Sinn krönenden Abschluss bildete Mozarts berühmte „Krönungsmesse“ in C-Dur, KV 317, mit den Messteilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. Die vier Gesangssolisten Leonie Paulus (Sopran), Astrid Monika Hofer (Alt), Benjamin Grund (Tenor) und Daniel Hinterberger (Bass) überzeugten sowohl in ihren Solopassagen als auch im harmonischen Zusammenwirken mit Chor und Orchester beim gemeinsamen Lobpreis Gottes.

Mit großer Ausdruckskraft und musikalischer Hingabe setzten alle Mitwirkenden Mozarts Botschaft eindrucksvoll um. So wurde das Pfingstkonzert nicht nur zu einem hochklassigen musikalischen Erlebnis, sondern zugleich zu einer würdigen und berührenden Verkündigung des Wortes Gottes am Pfingstfest. Am Schluss durfte der ganze Kirchenraum mit dem Lied „Der Geist des Herrn erfüllt das All“ in das Lob Gottes mit einstimmen.

Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka

8247: Andrea Wittman dankt Chor, Solisten und Orchester nach einem würdigen und berührenden Pfingstkonzert.

8274: Freuen sich mit Chor und Orchester über den lang anhaltenden Applaus: Leonie Paulus, Astrid Hofer, András Gergely Gerhardt, Andrea Wittmann, Johannes Moritz, Benjamin Grund und Daniel Hinterberger.

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!