Kultur

Marquartstein: Konzert vom Trio “HeimArt”

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein musikalischer Leckerbissen der besonderen Art, war das Konzert des „HeimArt Trio“. In der evangelischen Erlöser-Kirche trafen sich Franz Tradler (Trompete), Regina Brandner (Cello) und Verena Meurers-Zeiser (Harfe), alle drei aus Wonneberg. Als Thema des Abends wurden Volkslieder genannt, die von bekannten Komponisten für Orchester umgeschrieben wurden.

Auch der Name des Trios „HeimArt“ drückt ihre besondere Neigung für die Heimat und die Volksmelodien aus. Franz Tradler ist stellvertretender Solotrompeter am Landestheater Niederbayern, Regina Brandner wirkt als aktive Kammermusikerin und Lehrerin am Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein, Verena Meurers-Zeiser erhielt den Kulturförderpreis Traunstein und diverse weitere Preise. Alle drei Musiker spielen auch in anderen Gruppen.

Es ging auch gleich ganz beschwingt los mit Johannes Brahms und dem „Ungarischen Tanz Nr. 6“. Als Trio ergänzten sich die Instrumente sehr gut, wobei die Trompete meist den dominanteren Teil bot. Regina Brandner erzählte für das nächste Stück von David Popper „Ungarische Rhapsodie“, das wie ein Medley zu verstehen ist und wie groß die Möglichkeiten der Harfe sind, die in diesem Stück ein ganzes Orchester mit 47 Saiten und sieben Pedalen vertritt. Die Cellistin hatte nicht zu viel versprochen, die Harfenistin entlockte ihrem Instrument erstaunliche und beeindruckende Töne. Aber auch Regina Brandner zeigte wunderbar, was ein Cello mit einer guten Musikerin leisten kann.

Bei dem nächsten Komponisten, Antonin Dvorak wurde erzählt, dass er der Legende nach erst Metzger lernen musste, bevor er sich der Musik widmete. Das Stück „Heimatlied“ ist eigentlich für ein Symphonieorchester geschrieben worden von Dvorak, aber die drei Musiker haben es sehr authentisch rübergebracht, da hat kein Orchester gefehlt.

Verena Meurers-Zeiser spielte ein Solo von der französischen Harfenistin Henriette Renie das Stück „Contemplation“, sie empfahl, sich in der Heimat umzuschauen und mit der gebotenen Klangvielfalt innezuhalten.

1 000 Volkslieder gesammelt

Die Harfenistin berichtete zu dem nächsten Stück, dass der Komponist Béla Bartók sehr viel gereist ist und dabei über Tausend Volkslieder gesammelt hat, die er dann für Orchester bearbeitet hat. Sieben Lieder aus der Sammlung brachten die Musiker bei dem Stück „Rumänische Volkstänze“ gekonnt zu Gehör.

Eigene Kompositionen von Franz Tradler

Den Abschluss bildeten zwei Stücke von dem Komponisten und Trompeter Franz Tradler. In den Variationen über „In der Niederschwing“ ging es um einen Schafbauern, der zu seiner Liebsten auf die Alm wollte. Der Weg wurde vielfältig musikalisch umgesetzt. Das letzte Stück „Chiemgauer Alpenmarsch“ ist eine Liebeserklärung an die Heimat, eigentlich geschrieben für die Danzl-Musii, aber jetzt für das Trio umgeschrieben. Der Komponist führt aus, dass er das Alte erhalten will, aber Neues einbaut.

Die Zuhörer in der Kirche waren sehr begeistert und haben schon nach jedem Stück reichlich Beifall gespendet, aber nun ließen sie die Musiker nicht gehen, der Applaus hörte einfach nicht auf. Als Zugabe wurde ein Walzer von Franz Tradler gespielt, den er während der Coronazeit geschrieben hat und der ihm das Vertrauen in die Natur und in sein Instrument wiedergegeben hat.

Das dann wirklich letzte Stück begann mit einem beeindruckenden Trompetensolo „Is scho staad uman See“ bis auch die Harfe und die Klarinette miteinstimmten.

Es war ein sehr gelungenes Konzert und ein schöner Abschluss am Pfingstmontag.

Text und Fotos: Sybilla Wunderlich


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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