„Allen steht das Wasser bis zum Hals – außer Rainer, der ist kleiner!“ – dieses von Rainer Winzek selbst kreierte Bonmont stellte der vormalige Pfarrer der Evangelischen Christusgemeinde Karl-Friedrich Wackerbarth an den Anfang seines Nachrufes für den gleichermaßen humorvollen wie kreativen Verfasser. Rainer Winzek verstarb nach längerer Krankheit im Alter von 76 Jahren.
Bei der Trauerfeier in der Katholischen Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ mit Pater Livio und mit dem Gospelchor Swinging Voices von der Evangelischen Christusgemeinde bezeichnete der Trauerredner und Freund der Familie den Verstorbenen als Multitalent und sagte: „Rainer hatte die Größe, sich über sich selbst lustig, aber sich nicht wichtig zu machen. Seine Talente setzte er unter anderem für das Theater, als Tenorjuwel beim Gospelchor „Swingin Voices“, als Organisator und als Sportler ein“. Besonders gut in Erinnerung sind noch die Ludwig-Thoma-Lausbuben-Geschichten, die bei der 850-Jahr-Feier der Marktgemeinde Prien unter der Regie von Rainer Winzek zur Freiluft-Aufführung kamen. Rainer Winzek, dessen Eltern als Flüchtlinge nach Prien kamen, brachte bei der Geburt nur 1.000 Gramm auf die Waage. „Als kaum überlebensfähiges Flüchtlingskind wurde er zum Glücksfall für seine Frau Hannerl (kennen- und liebengelernt beim Tanz-Cafe Reiter / Hochzeit 1973), für die gemeinsamen drei Söhne, für die Enkelkinder und für das Zusammensein im eigenen Haus in Bauernberg“ – so Karl-Friedrich Wackerbarth. Diesen Worten schloss sich auf dem Friedhof auch Priens Bürgermeister Andreas Friedrich an. Er charakterisierte Rainer Winzek als fleißigen, vielseitigen und zuverlässigen Priener, der seine Heimatgemeinde geprägt und mitgestaltet hatte. Beruflich führte Winzeks Weg von der Banklehre bei der ortsansässigen Volksbank, über den Funkdienst bei der Bundeswehr zur Priener Firma Systemform. Es folgten sieben Jahre in Selbstständigkeit im Handel, eine Anstellung als Elektrohandels-Verkäufer bei der Firma Löw und anschließend eine Beschäftigung bei der Marktgemeinde Prien. Von 1989 bis 2015 war er für die Gemeinde im Haus des Gastes im Tourismus und im EDV-Bereich tätig. „Rainer Winzek war mehr als ein Kollege, er war ein Freund und so bleiben uns seine von ihm vorbereiteten, durchgeführten und legendären Weihnachtsfeiern im Kollegenkreis in besonders froher Erinnerung“.
In Erinnerung bleiben auch die Theater-Aktivitäten. Für das Kleine Theater – so die Vorsitzende Jasmin Braun bei ihrem Nachruf am offenen Grab – wurde Rainer Winzek aufgrund seiner Aktivitäten vor, auf und hinter der Bühne und aufgrund seiner langjährigen Zugehörigkeit zum Ehrenmitglied ernannt. Auch beim Priener Bauerntheater war er (seit 2017) Ehrenmitglied, dazu Brigitte Sperger als Zweite Vorsitzende bei ihrer Würdigung: „In 44 unserer Aufführungsstücke war er involviert, 20-mal hat er gespielt, 32-mal war er Spielleiter, viermal war er Souffleur und lange gehörte er dem Spielausschuss an. Unvergessen bleiben zu unserem 75jährigen Jubiläum die Geisterbräu-Aufführungen unter seiner Regie“. In den letzten zehn Jahren war Rainer Winzek zudem noch Kassenprüfer vom Bauerntheaterverein. Aufgrund seines ersten Wohnsitzes in Giebing fand die Familie Winzek schnell und guten Anschluss an den Trachtenverein Hittenkirchen. Dessen Zweiter Vorsitzender Florian Wörndl dankte dafür, dass Rainer und Hannerl Winzek 1977 dem Verein beitraten und in den fast 50 Jahren der Mitgliedschaft das Leben im Verein und bei Veranstaltungen im Trachtenheim immer wieder bereichert haben. Als Zeichen der Verbundenheit neigte sich die Fahne des GTEV Hittenkirchen über dem Urnengrab.
Sterbefoto: Rainer Winzek



