In Südbayern und angrenzenden Gebieten in Österreich wurden ab dem 17. Jahrhundert eine Vielzahl von Orgeln gebaut. Zum Glück sind einige davon erhalten, die nun heute einen Eindruck von Klangästhetik und historischen Bauweisen geben und sich perfekt in das wachsende Interesse an Originalklang-Konzerten einfügen.
So organisiert die Andreas-Hofer-Gesellschaft e.V. aus Bad Reichenhall eine Konzertreihe, die drei besondere Orgel-Perlen in dieser Region bespielt:
- 29.05.26, 16.30 Uhr an der historischen Orgel von St. Maria auf Herrenchiemsee, die aufgrund von Fragmenten auf eine Entstehung im Jahr 1668 zurückgeht.
- 30.05.26, 19.00 Uhr an der historischen Orgel von St. Leonhard in Nussdorf am Inn (1799).
- 31.05.26, 19.30 Uhr an der historischen Orgel von St. Vitus und Anna in Surberg bei Traunstein (‚Ettendorfer Kircherl‘), die fast vollständig erhalten ist und 1699 erbaut wurde.
Im Zusammenspiel mit diesen Orgeln werden historische Blasinstrumente Zinken und Barockposaunen erklingen, die sich zu dieser Zeit Mitte des 17. Jahrhundert auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung und Einsatzvielfalt befanden. Zudem werden die Orgeln auch jeweils solistisch ihre Klangschönheit entfalten.
Das Zusammenspielen von Zink und Posaune ist eine sehr besondere Kombination und bleibt während mehr als 200 Jahren ein gern gehörter Klang an den europäischen Höfen. Zink und Posaune formen ein Duett, das trotz unterschiedlicher Herkunft eine perfekte Klangsymbiose eingeht und ‘die’ Instrumente darstellen, besonders wenn es “per imitar la voce humana” – um die Imitation der menschlichen Stimme ging. Darüberhinaus vereinigen die Instrumente eine enorme Virtuosität und die während dieser Zeit aufblühenden “Affekte” in der Musik. Ensembles von Stadtpfeifer, Stadtspielleuten oder anderen Gruppen waren in beinahe allen europäischen Ländern anzutreffen
Dies ist umso bedeutsamer, da ein Zusammenspiel der Orgeln lange Zeit nicht möglich war. Erst seitdem durch ein Crowdfunding im Jahre 2021 speziell angefertigte Blasinstrumente maßgefertigt werden konnten, kann ein Zusammenspiel erfolgen.
Es musizieren hochkarätige Musiker: Matyáš Houf und Matthjis Lunenburg (Zinken), Robert Schlegl (unterschiedliche Barockposaunen), Marian Polin (Orgel) bilden zusammen die Capella dell’halla, die sich bereits im Rahmen vieler Konzerte im In- und Ausland eine hervorragende Reputation erarbeitet hat.
Tickets und weitere Informationen zu den Konzerten sind erhältlich an den entsprechenden Vorverkaufsstellen:
Text und Bildmaterial: Robert Schlegl



