Unseren Erstbeitrag finden Sie hier: Frühjahrswallfahrt in Tuntenhausen: Glaube, Heimat und bayerische Identität
Freiheit, Heimat und Glauben sind wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft – Frühjahrswallfahrt nach Tuntenhausen – ein Beitrag des Bayernbundes (Weiß-Blaue Rundschau) von Redakteur Fritz Lutzenberger.
Am 26. April versammelten sich zahlreiche Gläubige, Mitglieder und Gäste zur traditionellen Frühjahrswallfahrt des Katholischen Männervereins Tuntenhausen. Der Festgottesdienst in der Basilika wurde von Abt Petrus Höhensteiger OSB zelebriert, unterstützt von Pfarrer Richard Basta. Im Mittelpunkt des Tages standen Glaube, Gemeinschaft, bayerische Identität und Heimatverbundenheit. Abt Petrus Höhensteiger OSB vom Kloster Schäftlarn setzte einen nachdenklichen Akzent, der weit über den Moment hinausweist. Seine Predigt stellte eine Frage in den Raum, die aktueller kaum sein könnte: Welcher Stimme vertrauen wir eigentlich – in einer Zeit, in der Lautstärke oft mit Wahrheit verwechselt wird?
Jesu Mahnung, sich nicht von falschen Versprechungen blenden zu lassen, klingt wie ein Echo in unsere Gegenwart. Gerade in gesellschaftlichen und europäischen Debatten begegnen uns viele Stimmen, die Orientierung versprechen, aber nicht immer tragen. Es braucht daher Unterscheidungsvermögen – und den Mut, leise, aber tragfähige Wahrheiten von lauten Parolen zu unterscheiden. Ein Gegenbild dazu zeigte Abt Petrus mit dem Verweis auf Benedikt von Nursia. Dieser schuf Orte der Stille, des Gebets und der Gemeinschaft – Räume, in denen Menschen zu sich selbst und zu Gott finden konnten. Daraus erwächst eine innere Freiheit, die Angst relativiert und Orientierung schenkt. Nicht äußere Sicherheiten tragen letztlich, sondern das, was im Inneren gewachsen ist.
Die Einladung der Predigt war deutlich: Lasst Euch herausführen aus dem, was Euch klein macht – aus Ängsten, Bequemlichkeit oder Resignation. Veränderung beginnt nicht in großen Programmen, sondern im Herzen jedes Einzelnen. Wer sich auf diesen inneren Weg einlässt, wird auch im Alltag anders handeln. So endet die Wallfahrt nicht mit der Rückkehr nach Hause. Sie setzt sich fort – im Denken, im Entscheiden, im Miteinander.
Der politische Teil der Veranstaltung wurde durch Dr. Florian Herrmann, MdL, dem Vorsitzenden des Vereins und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei eröffnet. Er betonte, die Gesellschaft sollte Wert legen auf christliche Werte und Symbole. Er betonte die Bedeutung der Wallfahrt als mehr als nur einen jährlichen Termin – sie stehe für Tradition, Gemeinschaft und den Zusammenhalt in Bayern. Besonders begrüßte er Ministerpräsident Dr. Markus Söder, dessen Anwesenheit er als große Ehre für den Verein bezeichnete. Herrmann dankte zudem Abt Petrus Höhensteiger für den festlichen Gottesdienst und die musikalische Umrahmung, die den Tag zu einem besonderen Erlebnis machten.
Die Festrede übernahm Ministerpräsident Dr. Markus Söder, MdL. Er nutzte die Gelegenheit, um über die Werte zu sprechen, die Bayern im Innersten zusammenhalten. Als evangelischer Franke bei einem katholischen Männerverein in Altbayern zu sprechen, bezeichnete er als „besondere Gnade“. Söder würdigte die lange Tradition des Vereins, der aus der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum entstanden ist. Er betonte, dass Bayern seine Seele nur bewahren könne, wenn der ländliche Raum und die Landwirtschaft nicht an den Rand gedrängt würden. Bayern stand zu allen Zeiten an der Spitze des Fortschritts. Unter Franz Josef Strauß gedieh die Luftfahrt, bei Edmund Stoiber blühte die Hightech-Agenda auf und heute ist es die Digitalisierung. „Wir wollen die Welt nicht den Amerikanern und Chinesen überlassen.“
Söders zentrale Botschaft war die Bedeutung der bayerischen Identität, die er in drei Säulen fasste: Freiheit, Heimat und Glaube. Wir können stolz sein auf diese Identität, für Bayern auch weltweich bewundert werde, wenn bei Staatsempfängen die Gebirgsschützen und Trachtler Spalier stehen. Freiheit in Bayern sei mehr als eine politische Formel – sie umfasse Denkfreiheit, Meinungsfreiheit und eine gewisse Eigenwilligkeit gegenüber staatlicher Bevormundung. Heimat zeige sich in Tracht, Blasmusik, Vereinen und ehrenamtlichem Engagement.
Persönlich wurde er beim Thema Glaube: Er erzählte von seiner eigenen religiösen Prägung, dem Verlust seiner Mutter und wie er durch einen Gebetskreis wieder Zugang zum Glauben gefunden habe. Glaube sei keine Privatsache, sondern könne in Gemeinschaft stärken und verbinden. Der Ministerpräsident glaubt an die Zukunft des Glaubens, der sehr wohl auch heute noch vermittelbar sei: „Wir sollten uns aber auch öffentlich dazu bekennen.“
Gesellschaftlicher Zusammenhalt und christliche Werte
Als Demokraten, so Ministerpräsident Dr. Söder, treten wir für den Glauben ein. Er verteidigte die Rolle der Kirche im öffentlichen Leben und sprach sich für den Schutz des ungeborenen Lebens, des Lebens mit Handicap sowie gegen den assistierten Suizid aus. „Ehrt Väter und Mütter, weint nicht am Grab, sondern lacht im Leben.“ Er betonte, dass christliche Feiertage mehr seien als arbeitsfreie Tage – sie prägten den Rhythmus des Landes. Die Kirche müsse wieder stärker vermitteln, was Glaube bedeute und welche Hoffnung er gebe. „Wir stehen zum Konkordat: Christliche Feiertage sind der Rhythmus unseres Landes.“
Zum Abschluss: Gemeinschaft und Verantwortung
Landrat Otto Lederer, stellvertretender Vorsitzender, schloss die Veranstaltung ab. Er unterstrich, dass Glaube und Gemeinschaft untrennbar seien und der Katholische Männerverein eine Plattform biete, um über Werte, christliches Menschenbild und gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken. Diese Werte müssten in den Alltag getragen werden – an Arbeitsplätze, in Familien und Vereine. Lederer dankte allen Beteiligten, insbesondere den Frauen, die regelmäßig an den Wallfahrten teilnehmen, sowie den Helfern, der Feuerwehr und den Medienvertretern.
Die Frühjahrswallfahrt in Tuntenhausen verband Liturgie, Tradition, politische Rede und gesellschaftliche Standortbestimmung. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Menschen heute Halt gibt. Die Antwort: Gemeinschaft, Heimat, Glaube und die Bereitschaft, diese Werte im Alltag zu leben. Zum Abschluss wünschte Lederer allen einen guten Heimweg und Treue zu den Zielen des Vereins – mit dem bayerischen Gruß: „Gott mit dir, du Land der Bayern.“
Bericht und Bilder: Fritz Lutzenberger, Bayernbund, Weiß-Blaue Rundschau, www.bayernbund.de
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